Reisewoche #11

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18.03. – 24.03.2024

„Lerne von der Geschwindigkeit der Natur, ihr Geheimnis ist Geduld.“

Ralph Waldo Emerson

„One Night in Bangkok and the worlds your oyster…. “ Viel Spaß mit dem Ohrwurm und gern geschehen 😋. In Bangkok gibt es viel zu entdecken und zu erleben, da reicht weder eine Nacht, noch fünf. Für den vorletzten Tag in Bangkok haben wir uns noch zwei Tempel vorgenommen. Wat Suthat Thepwararam und Wat Ratchanatdaram, sowie den Golden Mount (Wat Saket).

Ein Wat bezeichnet einen mit einer Mauer umrahmten Gebäudekomplex mit religiösem Hintergrund. Jeder Tempel hier sticht wie eine Perle aus dem vernebelten grau der Stadt. Als wir in Wat Suthat ankommen findet gerade eine Zeremonie statt, wir vermuten, dass es eine Puja ist. Hier gibt es verschiedene Aussagen. Eine Puja gehört zum buddhistischen Alltag und ist mit einer Andacht im Christentum vergleichbar. Kann aber auch als 1-10 Tage Fest stattfinden. Es werden Verehrungen gesprochen, Tantren aufgesagt und meditiert. In dieser Zeit ist es sehr still in einem Tempel, nur die rhythmische Stimme des Meisters ist zuhören. Wir setzen uns hinter die Mönche und lauschen. Wir sitzen im Schneidersitz, denn auf gar keinen Fall darf man die schmutzigen Füße einem Mönch oder einer buddhistischen Figur entgegen strecken. Ist auch unhöflich.

Nach einer Zeit schlendern wir weiter zu einer riesigen vergoldeten Buddha-Statue. Sie ist 5m hoch und mächtig beeindruckend. Fast noch beeindruckender sind die Wandmalereien, die an einigen Stellen leider schon abbröckeln. Viele kleine Bilder, die u.a. die Geschichte Buddhas erzählen.

Da wir heut nur gefrühstückt haben, zieht uns ein Hüngerchen weiter. Wir finden an einer Ecke ein typisches thailändisches Restaurant und siehe da: sie haben sogar einen vegetarischen Teil in der Speisekarte. Klasse. Wir bestellen Reis mit Ei und frittierte Pilze mit Reis und Gemüse. So unfassbar fettig. Mit dem Fett aus den frittierten Pilzen könnten wir direkt wieder eine Fritteuse füllen 🫣. Als Christian die Teller holt, möchte er sich etwas Chilli auf sein Gericht tun. Der Koch ruft „No, no. It is spicy enough.“ Er zögert kurz, dann vertraut er darauf und würzt nicht nach. Dementsprechend vorsichtig nehmen wir erstmal nur einen kleinen Bissen. Nichts. Wir vermischen ein wenig und probieren erneut. Nichts. Sogar eher nüchtern. Keine Ahnung was der Koch sich dachte, doch wir würzen nach.

So langsam geht die Sonne unter, zu dem Zeitpunkt wollten wir auf dem Golden Mount sein. Auf dem Weg dahin, können wir unser Ziel schon über den Dächern erkennen. Eine schöne riesige goldene… öhm… riesige goldene… Nope! Die typische goldene Glocke ist verdeckt von einem Baugerüst mit orangenem Netz. Wir wollen trotzdem hoch. Die Aussicht lohnt sich vermutlich.

Frisch gestärkt schlendern wir die 344 Stufen den Golden Mount hinauf. An der Seite ist ein mehrstufiger Brunnen angelegt, in dem wir Koikarpfen und Schildkröten entdecken. Die roten Stufen sind sehr flach und es fühlt sich an, als schreite man nach oben. Durch kleine Lautsprecher werden durchgehend Tantren gesprochen und es hängen überall kleine Glocken, die dem Wind einen harmonischen Klang geben. An den kleineren Glocken hängen Wünsche von Gästen der Tempelanlage. Dann enden die Stufen. Denkste. Wir sind erst am touristischen Restaurant angekommen. Eine schmale Treppe, die nur gebückt betreten werden kann führt uns nochmal 10 Stufen nach oben. Dann stehen wir vor der mumifizierten goldenen Glocke (Die Glocke hat im Buddhismus die Bedeutung des Elements Luft und wird genutzt um gute Geister zu rufen. Zudem symbolisiert sie die Leere und Weisheit) und einer atemberaubenden Aussicht über Bangkok in der Abenddämmerung 🙌.

Auf dem Rückweg laufen wir noch an Wat Ratchanatdaram vorbei, da dieser bis 21 Uhr geöffnet und wunderschön beleuchtet ist. Wir verweilen, bis wir höflich aus der Tempelanlage gebracht werden. Da wir morgen gegen 11 Uhr auschecken müssen, ist es uns ganz recht. Morgen gehts nach Koh Lanta.


Das Personal des Cher Hostels erlaubt uns, dass wir den ganzen Tag im „M“ verbringen. Der Aufenthaltsraum im Hostel. Praktisch für uns, da wir so nicht mit den schweren Backpacks durch die Hitze rennen müssen und gemütlich bei freiem Wasser unseren Reisebericht 10 fertig stellen können. Bereits vor ein paar Tagen haben wir Grab für uns entdeckt. Soooo bequem und einfach. Über diese App kann man Transporte, Essen etc. bestellen. Gegen Mittag probieren wir genau das und bestellen über Gra Mittagessen. Wie Lieferando, nur dass Du hier zu 99,9% genau sehen kannst, wo sich Dein Essen oder das Taxi gerade befindet. Wenn es in der App vor die Tür fährt, ist es wirklich da. Traum. Und es geht schnell. Wir sind total begeistert.

Gegen 16:30 Uhr kommt unser Grab-Taxi und fährt uns zur Abfahrstation unseres Busses nach Koh Lanta. Typisch Deutsch, sind wir 45 Min. zu früh dort. Nachdem die Aufsichtsdame skeptisch unseren Voucher betrachtet hat, dürfen wir unsere Backpacks zu dem vorhanden Haufen stellen. Mit uns warten bereits locker 10 weitere Personen. Unter ihnen Tabea und Rosalie, die auch nach Koh Lanta wollen. Wir kommen ins Schnacken und die Zeit vergeht im Flug. Dann fährt der Partybus vor. Riesig, blau und er leuchtet in allen Farben. Innen und außen. Unsere Backpacks und einige andere passen nicht in den Kofferraum und werden ins Businnere gestellt. Dann geht die wilde Fahrt los. Da der Bus sehr hoch liegt, schwankt es wie auf einem kleinen Schiff bei Seegang. Zweimal halten wir für Raucherpause und Klogang. Die Discokugel von Bus hat zwar nen Klo, aber: Das ist nen Dixi ohne Spülung mit nem Eimer Wasser daneben und ner kleinen Schüssel. Größere Geschäfte wurde gleich am Anfang strikt untersagt: „Only Pi Pi“ 🥴. Das Wasser des Toiletteneimers lief eine Weile quer durch den Bus.

Gegen 1:33 Uhr machen wir die letzte Pause vor dem Umstieg in den Van. Wir essen noch nen Roti mit Mais, Süßkartoffeln und Ei und quatschen noch ein bisschen mit den Mädels. Weiter geht die wilde Fahrt mit der neonfarbenden Lichtkugel. Straßenlaternen braucht kein Mensch bei so einem Bus. Nach 4h schlechtem Schlaf kommen wir in Surat Thani an. Der Busfahrer schaltet das Flutlicht ein und ruft „Out, out“. So schnappt sich jeder im Halbschlaf seine Backpacks. Unsanft landet alles auf einem Haufen. Dann erhält jeder einen Aufkleber auf die Brust, mit der Endstation. „Lanta“ steht bei uns. Nach und nach fahren immer wieder Vans vor. Der Wartebereich wird leerer und leerer. Circa eine Stunde später heißt es „Lanta“. Die Sonne ist mittlerweile aufgegangen und wir freuen uns aufs Weiterkommen. Als wir durch den südlichen Teil Thailands fahren, bekommen wir einen ersten Eindruck von der Schönheit der Natur.

Auch Eva hat sich zu unserer Truppe dazu gesellt. Noch schläft sie zusammengerollt auf einem der Sitze. Laut unserem „Tourguide“ sollten wir wie folgt nach Lanta kommen: Bus, Van, Fähre, Van. Daher sind wir verwundert, dass wir in Krabi wieder aussteigen sollen. Wieder sitzen wir rum. Eine nette Frau teilt uns mit, dass es in 20 Minuten weitergeht. Irgendwann kommt ein Mann und möchte unsere Hotelnamen wissen. Als wir ihm zeigen, wo wir fünf hinmüssen möchte er erneut von jedem von uns 100 Baht haben. Wir erklären, dass wir alles bereits bezahlt haben. Er erklärt, dass die Gesellschaft auf Lanta Yai nicht fährt. Wir beschließen, trotzdem nicht zu bezahlen und wenn, dann Vorort zu schauen wie wir weiterkommen.

Es kommt wieder ein Van. Wir sind gespannt, wo wir diesmal landen. Wir sacken noch vier weitere Reisende ein und fahren dann endlich Richtung Meer. Die Fahrt dauert. Juckt uns nicht. Wir unterhalten uns alle so gut, dass Zeit und Übermüdung keine Rolle spielen. Dann sind wir tatsächlich auf der Fähre und setzen nach Lanta über. Genial. Blaues Meer, Mangrovenbäume am Rand und knall grüne Inseln in der Ferne. Wir freuen uns, vor allem auf die saubere Luft, da vier von uns aus Bangkok kommen.

Lanta besteht aus zwei Inseln „Noi“ und „Yai“. Als wir auf Noi ankommen, vernebelt uns dichter Rauch die Sicht und es stinkt gewaltig. Das beklemmende Gefühl, sorgt für Stille im Van. Der Van kämpft sich durch den Rauch. Wir erkennen, dass einige Palmen und Büsche am Wegrand brennen und mehrere Menschen versuchen die Brände zu löschen. Selbst als wir über die Brücke nach Yai fahren, können wir nichts sehen. Erst im nächstgrößere Stadtbereich lichtet sich der Dunst etwas. Wir müssen aussteigen, weiter werden wir nicht gefahren. Egal, wir sind schon weiter als erwartet. Auf der richtigen Insel Koh Lanta.

Die Luft ist stickig und stinkt bestialisch nach Rauch. Wir halten uns die T-Shirts vor die Nase. Hitze und der beißende Geruch in der Nase sorgen für eine schnell Entscheidung. Wir fahren! Zu fünft sprechen wir TukTuks an, zeigen wo wir hinmüssen und verhandeln. 300 Baht ist das Angebot. Pro Person! Dreist. Wir lehnen ab. Verhandeln ist nicht drin. Auf Lanta gibt es auch Taxis. Große geräumige Pick Ups mit offenen Ladefläche, auf denen sich Sitzbänke befinden. 100 Baht p.P.. Nehmen wir. Wir wollen hier weg und schnell runter in den Süden. Nach einigen Metern verschwindet der Rauch komplett und wir werden wieder entspannter. Wir dürfen als erstes aussteigen. Herzlich verabschieden wir uns von allen und wünschen gegenseitig nur das Beste.


Wir checken im Lanta Riviera Resort ein. Hier haben wir ein Zimmer gebucht. Das Zimmer entpuppt sich aber als doppelstöckiges Bungalow. Wir haben eine Terrasse und ein großes, geräumiges Zimmer. Im Bad finden wir Dusche, Waschbecken, Klo inkl. Arschdusche nur kein Toilettenpapier. Ein Hinweisschild sagt: Kein Toilettenpapier in die Toilette. Es gibt nur einen Mülleimer. Aber sind wir ehrlich: Würdet Ihr Toilettenpapier vom großen Geschäft in den Mülleimer werfen? Wir lernen also mit Toilettendusche und Dusche zu arbeiten 😅. Wie auch bei den letzten Reisen über Nacht, gehen wir nach dem Frischmachen und Auspacken, schlafen.

Gegen Abend erwachen wir durch ein Knurren. Zum Glück nur unsere Mägen. Wir haben Hunger. Es gibt nur eine Straße auf dieser Seite der Insel. Hier tummelt sich das Leben. Lokale, Supermärkte, Massagen etc. Daher finden wir sehr schnell Essen. Nach einem fettig leckeren Veggieburger und Pad Thai mit Tofu schlendern wir zu einen 7Eleven, um noch Sunlotion und Wasser zu kaufen. Dann gehts zurück. Wir erkunden den Pool und die hauseigene Reggaebar Fin`s Stoned Bar. Da der Konsum von Canabis in Thailand seit 2022 vollständig freigegeben ist, wird hier an jeder Ecke gekifft. Es stehen an der Bar neun Einweggläser randvoll mit Gras. Wir halten uns an ein paar Softdrinks und entspannen uns. Wir lernen ein älteres Paar kennen, das auch seit Januar unterwegs ist. Für uns ist es ungewöhnlich, dass wir so viele Deutsche treffen. In Georgien, der Türkei etc. konnten wir kaum kommunizieren. Nicht mal in Englisch. Nach einem Spaziergang am Strand, fallen wir glücklich ins Bett.


Achso vorher setzen wir „Spike“ wieder vor die Tür. In Thailand und vermutlich manch anderen warmen Ländern, sollte man kein Essen im Zimmer stehen lassen. Sei es auch nur eine angefangene Oreopackung im Rucksack. Sie riechen alles und suchen danach. Sie, sind Kakerlaken (Küchenschaben). Da die Bungalows in der Regel nicht vollständig geschlossen sind, kommen sie überall rein. Nachdem Spike nach einer wilden Verfolgungsjagd zweimal aus dem Zimmer geworfen wurde und wir alles weggeräumt haben, haben wir ihn auch nicht mehr gesehen.

Verdammt haben wir gut geschlafen. Um 8:30 Uhr treibt es Jana raus. Bahnen ziehen im Pool. Christian hat noch keine Badehose, daher kuschelt er noch im Bett und wir haben einen Plan für heute: Shoppen. Morgens bis 11 Uhr ist der Pool komplett leer. Nach einem leckeren Frühstück im LazyBird schnappen wir ein Taxi und lassen uns in einen Shoppingbereich fahren. Christian wird fündig. Da wir für jede Fahrt mit dem Taxi oder TukTuk 100 – 200 Baht zahlen, wollen wir definitiv ein Moped ausleihen. Am Hotel kosten 24 Stunden 250 Baht. Wir wollen vergleichen, denn bekanntlich ist es am Hotel teurer. In dem Fall nicht. Klar gibt es günstigere, die Klapperkisten bringen uns aber vermutlich keinen Berg hoch. Wir mieten später am Hotel. Vor Ort vereinbaren wir noch ein Friseurtermin für abends.

In der Nähe ist ein schöner Strand und wir beschließen daran langzuwandernd. Es ist soooo schön hier. Traumhafte Strände. Türkises Meer. Wir schaffen genau 50m, dann kapitulieren wir. Die Sonne ist gnadenlos. Kurz nen Cocktail in einer von hunderten Strandbars und wieder zurück zur Straße. Während wir in der Hitze schmelzen, halten wir die Hand raus für ein Taxi. Zum Glück nie ein Problem. Zurück im Resort, wollen wir ins Meer. In die Fluten springen und uns abkühlen. Denkste. Es ist Ebbe. Wir laufen, laufen und laufen. Maximal Knietief, mehr ist nicht. Zudem ist der Boden voller ehemaliger Riffe und Steine. Als wir eine Stelle finden, die sandig ist, legen wir uns hin. Das Wasser ist so warm, als hätte eben einer reingepullert 🤣.


Ein wenig enttäuscht chillen wir uns in die Liegen am Strand. Da das Resort noch einen Pool hat, beschließen wir uns dort abzukühlen. Als Christian seine Schuhe nehmen möchte, sitzt darauf eine Gottesanbeterin. So schön, wir können uns kaum satt sehen. Nachdem wir sie in einen Baum gesetzt haben, springen wir endlich in den warmen Pool. Abkühlen ist hier echt schwer.

Eva meldet sich bei uns, dass sie zu viel Geld abgeholt hat und ob wir ihr was abnehmen würden. Ja klar, dadurch sparen wir die Abhebegebühr. Also verabreden wir uns zum Essen mit ihr. Frisch geschoren gibt es leckeres Essen und gute, wohltuende Gespräche mit Eva. Wir verstehen uns so gut, dass wir nicht bemerken, dass wir die letzten Gäste sind. Vor dem Restaurant tauschen wir Geld, bekommen von ihr einen der besten Poetryslams überhaupt und verabschieden uns herzlich. Mal ehrlich, da stehen wir in Thailand auf einer Insel, auf der einzigen Hauptstraße und bekommen einen Poetryslam dargeboten. Das Leben kann echt verrückt sein. Wir hoffen alle, dass sich unsere Wege erneut kreuzen. Mit Moped, warmer Luft im Gesicht, fahren wir lächelnd zu unserem Zeitzuhause zurück.


Diese Nacht war etwas anstrengend. Zwei Balkone weiter haben ein paar Mädels Party bis morgens um fünf gemacht. Wir hätten auch mitgefeiert, allerdings waren es Französinnen, die wenig englisch sprechen. Trotz aller Aufforderungen von anderen Reisenden, blieb es laut. Egal, wir wollen heute in den Dschungel und vorher ins Meer, denn aktuell ist bis 11 Uhr Flut. Flut und Ebbe verschieben sich zeitlich ein wenig. Das Wasser zieht sich hier 2,23 m zurück. Nach einem – diesmal kühlen – Schwimmen im Meer stärken wir uns mit einem ausgewogenem Frühstück und starten Richtung Süden. Um zum Khlong Chak Wasserfall zu gelangen fahren wir am südlichen Zipfel von Lanta ins Landesinnere. Nachdem wir direkt an der Westküste entlang gefahren sind, erreichen wir das saftige Grün des Dschungels. Flach ist die Insel nicht. Teilweise haben wir Steigungen von 24 %. Unsere Honda Click schafft das locker. Am Ende der Straße gibt es einen kleinen Parkplatz. Hier müssen wir auch Eintritt zahlen. 200 Baht p.P. zzgl. 40 Baht Parkgebühren. Dann macht sich eine Frau fertig, um mit uns zu gehen. Wir fragen nach, ob wir dafür soeben bezahlt haben und ob wir auch allein gehen können? Mit Übersetzerapp, Händen und Füßen, verständigen wir uns. Zusammen kommen wir nicht. Letztendlich verstehen sie, dass wir allein gehen wollen, bezahlen müssen wir dennoch. Dafür bekommen wir einen Wanderstock. Einen Ast.

Nach einigen hundert Metern kommen wir an ein großes offizielles Schild, auf dem steht Nationalpark Koh Lanta inkl. der gleichen Eintrittspreise. Wir haben demnach Eintritt für den Nationalpark bezahlt. Das ist super. Und plötzlich stehen wir mitten im Dschungel. So viele Pflanzen, die wir so nur aus Gartencentern in Blumentöpfen kennen, erstrecken sich hier meilenweit und in riesig. Im Fluss finden wir Flusskrabben und kleine Fische. Es gibt Echsen in verschiedenen Größen und Farben. Dann fliegt sogar eine an uns vorbei bzw. gleitet. Es ist ein Draco Maculatus, ein kleiner „fliegender Drache“. Beide laufen wir euphorisiert weiter. Immer wieder tummeln sich Schmetterlinge um uns rum und nie ist es die gleiche Art. Irgendwann haben wir aufgehört zu zählen.


Wir folgen dem schmalen wurzeldurchzogenen Pfad, als es auf einmal um uns rum in den Bäumen und Büschen raschelt. Wir bleiben stehen und lauschen. Jana durchfliegt im Kopf ihr Wissen über diese Insel und ob eine Gefahr von Wildtieren ausgeht. Dann landet auch schon der erste Affe über uns im Baum. Es sind Javaneraffen, die uns neugierig beobachten. Jana hatte solche Begegnungen bereits, doch Christian noch nicht. Nicht in freier Wildbahn. Er ist so begeistert, von der Szenerie und grienst über beide Ohren. Es gesellen sich immer mehr Affen zu uns. In der Ferne im Gebüsch raschelt es noch intensiver. Wir beschließen die faszinierende Situation aufzulösen.

Der Weg in den Dschungel
Eine Affenbande

Die Temperatur im Dschungel, vor allem im Schatten, ist absolut aushaltbar. So macht es auch nichts, dass wir einige Meter hoch wandern. Das Klima sorgt lediglich dafür, dass wir völlig durchnässt sind. Nach circa einer Stunde finden wir zum Wasserfall. Das (nicht) unangetastete Biotop ist wirklich schön anzusehen. Wir verweilen und knacken unsere Banane. Als wir beobachten, dass ein paar Besucher inkl. einheimischen Guide einen anderen Weg über dem Wasserfall nutzen, werden wir neugierig. Natürlich, geht ja bergauf. Es ist ein Fuß breiter, steiler Wanderweg vorhanden. An einer schwierigen Stelle, ist sogar ein Halteseil befestigt. Dann sind wir oberhalb des Wasserfalls und folgen dem Flusslauf weiter nach oben. Wir kommen an Sinklöchern vorbei. An einem hat Christian einen Handgroßen Flusskrebs gesehen. Der Weg über die Steine ist zwar leicht, aber lang. Da wir den Roller gegen 17 Uhr abgeben wollen, drehen wir um. Unten am Wasserfall, sagt jemand: „Da sind die Abenteurer.

Zurück wählen wir einen anderen Weg, da dieser an einer Höhle vorbeiführt, in der es Fledermäuse gibt. Beeindruckend, wie Felsen und Bäume hier koexistieren. Auch Fledermäuse bekommen wir zu Gesicht.

Auf dem Rückweg halten wir im Phu Pha View Restaurant an (Empfehlung von RoTho). Beim Essen genießen wir den perfekten Blick auf die Kantiang Bay und den Bamboo Beach. Genau jetzt haben wir das Gefühl Urlaub vom Reisen zu machen. Nach einer Poolsession – in der Adamensee im Indischen Ozean ist gerade Ebbe – genießen wir im Fin`s Stoned den Sonnenuntergang. Kein Sonnenuntergang ist wie der andere. Der Tage neigt sich dem Ende.


Heute haben wie nichts vor. Ganz recht, wir streiken. Ok, so schlimm ist es nicht, doch heute nehmen wir uns nichts vor, außer schwimmen, chillen und essen. Ja ok, wir gönnen uns noch eine einstündige Thaimassage. Christian nimmt die normale und Jana die softe. Sie schwört aber, dass sie die normale hatte. Das ist echt der Hammer. Die Frauen steigen komplett auf den Körper. Drücken mit den Füßen in die Tiefenmuskulatur. Dann packen sie die Beine und Hüfte und biegen alles in verschiedene Richtungen. Der ganze Körper der Masseure kommt zum Einsatz. Es tut so gut. Genau zum Sonnenuntergang sind wir fertig. Dass der Sonnenuntergang heute wieder besonders schön war, könnten wir ja noch erwähnen 😋.

Heute ist Sonntag, unser obligatorischer Arbeitstag. An diesen Tagen arbeiten wir am Blog, Büchern oder Programmiersprache. Vorher gehen wir wie jeden Morgen im Meer schwimmen. Jana hatte die letzten zwei Male schon das Gefühl von Nesseln auf der Haut gespürt. Heute spüren wir es beide und stärker als die Tage davor. Hat einer von Euch schonmal Kontakt mit einer Qualle gehabt oder sich an einer Brennesel gerieben? So fühlt es sich an. Beim Schwimmen piekst und sticht es an Armen und Beinen. Wir schlagen nach: Es handelt sich um Nessel Plankto. Das sind Miniquallen mit Mini-Tentakeln. Bei Berührung platzen sie und winzig kleine Pfeile stoßen in die obere Hautschicht. Sie sind im Wasser kaum bis gar nicht zu sehen. Typisch für den Golf von Thailand und der Andaman See. In der Regel nicht gefährlich, es sei denn jemand reagiert allergisch darauf. Wir reagieren glücklicherweise nicht. Lediglich ein paar kleine rote Punkte.


Stroll on
Christian & Jana



3 Antworten zu „Reisewoche #11”.

  1. Avatar von Bernd-Udo
    Bernd-Udo

    Hallo, ich habe gerade Euren Thailandbericht gelesen. Durch einen absoluten Zufall war ich auch einmal nicht eine sondern zwei Nächte in Bangkok und auch auf der Khaosan Road unterwegs. Ich fliege am 20.05. zurück nach Deutschland und möchte Euch fragen ob Ihr es, bevor ich weg bin nach Sri-Lanka schafft? Falls ja und noch genügend Zeit ist, könnte ich Euch etliche historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten nennen oder auch hinführen. Wir könnten mit Zug, Bus oder gemietetem Auto fahren weil ich einen Srilankanischen Führerschein habe.

    Bis dahin alles Gute für Eure Reise

    Bernd-Udo.

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    1. Avatar von cjstrollaway

      Hallo Bernd-Udo,
      wie hat es dir denn auf der Khaosan gefallen?
      Wir werden es so schnell nicht nach Sri-Lanka schaffen. Aller Voraussicht nach werden wir in diese Richtung erst im neuen Jahr kommen. Soweit gehen unsere Pläne natürlich noch nicht. Wir freuen uns aber schon einige Tips von dir zu kriegen und den ein oder anderen Ausflug zu machen.
      Falls wir bis dahin nichts mehr von einander hören wünschen wir einen guten Aufenthalt in Deutschland 🙂
      Viele Grüße

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      1. Avatar von Bernd-Udo
        Bernd-Udo

        Da könnten wir uns höchstwahrscheinlich persönlich treffen und kennen lernen, weil ich Mitte November 2024 wieder für ca. sechs Monate in Sri-Lanka sein werde. Da ich ja Eure Reiseberichte aufmerksam verfolge, bin ich ja stets informiert wo Ihr gerade seid.
        Gruß von der traumhaft schönen Perle im indischen Ozean Bernd-Udo.

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