Reisewoche #10

veröffentlicht von

am

11.03. – 17.03.2024

„Nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zum Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zum Ende“

von Buddhistische Lehre

Was ein Glück! Beim Check-In wurde uns gestern mitgeteilt, dass wir das beste Zimmer des Hotels erhalten hätten. Kaum vorstellbar wie die anderen Zimmer dann aussehen müssen. Unser Zimmer bietet ordentlich Platz. Trotz schallisolierter Fenster hören wir die angrenzende Hauptstraße sehr gut. Das liegt zum einen daran, dass sich auf dieser die Poser präsentieren und zum anderen, an der recht löchrigen, undichten Außenwand. Das Bett ist in einem phänomenal schlechten Zustand. Auf der Matratze gibt es genau zwei „Liegekuhlen“ in die man unweigerlich zurückrollt. Und Eau de Toilette hat man hier auch völlig neu interpretiert. Aus dem unterkühlten, kleinen Nebenraum dringt der liebliche Geruch von Kanalisation.

Sei es drum, wir haben ganz ok geschlafen und freuen uns jetzt umso mehr Tiflis zu erkunden. Jana hat ein Café rausgesucht in dem wir gut frühstücken und dem Tag eine Richtung geben. Wir sind, wie so oft, ohne einen Plan hier. Frisch gestärkt wissen wir aber jetzt was wir sehen wollen. Die Sameba-Kathedrale ist unser erstes Ziel.
Unweit vom Café steht die erst 2004 fertig gestellte Kirche als Symbol für die nationale und religiöse Wiedererstehung Georgiens. Rund um die Kirche erstreckt sich ein riesiges, gepflastertes Areal. Sitzbänke und kleinere schattenspendende Bäume laden hier zum Verweilen ein. Die Kirche steht auf einer kleinen Anhöhe, sodass man einen Ausblick auf Tiflis hat. Am Eingang der Kirche zieht Jana sich einen provisorischen Rock über, um dem Dresscode zu entsprechen. Dann betreten wir die Kirche. Die von außen sehr beeindruckend und pompös wirkende Kirche ist von innen eher dunkel gehalten. Die typisch orthodoxen Symbole, Bilder von Heiligen und Altare wirken dagegen prunkvoll.

Durch Zufall entdecken wir eine unscheinbare Tür. Google Translate verrät uns was auf dem Zettel steht: „Tempel der Bullen“. Später werden wir von einem Übersetzungsfehler ausgehen, jetzt sind wir aber erst einmal neugierig. Über ein Treppenhaus steigen wir etwa 5-6 Etagen unter die Kathedrale! Ganz unten angekommen stehen wir in einem etwa sechs Meter hohen Raum der wie eine weitere Kapelle eingerichtet ist. Zwei Särge stehen recht verloren in der Mitte des Raumes. Davor ein Thron. Am Ende der Kapelle der typisch abgetrennte Gebetsbereich für die geistlichen. Beeindruckend. Wir sind die einzigen Touristen hier unten. Wir finden leider weder online, noch in der Kirche, Informationen zu dieser Einrichtung.

Wir haben genug gesehen und verlassen das Gelände in Richtung Fluss. Unser nächstes Ziel: die Mutter Georgiens. Sie thront auf der anderen Seite des Flusses über Tiflis. Auf dem Weg kommen wir durch schmale Gassen an sehr baufälligen Gebäuden vorbei. Uns fällt auf, wie unterschiedlich sich der Zustand der Straßenzüge zeigt. Von sehr alt, baufällig bzw. kaputt bis top modern und neu, ist hier alles möglich.

Eher zufällig passieren wir das Metechi-Viertel. Die Gegend um die gleichnamige Kirche ist die am längsten besiedelte in Tiflis. Die Gebäude hier sind entsprechend alt, aber gut renoviert. Die Kirche steht auf einer Felskante und ragt dadurch über die umliegenden Gebäuden. Auf der einen Seite der Fluss Kura, auf der anderen der Europasquare. Der Geschichte nach liegt in der Kirche die Heilige Schuschanik. Sie starb im Gefängnis, weil sie sich weigerte dem Christentum abzuschwören und die Religion der persischen Eroberer anzunehmen. Nach dieser Geschichtsstunde geht es am Europasquare vorbei über eine Brücke auf die andere Seite der Kura zum Meidan-Basar. Von hier aus geht es stetig bergauf.

Da wir mittlerweile ein kleines Hüngerchen verspüren kehren wir im „Terrace 21“ ein. Ein Khachapuri und einen Wein später geht es gut gestärkt den restlichen Weg zur Festung hoch. Wir entscheiden uns spontan nicht zur Festung abzubiegen, sondern durch den botanischen Garten zur Festung zu schlendern. Eine gute Idee. Der Eintritt in die riesige Gartenanlage kostet uns insgesamt 8GEL (2,76 Euro). Eine Infotafel gibt uns einen Überblick über das Gelände und zeigt den Weg hoch zur Festung. Wir verlaufen uns eventuell ein zwei Mal, kommen aber dafür an einem Bambushain, Hängebrücken, einer riesigen Himalaya-Zeder und weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei.

Wir erreichen letztlich irgendwann die Statue der Mutter Georgiens. Hier oben ist es ziemlich windig, aber der Ausblick über Tiflis kann nicht getoppt werden, oder? Über den Bergrücken geht es weiter zur Festung. Für echte Touristen gibt es auch eine Seilbahn hier hoch. Die Festung besteht heute noch aus einer gepflegten Kirche und den Ruinen der alten Wallanlage. Dieser kann man ein ganzes Stück folgen, allerdings ist hier sehr gute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert. Abgesichert, mit Halteseilen oder Geländern, ist hier nämlich einfach mal gar nichts. Ein falscher Schritt und man befindet sich direkt wieder im botanischen Garten, keine gute Idee. Insgesamt ein echtes, lohnendes Abenteuer.

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir noch am Rike Park vorbei. Ein belebter Park mit unzähligen Brunnen und Wasserspielen (leider allesamt nicht in Betrieb). Aufgrund der Abendsonne hat sich trotzdem gelohnt. Den Abend lassen wir dann im Heimkino mit Venom2 und Snacks ausklingen.

Unser Tag beginnt mit einem Stopp bei einem Bäcker um die Ecke. Hier wird noch traditionell im Bodenofen gebacken. Verkauft wird über ein kleines Fenster in der Wand, es duftes fantastisch. Es gibt etwas deftiges und etwas süßes auf die Hand und dann machen wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Tagesziel; der Funicular Upper Station. Im Grunde die Bergstation der Standseilbahn die auf den Berg Mtatsminda führt. Das Gebäude sieht interessant aus und naja es ist eben ein kleiner Berg und die ziehen uns magisch an. Wir kommen am Liberty Square vorbei.

Ein großer Kreisverkehr mit einer Säule in der Mitte. Wir nutzen die Gelegenheit und bleiben für einen Kaffee im Gloria Jeans. Ein hippes Café in dem viele Student*innen an ihren Laptops sitzen und arbeiten. Wir beobachten von der Terrasse das Treiben auf dem Platz. Als wir unseren Weg fortsetzen kommen wir an einigen interessanten Orten vorbei. Das Nationalmuseum, dem Vorontsov’s Palace, dem April 9 Memorial und dem Parlament, um nur ein paar davon zu nennen. Wir halten jeweils kurz an, um das Wissenswerteste zu den Orten nachzulesen.

Hinter dem Parlament biegen wir links ab und der Mtatsminda Berg erhebt sich vor uns. Es geht steil bergauf. Über eine geschlungene Straße kommen wir an die Mama Daviti Church. Wichtige Personen der georgischen Geschichte und Kultur liegen hier unter beeindruckenden Grabsteinen begraben.

Es folgt ein hauptsächlich aus Stufen bestehender Wanderweg der die Standseilbahn einmal kreuzt. Ohne weitere Herausforderungen kommen wir oben an; wir haben das Gefühl, dass regelmäßige Laufen zeigt seine Wirkung 😉 Neben der noch beeindruckerenden Aussicht als gestern ( 😏 ) gibt es hier oben einen Freizeitpark, einen 274m hohen Fernsehturm und ein Café welches wir natürlich besuchen. Nach der Aussicht finden wir den Fernsehturm am interessantesten, leider ist dieser für Besucher seit einigen Jahren geschlossen.

Es ist bereits 16Uhr, als wir uns entscheiden den Rückweg anzutreten. Wir finden glücklicherweise einige Wanderwege die am Nordhang des Berges ins Tal führen. Wir verlaufen uns mächtig. An einem Punkt haben wir den offiziellen Wanderweg verlassen, weil Google… eine Abkürzung kannte. Der Weg ist steil, unbefestigt und nicht einfach zu gehen, aber nach einiger Zeit finden wir zurück auf den Hauptweg.

Die Wanderung endet für uns im Grafika, einem Restaurant das uns auf der Fahrt nach Katzbegi empfohlen wurde. Im Restaurant sitzen hauptsächlich junge Menschen, ein Tisch mit einigen Mädchen ist ausschließlich mit fotografieren beschäftigt. Wir bestellen Phkali mit Maisbrotmuffins und Nudeln, das Essen ist schön angerichtet und schmeckt hervorragend.

Es wird etwas creepy als die Mädels ihr Fotoshooting an unseren Tisch verlegen. Also direkt an unseren Tisch. Äußerst befremdlich für uns, die Mädels schämen sich allerdings nicht. Es wird gepost, fotografiert, Kleidung gewechselt usw.. Auch die Bedienungen finden das augenscheinlich merkwürdig, halten sich aber zurück. Als die Nachspeise kommt machen wir uns einen Spaß und drehen uns mit unseren Stühlen in direkte Blickrichtung zu den „Models“. Etwa 1m entfernt vom Geschehen sitzen wir jetzt wie eine Jury vor den wenig beeindruckten Mädchen und starren sie an. Die Belegschaft feiert den Anblick, lacht und freut sich. Wir bekommen einige Daumen hoch. Als wir wieder im Hotel zurück sind und der Tag sich dem Ende neigt, müssen wir immer noch schmunzeln, das war wirklich kurios.

Wir stehen an diesem Morgen pünktlich auf. Heute ist Flugtag! Wir haben für alles viel Zeit eingeplant und wenn nichts schief geht, reicht auch die Umstiegszeit in Dubai völlig aus. Wir packen unsere Rucksäcke noch etwas um, nicht alles darf ins Handgepäck, nicht alles in das Aufgabegepäck. Gegen 10:00Uhr sind wir Abreisebereit. Da der erste Flug um 17:20Uhr startet, schöpfen wir die Check-Out Zeit vollständig aus und verlassen das Hotel erst gegen 12:00Uhr. Glücklicherweise hält der Bus zum Flughafen direkt vor unserer Tür. Eine Stunde später befinden wir uns bereits am Flughafen. Eine menge Zeit, um sich zu orientieren. Allerdings ist der Flughafen nicht größer als eine Dreifachturnhalle und wir finden unseren Check-In Schalter recht zügig. Wir verbringen die Zeit – bis dieser öffnet – in einem Café und, na klar, beobachten das Geschehen. Außerdem holen wir den ein oder anderen Tagebucheintrag nach.

Gegen 14:30Uhr checken wir ein und geben die Backpacks ab. Sicherheitscheck der erste, Schuhe ausziehen, Wertsachen abgeben, Gürtel ablegen, Laptop aus dem Rucksack nehmen, alles sehr entspannt. Wir haben zwar noch nicht allzuviele Flughäfen gesehen, aber dieser hier ist auf jeden Fall der entspannteste 🙌. Im Boarding-Bereich des Flughafens ist es hinter den riesigen Fensterfronten sehr warm. Wir verbringen die Wartezeit mit Snacks, telefonieren und beobachten. Da unser Flug um 17:20 Uhr starten soll, begeben wir uns kurz vor 17 Uhr in den Bereich des Gates. Noch bewegt sich nichts. Allerdings wird am Nachbargate das Boarding für einen Flug vorbereitet der um 17:50 Uhr nach Istanbul startet. Noch bevor wir uns wundern können, wird auch unser Flug zum Boarding ausgerufen. Keine 30Sekunden später stehen alle Fluggäste in der Schlange, das tun wir uns nicht an, wir nehmen noch einmal in der Nähe des Gates Platz. In der Zwischenzeit hat das Boarding für den Flug nach Istanbul gestartet, wurden die letzten fehlenden Passagiere für den Flug nach Istanbul ausgerufen, drei mal (schon mal Last Call gewesen? Mega peinlich), und das Gate für den Flug nach Istanbul geschlossen.

17:40Uhr, wie viel Zeit benötigt man eigentlich für einen Umstieg am Flughafen mindestens?! Dann startet auch endlich das Boarding für unseren Flug und gegen 18:15 Uhr scheinen alle Passagiere im Flieger zu sein. Der Pilot verkündet dann noch zwei Mal sein bedauern das wir noch etwas warten müssen und als wir endlich in der Luft sind, bleiben noch knapp 50 Minuten für den Umstieg in Dubai. Wird schon passen, die warten auch auf uns bestätigt uns ein Steward. Der Flug verläuft ereignislos und sogar das Chana Masala schmeckt ganz gut.

Wir landen, verlassen das Flugzeug und werden umgehen aus der Menge gefischt. Ein Flughafenmitarbeiter zieht uns und vier weitere Umsteiger raus und bedeutet uns kurz zu warten. Krass die haben ja alles im Griff hier. Dann übergibt er uns an einen anderen Mitarbeiter und wir gehen im Eiltempo hinter ihm her. Wir haben Mühe ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Im Bereich der Sicherheitskontrollen werden wir an den nächsten Mitarbeiter übergeben, dieser schleust uns entspannt an allen anderen Wartenden vorbei. Da alle zwar organisiert sind, es dennoch sehr hektisch ist, steigt die Aufregung. Zweite Sicherheitskontrolle, wie ging das noch mal? Last Call Bangkok. Egal, alles aufs Band schmeißen und zwar etwas zügig wenn ich bitten darf. Jana wird zurück geschickt, als sie mit Wanderboots durch den Scanner steppt. Achja die Schuhe, auch aufs Band. Last Call Jana und Christian. Christian zieht an Jana vorbei und lässt die Sicherheitskontrolle hinter sich, Klamotten zusammensammeln. Im Augenwinkel sieht er, wie Jana noch einmal vom Sicherheitsmann zurückgeschickt wird, Bauchtäschchen vergessen abzulegen. Noch einmal ans Band. Jetzt ist auch Jana durch die Kontrolle.

Last Call Jana und Christian. Wir haben völligst das Gefühl für Zeit verloren und unseren Flughafenmitarbeiter auch. Als wir alles wieder bei uns haben, stürmen wir auf den nächst besten Mitarbeiter zu, dieser hat unsere Hektik wohl mitbekommen; Bangkok? YES!!! Wir laufen zu dritt los, noch einmal einen 400m Sprint am Horizont, unser Gate. Very Last Call for Jana und Christian. Wir kommen völlig zerpflückt an, reichen unsere Tickets und dürfen den bereits mit laufenden Motor wartenden Bus zum Flugzeug betreten. Was ein Run. „Ah Mist, hast du meine Bauchtasche?“ Christian guckt Jana ungläubig an; Nein, warum sollte ich deine Tasche haben. Als wir realisieren was das bedeutet (In der Tasche befindet sich Janas Kreditkarte und weitere wichtige Dokumente), springen wir mit einem Satz aus dem Bus zurück ins Gate. Wir schaffen es dem Personal zu erklären, dass wir ohne die Tasche nicht fliegen können, die Antwort?
„Ok, one can go“ und Jana „geht“ also sie rennt, also sprintet, zurück zur Sicherheitskontrolle. Ein Wunder, dass sie niemanden tackelt. Die Sicherheitsbeamten sind sichtlich irritiert als sie Jana anstürmen sehen. Mit Händen und Füßen erklärt sie was das Problem ist, zwei, drei Beamte verstehen nicht was sie möchte, bis sich einer erinnert. Aber, keine Tasche. Die Verzweiflung und Hektik steigt mit dem Flieger, der nur auf uns wartet. Die kann ja auch mitgenommen worden sein. Dann hebt ein anderer Fluggast eine Hand voll Gepäckschalen hinter dem Band an und offenbart Jana’s Tasche. „Thank You.“ schreit sie vor Freude alle an und rast erneut durch die Flughallen zurück. In Rekordzeit ist Jana zurück am Gate und wir können doch noch in den Bus einsteigen. What the Fuck – Was eine Nummer. Schon mal Last Call gewesen? Gar nicht mehr so peinlich 😜

Wir steigen in den Flieger und landen etwa fünf Stunden später in Bangkok. Glück gehabt. Vom Gate bis zum Arrival laufen wir etwa einen Kilometer durch den Flughafen. Einreise nach Bangkok am 14.03. ohne Probleme, kein VISA benötigt. Gepäckband neun beginnt sich im selben Moment zu drehen, als wir die Gepäckausgabe betreten und unsere Backpacks sind die ersten Gepäckstücke die ausgegeben werden. Kurz umbauen, einstellen und dann kann es schon losgehen. Wir besorgen uns noch am Flughafen eine SIM-Karte und begeben uns dann zur Airport-Bahn. Diese bringt uns für etwa einen Euro in die City. Wir sind begeistert wie einfach das ist. Dann werden wir erschlagen. Beim Verlassen der Bahn. 35 Grad warme Luft schlagen uns morgens um kurz nach neun ins Gesicht. Der erste Moment ohne Klimaanlage. Nach einer kurzen „wir kürzen die Hosenbeine Pause“, entscheiden wir uns es wenigstens zum Hostel zu versuchen. Die Entscheidung wird keine 400m später revidiert. Wir sind Müde, hungrig und noch lange nicht akklimatisiert.

Ab ins nächste Taxi. 200THB (etwa 5 Euro) später stehen wir vor unserem Ziel. Das Cher Hostel macht bereits von außen einen tollen Eindruck. Eine dunkelgrüne Fassade mit Bögen und Pflanzkübeln verziert wirkt in der tristen Nachbarschaft einladend. Wir sind viel zu früh für den Check-In, dürfen aber unser schweres Gepäck an der Rezeption abstellen und in der Lounge platz nehmen. Ein kurzer Blick in die Karte zeigt ein Café in der Nachbarschaft. Mit Kaffee wartet es sich einfach angenehmer. Außerdem besorgen wir uns in einer offenen Küche noch etwas Reis mit Gemüse zur Stärkung. Janas Kreislauf spielt nicht so gut mit.

Wir sind genau zur Richtigen Zeit zurück in der Hostellobby, eine Mitarbeiterin hat Geburtstag und wir trällern ordentlich mit. Zur Belohnung gibt es Sticky Reis mit Mango. Im Anschluss an die kleine Party dürfen wir unser Zimmer belegen. Es bleibt noch etwas Kraft zum Duschen, dann fallen wir müde ins Bett.

Nach einem dürftigen Frühstück am nächsten Morgen steigt die Freude auf Bangkok. Wir können über GoogleMaps die Bahnlinien in Bangkok erkennen, die BlueLine ist Fußläufig erreichbar und bringt uns unmittelbar ins Zentrum von Bangkok. Tickets buchen ist super einfach, klick auf die Zielhaltestelle, Anzahl der Tickets wählen, mit Bargeld bezahlen. Dafür erhält man dann eine entsprechende Chipmünze, die Zugang zur Bahn gewährt und am Ziel angekommen, auch den Ausgang freigibt. Nicht verlieren! 🙃 Wir steigen an der Station Sanam Chai aus. Für 300THB (7,70 Euro) p.P. dürfen wir den Tempel Wat Pho betreten.

Die Tempelanlage ist riesengroß und mit unzähligen grünen Pflanzeninseln versehen. Achja und natürlich Buddhastatuen. Wir schaffen es von Schatten zu Schatten durch die Anlage zu laufen. Aus irgendeinem Grund verpassen wir allerdings die Hauptattraktion des Tempels, den liegenden Buddha. Der liegt leider in einem eher unscheinbaren Nebengebäude. Wir sind trotzdem begeistert, und hungrig.

Vom Tempel geht es zum Fluss Chao Phraya der sich durch ganz Bangkok schlängelt. Das View Arun bietet, wie der Name vermuten lässt, einen fantastischen Blick auf Wat Arun, einem Tempel auf der anderen Flussseite. Es gibt ein leicht scharfes rotes Curry und, na klar, Phat Tai mit Tofu. Sehr lecker.

Da wir nicht weiter laufen wollen, schnappen wir uns nach dem Essen den erst besten Tuktuk-Fahrer und lassen uns zur Khaosan Road fahren.

Es ist noch viel zu früh, um diese sagenumwobene Straße richtig zu erleben. Trotzdem genießen wir den Spaziergang und die Möglichkeit alles genau zu betrachten. Durch eine unscheinbare Walking Street kommen wir auf die viel belebtere Ram Buttri im Schatten der Bäume haben hier unzählige Bars, Restaurants und Shops bereits geöffnet. Wir lassen uns etwas treiben und bleiben dann in einer Bar hängen bis die Dämmerung einbricht. Es wird endlich Zeit für die Khaosan Road. Wir haben noch zwei Ziele, Fußmassage und Umhängetaschen. Die Straße ist mittlerweile zum Leben erwacht. Es reihen sich Streetfood-Stände, an Barhocker, an Verkaufslädchen. Ein buntes Treiben. Für 180BHT (4,50 Euro) p.P. lassen wir uns eine halbe Stunde die Füße massieren. Das tut richtig gut und ist das Geld Wert. Im Anschluss besorgen wir uns unsere Taschen und entscheiden uns dann zur Bahnstation zu laufen.

Jetzt wo die Sonne untergegangen ist, lässt es sich viel besser aushalten. Das Straßenbild ist jetzt geprägt von in Neonfarben beleuchteten Tuktuks. Die knattern kreuz und quer durch die Gegend. Die Tempel sind wunderschön beleuchtet und stechen bei Nacht noch stärker aus dem Stadtbild hervor. Gegen Mitternacht fallen wir müde ins Bett.

Kein Wunder, dass wir das Frühstück gekonnt verschlafen. Wir haben aber vorgesorgt und können, als wir gegen 11:00Uhr den Frühstücksraum betreten, Joghurt und Müsli genießen. Christian leidet etwas an Kopfschmerzen deswegen gehen wir noch einmal aufs Zimmer und warten ab bis die Schmerztabletten wirken. Wir starten erst gegen Nachmittag Richtung China Town. Die BlueLine bringt uns wieder in die direkte Nähe, sodass wir beim Verlassen der Bahnstation bereits mitten in einem FoodCourt stehen. Durch die Menschenmassen schlängeln sich Mofafahrer, um ihre Lieferungen von A nach B zu transportieren.

Wir lassen uns von der Menge in eine Richtung treiben und hoffen auf die Schwarmintelligenz. Kurze Zeit später stehen wir auf einer sechsspurigen Hauptstraße. Hohe Gebäude zu beiden Seiten, geschmückt mit Neon Reklametafeln, Autos, Busse und Roller drängen sich durch die Szenerie. Eine Spur ist nicht befahrbar, Streetfoodstand an Streetfoodstand reihen sich über einige 100 Meter auf der Straße, unzählige Menschen drängen sich davor. Wir haben zwar Hunger, tun uns aber schwer, uns für einen Stand zu entscheiden, so vielfältig ist das Angebot. So irren wir eine Weile überfordert durch die Gegend bis wir uns zumindest für etwas frittiertes Grün entscheiden können. Da wir einen Großteil des Tages verschlafen haben, müssen wir feststellen, dass die Buden so langsam aufräumen und dicht machen.

Gut, dass Roman und Tho vor kurzem in Bangkok waren und uns eine ganze Liste mit Tips zur Verfügung gestellt haben. Wir schnappen uns ein Tuktuk und lassen uns in die Nähe des Khiang an der Riverside fahren. Ein nettes Lokal mit gutem Essen, auch für Vegetarier. Auf dem letzten Stück Fußweg weckt ein „abgefahrener“ Reisebus unser Interesse. Wir haben uns zwar schon Gedanken gemacht „wo“ es als nächstes hingehen soll, allerdings kennen wir das „wie“ noch nicht. Fragen schadet ja nicht und so haben wir eine halbe Stunde später Tickets für eine Busreise nach Kho Lanta in der Tasche. Bzw. wir haben einen Voucher, die Tickets kriegen wir, wenn wir alles richtig verstanden haben, vom Busfahrer bei Vorlage des Gutscheins. Abwarten 🤭. Jetzt Essen wir erst einmal gutes Phat Thai, Reis mit Gemüse und Tofu. Zurück geht es an der Khaosan vorbei zur Bahnstation und dann nach Hause.

Das Frühstück verschlafen wir wieder, dafür gibt es das restliche Müsli und wir finden leckere Muffins im Frühstücksraum. Für den letzten Tag in dieser Woche haben wir uns den Chatuchak Wochenendmarkt rausgesucht. Wir buchen uns über Grab ein Taxi, das uns bis zum Markt fährt. Dort angekommen sind wir erst einmal überwältigt. Wir stehen vor dem größten Freiluftmarkt der Welt 👐. Die Stände befinden sich zum Glück gut verschattet unter Dächern, Tüchern und Schirmen. So können wir eine ganze Weile durch die endlosen Gänge irren, ohne großartig der Sonne ausgesetzt zu sein. Die Luft ist trotzdem heiß und stickig, sodass wir regelmäßig Pausen an den Cafés machen. Wir haben von Tieren gehört die hier verkauft werden sollen, Katzen, Hunde, Reptilien und Exoten zum Glück können wir das nicht bestätigen. Dafür finden wir zwei Hemden und ein Kleid für die Zeit am Strand.

Wir verbringen den ganzen Tag in den Gängen des Marktes und wechseln gegen Abend in die angrenzende Mall. Hier, im klimatisierten Bereich finden wir dann auch ein Hundecafé, ein Welpenshop, Flughörnchengeschäft und eine Reptilienhandlung, die auf kleinem Raum etwa 200 Echsen und Schlangen anbietet.

Auf der ersten Etage finden wir eine riesige Spielfigurensammlung mit den Charakteren aus den unterschiedlichsten Animes, Comics und Blockbustern. Beeindruckend. Wir haben mal wieder Hunger (Die Hitze vordert Brennstoff) und verlassen die Mall. Vor dieser befindet sich wieder ein FoodCourt mit unzähligen Ständen. Es gibt frittierte Pilze, frittierten Mais, Nudeln mit Ei und Reis. Zum Nachtisch eine Crepésähnliche Nachspeise mit Foi Thong, Oreo und Schoki.

Damit sind wir satt und zufrieden. Die Dämmerung setzt ein und wir besuchen den angrenzenden Chatuchak-Park für einen Spaziergang. Palmen, Teiche, exotische Singvögel und Jogger, prägen hier das Bild. Zeit für den Heimweg.


Stroll on,
Christian & Jana

2 Antworten zu „Reisewoche #10”.

  1. Avatar von Mhaty

    Ich hoffe die Flugtiere und Welpen sind nicht zum Essen gedacht?!

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    1. Avatar von cjstrollaway

      wahrscheinlich nicht in erster Linie 😀

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