01.04. – 07.04.2024
„Gar nichts tun, das ist die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.“
Oscar Wilde
Audio zum Reisebericht #13
Reisen ist anders als Urlaub. Das wussten wir bereits vorher, in dieser Woche gelangt dieses Wissen in unser Bewusstsein. Und wir genießen und realisieren die Vor- und Nachteile des Reisens. Zunächst genießen wir die letzten beiden Tage auf Koh Lanta, denn in zwei Tagen ziehen wir weiter nach Koh Samui.
Lanta Yai haben wir uns schon fast komplett angesehen. Es fehlen noch der Norden und die andere Seite des südlichen Nationalparks. Hier befindet sich der Pirate Beach. Zu erst rollen wir mit dem Scooter Richtung Norden. In der Nähe des Khlong Dao Beach gibt es eine größere Ortschaft mit einem Bazar. Christians Birkenstock-Imitat-Sandalen sind nun gänzlich hinüber. Wir wollen nach neuen Schuhen schauen. Alle Orthopäden bitte den nächsten Satz überspringen! Wer schonmal Schuhe 10 Jahre lang getragen hat, weiß wie perfekt sie sitzen. 😋
Nachdem Christian gefühlte zwanzig Paare ausprobiert hat, finden wir Schuhe in seiner Größe. Jahah in seiner Größe! Und dass, obwohl in Thailand die Schuhgrößen normalerweise bei 44 aufhören. Getreu dem Motto „die behalte ich gleich an“, lassen wir die abgetragenen direkt beim Händler. Hergestellt in Thailand fühlt sich in Thailand super an. 😁
Vorbei an der eher unspektakulären Brücke, die Yai und Noi miteinander verbindet fahren wir entlang der Mangrovenwälder. Der neue Scooter, wieder eine Honda Click, hat schon einige Kilometer gesehen. Das spüren wir bei jedem Schlagloch. So werden die 22km ans anderen Ende der Insel zu einer Herausforderung für unser Knorpelgewebe. Wir fahren an allen Sehenswürdigkeiten vorbei, die wir bereits gesehen haben. Mangroven, Oldtown und der Oldtown-Pier. Wir benötigen nicht einmal ein Navi, so gut kennen wir die Insel bereits. Ja ok, es gibt hier auch nur eine Straße und unser Ziel liegt direkt am Ende dieser.
Die Straße endet in einem Grundstück, wo sich u. a. ein Restaurant befindet. Zu unserer Überraschung auch ein kleiner Pfad in den Dschungel, in dem sich ein 1000 Jahre alter Baum befindet. Ein Schild weist uns den Weg und erklärt, dass wir gern eine kleine Spende für „Education (Ausbildung)“ geben dürfen. Für Ausbildung lassen wir gern etwas da. Schilder wie: „Protect the World`s environment“ und „Now, you are going to the rainforest“, zeigen wo es lang geht. Doch auch ohne, hätten wir es gefühlt und gesehen. Die Blätter der Pflanzen werden menschengroß, die Natur wird lauter und überall bewegt sich etwas. Zudem fangen wir umgehend an, aus allen Poren unserer Körper zu triefen. Wir fühlen, sehen und riechen den Dschungel. Ein Weg aus Steinen und Wurzelwerk führt uns direkt zu unserem Ziel.
Gigantisch! Wie riesig allein die Wurzeln dieses 1000 Jahre alten Baumes sind. Wir können uns kaum satt sehen. Die Baumkrone können wir erst recht nicht sehen. In den Kronen bewegen sich zudem wieder ein paar scheue Affen. Diesmal eine schwarze Art mit weißem Gesicht. Es sind Brillenlanguren bzw. Dusky-Leaf Monkeys. Eines hat ein Baby dabei. Die Babys sind knall Orange. Was uns an diesem Ort ärgert sind einzig wieder die Menschen, die die Natur nicht respektieren. In dem 1000 Jahre alten Baum, der noch lebendig ist, sind Initialen eingeritzt. Wir folgen den Weg noch ein wenig, kommen aber nicht weit. An einem Bach ist er zu ende. So schlendern wir zurück.
Wir schwingen uns auf den Scooter, die Tankanzeige zeigt: Fast Leer. So war das nicht vereinbart. Gut das wir nur ein paar Hügel hinter uns lassen müssen und zwischendurch rollen lassen können. Der Pirate Beach ist ganz schön, allerdings nicht so spektakulär wie erwartet. Vielleicht sind wir auch schon Strand gesättigt. Wir wissen es nicht. Im Schatten der Bäume genießen wir die Wellen und die Aussicht. Wie an allen Stränden hier, ist der Sand angereichert mit Korallenbruch. Wir entdecken drei verschiedenen weiße Korallenskelette. Mit sternförmigen Löchern, langgezogenen Riffeln und punktförmigen Ausläufern. Natürlich zerbrechen wir auch eines, um zu sehen, wie es im Inneren ausschaut. Seht selbst:



Bei einer Pause an einem View-Point genießen wir den Blick auf die Insel Koh Lek und gönnen uns einen leckeren Watermelonshake. Christian gelüstet es nach richtigem Kuchen. Den hatten wir schon lange nicht mehr. Kurz recherchiert finden wir ein unscheinbares Café in der Mitte der Insel. Es soll Karottenkuchen, Cheesecakes und Brownies geben. Was soll es, man gönnt sich ja sonst nichts. Naja oder doch. Seit dem wir in Thailand sind, geht unser hart angespartes Geld nur so flöten. Wir können gar nicht so schnell mitschreiben, wie wir ausgeben. Wir hatten zwar gelesen, dass Thailand teurer geworden ist, aber so krass? Theoretisch ist es nach genauer Überlegung doch einfach erklärt: Wir leben hier intensiver! Alles ist recht günstig und so achtet man nicht so genau aufs Geld und dazu gönnen wir uns. Hier Essen gehen, da nen Shake, hier ne Massage, ein guter Roller und so kommt einiges zusammen. Dazu die Atmosphäre, die immer wieder zum Hinsetzen einlädt. Ein Phänomen, von dem wir durch andere Reisende bereits gehört haben.
Den Kuchen genehmigen wir uns trotzdem (Seht ihr, es ist wieder passiert!) Nachdem wir die Einfahrt einmal verpasst haben, finden wir die unscheinbare Straße zum Café. Das Café ist ein Garten mit kleinem Wohnhaus und Gartenhütte, die im Gegensatz zum Wohnhaus wesentlich größer ist. Wir werden herzlich begrüßt. Da im Gartenhäuschen gekifft wird und weil der Garten schön ist, bleiben wir draußen sitzen. Wir bekommen eine Kanne Tee zur Begrüßung und die, die wir bestellt haben, leckeren Frappo Latte und das Highlight: Karottenkuchen und Lemon-Cheesecake 🤤 Findet ihr nicht auch, dass das Wort „Lecker“ schon im Namen steht? Begleitet durch 1969er Woodstock-Musik genießen wir jeden Bissen.






Der Weg hat sich gelohnt. Die Kuchen sind so „Oma backt“ mäßig. Yammi. Neben der gratis Kanne Tee, bekommen wir auch eine Schale mit Cashew-Nüssen. Der Besitzer sagt, selbst gepflückt, getrocknet und geröstet. Von seinem eigenen Baum. Er gibt uns eine geschlossene Cashew-Nuss und zeigt über uns den Cashew-Baum. Wow. Dann geht er rein. Wie immer beginnen wir die Nuss zu inspizieren und auseinander zu nehmen. Aus der harten Nussschale tritt eine ölige Flüssigkeit aus. Wir zerreiben sie zwischen den Fingern und schnuppern daran. Zum Glück hat keiner von uns beiden, daran geleckt. Obwohl Jana schon darüber nachgedacht hatte. Als plötzlich der Besitzer rauskommt: „No, No, poison!“. Wir sollen sofort rein und uns die Hände waschen. Wir gehorchen. Zum Glück hat er uns gesehen. Als wir später nachschlagen finden wir heraus, dass es auf den Farmen bei den Arbeitern regelmäßig zu Verätzungen kommt.


Die Gastfreundschaft der thailändischen Bevölkerung hatten wir bereits erwähnt. Meistens leben sie, wo sie arbeiten. So darf Jana in die private Unterkunft zur Toilette gehen. Ein einfaches Holzhaus, mit einem Schlafzimmer und Bad. Das Bett ist eine Matratze auf dem Fußboden. Nach dem entspannten Kuchen im Garten, haben wir genug von der Sonne und fahren zurück. Nach einer Abkühlung im Zimmer, gehen wir am Strand, begleitet von einem schönen Sonnenuntergang, essen.

Den letzten Tag auf Lanta verbringen wir äußert unspektakulär mit Wellenbad im Ozean und einem leckeren letzten Abendessen im Lieblingsrestaurant. Die Bedienung vergisst zwar regelmäßig, dass wir fast jeden Tag da waren, hat uns dennoch mit einem kleinen Geschenk zum Abschied überrascht.
Abreisetag. Vierzehn Tage waren wir in dem Resort auf Koh Lanta und für uns war es ausreichend Zeit hier. Die Insel ist sehr schön und ruhig. Wir haben alles gesehen und Lust auf was Neues. Unsere Fahrt haben wir über 12GoAsia gebucht inkl. Hoteltransfer. Schon beim Buchen ist vermerkt, dass die Abholung von 30 Minuten vorher bis eine Stunde später passieren kann. Wir sind vorbereitet und Punkt 7 Uhr morgens stehen wir an der Rezeption. 7:40 Uhr kommt unser Van. Ein Luxus-Van. Breite bequeme Sitze, alles neu und modern. Was ein Glück. Wir holen noch 3 weiteren Mitreisende von Hotels ab, dann geht es Richtung Brücke. Ja oder auch nicht. Wir haben Lanta Yai noch nicht mal verlassen, da müssen wir wieder aussteigen. Vor uns steht ein klappriger alter Bus. Schmale, enge Sitze ohne Federung. Und natürlich fährt dieser uns dann durchs ganze Land auf die andere Seite. 😂 Was soll’s, bisher hat alles super geklappt. Wir haben auch wieder schicke Aufkleber bekommen. Wird schon.
Ausreichend Pause gibt es alle Male. Entweder, weil der Fahrer seine Kinder an einer Bushaltestelle absetzt oder bei einer Mopedwerkstatt was zu klären hat. Aber auch, für Pinkel- und Snackpausen. Wir gönnen uns Eis. Auf unserer Reise durch Thailand haben wir schon oft gesehen, dass überall große oder kleine Kunst-Figuren aus Metallschrott stehen. Von Alien bis Batman ist alles dabei. Einer der Rastplätze treibt es an die Spitze. Wir sehen locker 10 große Figuren.
Nach ca. 8,5 h kommen wir am Ambphoe Don Sak Pier und dem Golf von Thailand an. Wir sind gespannt wie es weitergeht. Obwohl wir bisher keine schlechten Erfahrungen mit Inlandsreisen gemacht haben, sind wir immer noch skeptisch. Eine Frau steigt in den Bus und überreicht uns Tickets für die Fähre und den Hoteltransfer auf Koh Samui. Dann ist sie wieder weg. Alles klar, ab zur Fähre. Sie fährt sofort und wir kommen direkt mit. Alles nach Plan.
Wir gehen direkt ans Deck und suchen uns eine Bank. Dann stechen wir ins türkisfarbene Meer. Lassen die grünen Hügel des Festlands hinter uns. Wir stärken uns mit Muffins und Cola Zero, da wir heute nicht viel gegessen haben. Ok, nicht die beste Nahrung, doch die Drachenfrucht gab es schon zum Frühstück an der Tanke. Bei Christian bahnt sich eine Migräne an, daher schläft er fast die gesamte Überfahrt. Nach ca. einer Stunde: Land in Sicht. In der Ferne sehen wir Koh Samui. Wie im Flugzeug, springen alle auf und packen zusammen, nur um dann 30 Min im Flur rumzustehen. Wir bleiben erstmal sitzen und beobachten den Anlegevorgang. Wenn die Auffahrrampe abgelassen wird, neigt sich die Fähre ordentlich. Dann gibt es Bewegung und wir verlassen das Schiff.



Am Hafen stehen etlichen Taxis, Rikscha`s und Vans. Wir strecken unsere Tickets nach vorn und halten sie allen ins Gesicht. Nö, uns will keiner mitnehmen. Die Sonne brennt erbarmungslos. Endlich finden wir einen Mann, der uns sagt, dass wir warten sollen. Der Van ist auf dem Weg. Wir warten. Mitten in der Sonne. Zum Glück nur etwa 8 Minuten, dann kommt tatsächlich ein Van. Dieser fährt uns auf die andere Seite der Insel und lässt uns fast vor der Tür raus. Wir haben zu spät Stop gerufen. Für uns passt es. Doch die paar Meter zur Unterkunft geben Christian den Rest. Als würde jemand mit dem Vorschlaghammer auf den Kopf schlagen. Tanya, die Apartment-Managerin, ist nicht vor Ort. Wir bekommen von Andrea, sie ist ebenfalls zu Gast hier, das W-Lan Passwort und schreiben Tanya an. Nach zwei Minuten kommt sie mit dem Roller angeheizt. Wie Speedy auf Koks, übergibt sie uns im Zeitraffer die Wohnung. Dann ist sie wieder weg.
Gut für uns. Lange Gespräche wären heute nicht drin gewesen. Wir machen das Zimmer dunkel und ruhen. Heute erkunden wir nichts mehr. Abends geht Jana noch Abendessen und Frühstück für den nächsten Tag besorgen. Abendessen findet sie hier nicht so richtig und ist ein paar Minuten später froh darüber, dass sie kein warmes Essen dabei hat. Denn auf der kleinen Straße zum Apartment wird sie von drei Hunden begleiten oder verfolgt, je nachdem wie man es sehen möchte. Sie sind nicht aufdringlich und laufen bis zur Eingangstür mit. Der Eingangsbereich ist gleichzeitig Gemeinschaftsküche, in dem ein weiterer Gast am Laptop arbeitet. Jana tritt ein und sperrt die Hunde mit den Worten „Sorry Buddys“ aus. Der Gast darauf hin: „No Worrys.“ 😂 Sie erklärt und zeigt ihm die Hunde und verlegen erklärt er, dass die Hunde irgendwie zu den Apartments gehören. Essen organisieren wir heute über Grab. Abends geht es Christian etwas besser und wir genießen unser Essen in der Gemeinschaftsküche.
Ach ja, haben wir erwähnt, dass die Thai-Apartments direkt am Dschungel liegen? Wir schauen quasi auf eine Höhle und in den Wald. Das merken wir bereits bei Ankunft. Zikaden. Millionen. Trilliarden. So ein Lärm, unfassbar. Doch ganz im Monty Python Stil, sind sie schlagartig still, so bald die Sonne untergeht. Tja und werden schlagartig laut, sobald die Sonne aufgeht 😆. Uns juckt es nicht. Wir schlafen großartig.

Das einzige was uns fehlt: Unser Entdeckergeist. Keine Ahnung, wo wir ihn verloren haben oder ob überhaupt.
Der Unterschied von Urlaub und Reisen: Wir scheinen in den ersten Tagen auf Koh Samui zu verinnerlichen, was wir schon oft gehört oder gelesen haben. Im dreiwöchigen Jahresurlaub ist man gewillt viel zu sehen, zu erleben, dem Urlaub eine „Note“ zu geben. Hier ein paar Tage „entspannen“, da was erleben usw. Dann ist es vorbei und der Mensch kehrt zurück in seine Routine. Beim Reisen haben wir das nicht. Wir reisen, wir erleben und müssen uns frei von Zwängen machen. Uns erlauben auch nichts zu tun, wenn wir nicht wollen oder können. Die frohlockenden „ersten Eindrücke“ schwinden, da Strände, Ozeane, Natur und Kultur bereits gesehen und erlebt wurde. Auch wenn wir uns immer wieder neu begeistern können, fehlt ab und an der Schwung. Genau das ist es, was uns aktuell bewegt bzw. nicht bewegt. Wir sprechen darüber, was es ist und was wir brauchen. Der Grund für uns beide ist diesmal die Sonne! Es ist anstrengend heiß, wir verbrennen auch mit Sonnenschutz im Schatten und die Energie fehlt. Da, wo sich Urlauber „durchkämpfen“, machen wir eine Pause. So verbringen wir einen Tag am heimischen Pool und den zweiten komplett im Zimmer. Nur zum abendlichen Essen gehen wir raus. Und das ist gut so! Pausen sind wichtig. Mal ehrlich, wie oft wir in der Routine des Arbeitstages neben dem Sport auf der Couch versackt sind und einfach nur so rumgelegen haben.
Wir nehmen uns genau die Zeit. Kein Druck, was erleben zu müssen. Kein Druck, an so einem Ort kann man doch nicht auf dem Zimmer bleiben. Wir genießen es zu Pausieren und dem Leben, vor allem der Sonne da draußen, den blanken Klimaanlagen gekühlten Hintern rauszustecken 😝.
Gegen 17Uhr bekommen wir Hunger und haben keine Lust zu kochen. Zudem brauchen wir noch einen Roller. Andrea fragt uns, ob wir zusammen essen gehen wollen. Klar warum nicht. Wir essen lecker uns quatschen. Unsere Hostess an diesem Abend ist gerade mal 124 cm groß und mag es gekrauelt zu werden und mit Servietten zu basteln. Nach dem Essen geht Andrea zurück und wir zu unserer Rollervermietung. Gestern hatten wir schon kurz mit ihr telefoniert und sie versprach uns, einen guten Preis zu machen. Sie hält ihr Versprechen. Wir zahlen nur 200 Baht pro Tag für einen Honda Click. Dieses Mal müssen wir allerdings einen Reisepass da lassen. Wir erklären ihr, dass wir den für die Visaverlängerung benötigen. Sie lässt sich darauf ein und wir lassen Janas Führerschein UND 3000 Baht bei ihr. Ein echt merkwürdiges Gefühl. Somit sind wir wieder mobil. Vrumm, Vrumm.
Schnell noch in einen Großmarkt, Frühstück und Abendessen für die nächsten Tage kaufen. Zu unserer Überraschung können wir selbst hier nicht mit Karte zahlen. Obwohl Thailand so lange schon touristisch ist, länger als Georgien und auch die Türkei, können wir hier fast ausschließlich in den Hotels oder im 7Eleven mit Karte bezahlen. Wir brauchen immer Bargeld. Zurück bei den Apartments ziehen wir uns für ein abendliches Schwimmen im Infinity-Pool um und spielen mit Andrea und Tobias bis in die Nacht Billard.


Neuer Tag, neuer Schwung. Die beiden Tage taten gut. Schon morgens sind wir voller Tatendrang. Wir haben uns ein paar Highlights rausgesucht und ziehen nach einem leckeren Frühstück los. Der erste Stopp ist Wat Kunaram. Hier wird ein mumifizierter Mönch ausgestellt, zur Erinnerung an die Lehren Buddhas. Zudem befindet sich auf dem Gelände eine Schule. Wir inspizieren den Ort und finden am Ende noch das I Love Elephant Samui Projekt. Ein netter Herr erklärt uns, wie es zu dem Projekt kam und dass die Elefanten auf Samui alle domestiziert sind. Es gibt keine wilden Elefanten hier. Die einzige Elefanten Tierärztin der Insel möchte die Elefanten, die neu geboren werden wild aufwachsen lassen, ohne Menschenkontakt, um die nachfolgenden Generationen auswildern zu können. Er gibt uns ein Geschenk aus Elefantenkacke und einen Flyer mit. Wir denken auf jeden Fall darüber nach uns das Projekt näher anzusehen.



Nun aber ab ins Landesinnere und bergauf. Nächster Halt ist einer von den unzähligen Wasserfällen auf der Insel. Wir entscheiden uns für den Khao Yai Wasserfall. Nach einem kurzen Stopp am View Point Mr. Mong laufen wir in den kühleren Dschungel. An dem Wasserfall war schon lange niemand mehr. Es wirkt verwildert und das ist gut so. Schön ist es hier. Ein lauter hoher Ton, der aus den anliegenden Plantagen zu kommen scheint stört, die Idylle etwas. Der Ton verfolgt uns auch weiterhin, bis nach oben zum Tarnim & Magic Garden.
Der Magic Garden besteht aus mehreren Steinfiguren und Häusern. Inmitten dessen befindet sich ein Bach. Auch wenn der Ort schnell zu durchlaufen ist, lohnt sich ein Besuch. Die Steine, die von großen Wurzelsträngen gehalten werden, der fließende Bach und die asiatischen Steinfiguren, lassen den Garten mystisch wirken.
Unser letztes Ziel für heute ist der Pra Buddha Dipankara. Eine Aussichtsplattform, auf einen der höchsten Punkte Samuis. Christian hat bereits gelesen, dass der Weg dahin abenteuerlich zu fahren ist. Empfohlen wird Quad oder ein 4×4 Jeep. Alle anderen sollten erfahrene Biker sein. Wir haben ja zum Glück einen. Die bisher aus Beton gegossene Straße wird schlagartig zu einer Cross-Piste. Sand, Geröll, tiefe Rinnen und hohe Hügel. Das erfordert Konzentration, Geschick, ein wenig Wahnsinn und eine Sozia, die alles mit Freude mitmacht. Ham wa und packen wa. Wir kommen heil oben an und Jana zieht ihren imaginären Hut vor Christians Fahrkünsten.
Der Ort ist am zerfallen und verlassen. Die Sehenswürdigkeiten wirken vor der beeindruckenden Aussicht majestätisch. Es gibt mehrere Statuen und einen Tempel mit einer großen goldenen Glocke. Im Tempel kann man auf jeder Etage die Geschichte Buddhas nachlesen. Auch auf englisch. Vermutlich würden hier mehr Menschen hochkommen, wenn der Weg nicht so schwierig wäre.



Für den Rückweg entscheiden wir uns den anderen Weg zu nehmen. Der könnte ja besser sein. 🤣 Zuerst sieht es auch so aus, doch dann. Bäm! Wir befinden uns auf der Rallye Dakar mit ner Honda Click. Sand und hohe Hügel. Wir hätten das ja gern für Euch aufgenommen, doch Christian arbeitet an seiner Karriere als Profi-Cross-Biker und Jana daran nicht lachend vom Scooter zu plumpsen.
Wir kommen heil unten an und feiern unseren Sieg über die schlechten Straßenverhältnisse mit zwei leckeren Shakes und einer Joghurt-Frucht-Bowl. Im Apartment angekommen heißt es wieder Pooling. Das ist schon echt Luxus.
In der Gemeinschaftsküche des Dreiappartement-Hauses wollen wir uns Reisnudeln mit Restpesto, Knoblauch von unseren ausgezogenen Nachbarn kochen. Doch irgendwer hat unser Öl entwendet. Wir leihen uns von Andreas und Tobias, sie leben im modernen Nebengebäude, welches. Da die Menge an Nudeln und die Menge des vorhandenen Pestos nicht stimmig sind, helfen wir mit Ketchup aus. 😅 Bitte nicht weitersagen, dass wir in Thailand sind und Reisnudeln mit Ketchup essen 🤫. Satt und glücklich gehts ins Bett.
Jana wacht verschnupft auf. Wir wissen noch nicht so richtig, wo das hinführt. Da heute Sonntag ist, haben wir heute eh unseren obligatorischen Arbeitstag. Reisebericht schreiben und uns klar werden, wie es weitergeht. Die Regenzeit beginnt. Regenzeit heißt hier, schwüle Hitze bis 39, gefühlt 49°C. Im Golf von Thailand halten sich die Temperaturen bei 31 – 34 Grad. Im Norden Thailands, Laos, Vietnam, Kambodia etc. sieht es in den nächsten Monaten genauso aus, 39 Grad und höher. Südlicher endet die Hitzewelle in den nächsten Wochen. Das wäre dann Malaysia und Indonesien. Wir werden wohl noch einige Tage darüber nachdenken und recherchieren.
Achja und wir haben unser Öl wieder gefunden. Die Nachbarn von unten, haben das Gemeinschafts-Öl aus der Gemeinschaftsküche mit ins Zimmer genommen. No Comment!
Vor dem Abendessen mit Andrea und Tobias gehen wir noch in das anliegende Beach Resort. Hier haben wir eine Tischtennisplatte gefunden. Die Platte ist frei und wir dürfen kostenlos daran spielen. Eine Stunde schenken wir uns nichts. Es ist erschöpfend, doch der Ehrgeiz treibt uns an. Endlich hat es sich gelohnt, dass wir unsere Schläger um die halbe Welt tragen.

Stroll on
Christian & Jana
















Hinterlasse einen Kommentar