08.04. – 14.04.2024
„In 20 Jahren wirst du enttäuschter sein über die Dinge die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen. Erfasse den Wind mit deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke.“
Mark Twain
Audio zur Reisewoche #14
Umzug, Bürokratie, Reiseplanung und ein Festival der Gefühle. Die Woche hat einiges zu bieten, aber fangen wir vorne an.
Zum Frühstück soll es heute etwas besonderes geben. Von unseren WG-Nachbarn haben wir von einer French Bakery erfahren. Croissants und Baguette? Das klingt nach einer großartigen Abwechslung. Es bleibt natürlich nicht dabei. Christian kommt mit einer großen Tüte feinster Backwaren zurück und präsentiert stolz seine Beute; Schokohörnchen, Croissant, Halbbaguette und Milchbrötchen. Frühstück für eine ganze Familie.
Während unserer Völlerei suchen wir neue Unterkünfte auf Ko Samui raus. Wir hätten den Aufenthalt in unserem Thaihouse gerne verlängert, Tanya hat uns mitgeteilt, dass sie leider völlig ausgebucht ist. Auch ok. Wir hatten heute sowieso vor, den Nordosten der Insel zu erkunden. So starten wir gegen Mittag in Richtung Bo Phut Beach zur Fisherman’s Village. Heute hat das natürlich nichts mehr mit Fischerei zu tun. Wir lassen uns die Zimmer des The Villagers zeigen und entscheiden uns für ein Zimmer im älteren Gebäude des Hotels im zweiten Obergeschoss. Der Preis ist deutlich günstiger als über Booking.com und wir ersparen es uns, die anderen drei Unterkünfte anzufahren. Wir buchen für sieben Nächte und bezahlen gleich vor Ort.
Wenn wir schon einmal hier sind gucken wir uns auch kurz die anliegende Walking Street an. Tagsüber quetschen sich vereinzelt Autos durch die enge Gasse. Neben einigen, etwas teureren, Restaurants werben unzählige Massage- und SPA-Salons um Kunden. Wir sind gespannt wie die Straße bei Nacht aussieht. Bevor es weitergeht gönnen wir uns an der Strandpromenade noch einen Eisbecher und einen Watermelonshake zu einem beinahe fast schon frechen Preis.


An unserem nächsten Ziel, dem Wat Phra Yai, stellen wir fest, dass Jana völlig unangemessen gekleidet ist. Wir haben zwar immer einen Schlauchschal dabei den Jana als Rock überziehen kann, aber dieses Mal verbietet ein schulterfreies Top das Betreten der Tempelanlage. Zum Glück finden wir einen Kleiderständer mit Tüchern und Röcken. Wir gehen davon aus, dass wir uns hier bedienen durften. Es hat uns jedenfalls niemand aufgehalten. Gut verschleiert beginnen wir die Tempelanlage zu erkunden. Auf einem etwa 15m hohen, künstlich angelegtem Berg thront Big Buddha. Mühsam steigen wir die gefühlt nicht enden wollenden Stufen zu ihm rauf. Belohnt werden wir mit einer fantastischen Aussicht über die Umgebung. Die Tempelanlage wirkt gepflegt, so strahlen uns die unterschiedlichen Farben und Verzierungen kräftig an.
Nach all den Tempeln können wir uns immer noch für die liebevoll gestalteten Details und die Architektur begeistern. Wir lassen uns einen Augenblick Zeit, um alles zu genießen bevor wir den Heimweg antreten. In der Nähe des Flughafens kommen wir an einem Gemüsehändler vorbei. Für unser Abendessen kaufen wir eine ganze Tüte voll Obst und Gemüse ein. Etwa 2 EUR zahlen wir. Das ist so günstig wie noch nie. Bevor wir Abends Nudeln mit Marktgemüse und Sojasoße zubereiten geht es noch einmal, na klar, in den Pool. Großartig.
Der letzte Tag auf dieser Seite der Insel bricht an; vom gestrigen Frühstück werden die Reste verzehrt. Dann geht es für uns zum Thong Krut Pier. Wir hoffen, dass wir hier Wassertaxis zu den anliegenden Inseln Ko Taen oder Ko Mat Sum finden. Kaum fahren wir mit unserem Roller vor, bekommen wir aus verschiedenen Richtungen gefragt ob wir ein Boot benötigen. Ja, aber erst einmal orientieren wir uns. Wenn wir etwas gelernt haben, dann dass wir;
a) einen Moment brauchen, bevor wir rationale Entscheidungen treffen können
b) das erste Angebot eigentlich nie das Beste ist.

So bestellen wir erst einmal einen Watermelonshake (Ja, Jana hat da so eine Art Sucht entwickelt), einen Eiskaffee und sondieren die Lage. Es brechen immer wieder Longtails zu den Inseln auf. Wir kommen mit einem Anbieter ins Gespräch und stellen schnell fest, dass er kein großes Interesse hat eine Taxifahrt anzubieten. Vielmehr verkauft er Touren zu den Inseln mit entsprechendem Programm. Letztlich macht er uns ein Abwehrangebot zu 1700Baht (etwa 42EUR). Nee danke. Uns kommt die Idee, von Fisherman’s Village aus ein Kajak zu leihen und zu einer der dort anliegenden Inseln zu rudern. Zufrieden mit der Entscheidung verlassen wir den Pier und fahren zum Wat Phra Chedi Laem So.
Es geht über die Abenteuerroute bestehend aus Schleichwegen, Schotter- und Sandpisten. Wir kommen an einem unglaublich schönen Strandabschnitt vorbei und halten an. Menschenleer offenbart das Meer hier bei Ebbe junge Mangroven und ihre interessant angeordneten Luftwurzeln. Muscheln, Schnecken, Sandwürmer und Krebse zeichnen tolle Strukturen und Formationen in den feuchten Sand. Als wir merken, dass die Sonne uns langsam aber sicher gart, ziehen wir weiter. Der Laem Sor Tempel ist eine kleine Pagode direkt am Meer. Uns faszinieren an dem Ort die Mönche, die an einem seichten Gewässer versuchen die Oberfläche von Laub und Plastikmüll zu befreien.


Ein Stückchen weiter kommen wir an eine Art begehbare Vitrine. Es ist ein hölzernes Schiff von etwa 6m länge ausgestellt. Mittig darauf sitzt eine weitere Möchsmumie! Oder doch nicht?! Bei genauerem hinsehen stellen wir fest, dass es sich um eine Wachsfigur handelt. Wir können leider nichts zu der Geschichte dieses Ortes herausfinden, wundern uns aber doch sehr. Anscheinend schleppen Pilgernde haufenweise Miniaturholzboote, hunderte, an diesen Ort und platzieren sie auf dem Schiff. So viele, dass im hinteren Bereich der Vitrine bereits ein große Halde angesammelt hat.
Auf dem Weg hierher und vom Pier aus konnten wir einen „Berg“ sehen auf dem auch ein Tempel stand. Wir wissen nicht wie, aber wir müssen irgendwie dran vorbei gefahren sein. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigt uns den Weg zum Wat Khao Chedi und wir ziehen los. Den Roller stellen wir an einem Parkplatz ab und laufen das letzte Stück zum Tempel mit einer deutschsprachigen Reisegruppe. Ihr Reiseführer, ein Thai der in Detmold gelebt hat, spricht fließend Deutsch. Er hat zwar nichts Gutes über die schöne Stadt aus unserer Nachbarschaft zu sagen, erklärt aber zufällig die Geschichte um die Boote von vorhin: Der Mönch der auf dem Boot sitzt soll seinen Tod durch ertrinken vorhergesagt haben. Als seine Insel durch große Wellen bedroht wurde bekam er es mit der Angst zu tun und flüchtete, mit einem Boot zum Festland. Ihr könnt euch vorstellen was jetzt kommt. Jap, seine Prophezeiung erfüllt sich; vor erreichen des sicheren Hafens kenterte sein Boot und er ertrank.



Die Tempelanlage ist wundervoll und grün gestaltet. An jeder Ecke entdecken wir Pflanzen die wir aus heimischen Gewächshäusern kennen. Hier wachsen sie in freier Natur, riesig und viel farbenprächtiger. Oben angekommen entdecken wir buddhistische Statuen, Schreine und auch einen liegenden Buddha.
Der ist mindestens so schön wie der den wir in Bangkok nicht gesehen haben 😅. Als wir den Blick so schweifen lassen merken wir, dass wir unten am Strand nur einen Teil des Tempels gesehen haben. Etwas weiter in den Dschungel zurückgezogen stehen weitere Gebäude, die es zu erforschen gilt.


Wir erkunden das Gelände und finden ein riesiges „Bootgebäude“ mit einer Mönchfigur die an unseren ertrunkenen Mönch erinnern soll. Außerdem steht hier noch ein farbenfroh gestaltetes Gebäude das leider verschlossen ist. Wir haben genug gesehen und beschließen weiter zu ziehen. Nächster Halt ist das Sweet Sisters Café. Komplett umgeben von Benebelungsanlagen und Grünpflanzen schlürfen wir zufrieden an unseren Erfrischungsgetränken.


Auf dem Heimweg halten wir noch am Wat Ratchathammaran an. Ein rostroter Tempel der den Anschein macht vollständig aus Lehm errichtet zu sein. Das Gebäude ist äußerst beeindruckend und ein richtiges Highlight. Bilder aus Lehmskulpturen erzählen die Geschichte Buddhas und zeigen wie er die Welten Himmel, Erde und Hölle vereint hat.
Zur Feier des Tages und als kleine Verabschiedung sind wir am Abend mit Andrea und Tobias auf dem Nachtmarkt zum Pizzaessen verabredet 🤤 Zum Nachtisch gibt es einen Roti und dann lassen wir den Abend mit den beiden auf der Terrasse ausklingen.
Umzugstag auf Samui. Bis zum Checkout um 11 Uhr haben wir gefrühstückt und unsere Rucksäcke gepackt. Auch wenn nichts zu unserem Gerödel dazukommt, haben wir das Gefühl mit jedem packen mehr Kram zu haben. Da wir in der neuen Unterkunft erst gegen 14 Uhr einchecken können, haben wir es heute überhaupt nicht eilig. Wir besuchen unsere WG-Nachbarn auf Zeit und quatschen bis wir gegen 13 Uhr ein Grab rufen. Wir werden beinahe an der Unterkunft eingesammelt. Ähnlich wie bei unserer Anreise hält der Taxifahrer am Strand Resort 😄 25 Minuten später checken wir bei The Villager ein. Das Zimmer ist bereits fertig, sodass wir uns schon einrichten und kurz durchatmen können. Als wir ein kleines Hüngerchen verspüren machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Moment. Unser Visa läuft ja die Tage ab. Wir halten beim Vorbeigehen an der Rezeption und erkundigen uns nach der Tagesmiete für einen Roller; 250Baht. Ok. Die Tagesmiete scheint immer gleich zu sein. Außerdem kommt Christian noch die Blitzidee, eben nach Kopien vom Reisepass zu fragen. Zum Thema Visaverlängerung haben wir schon eine Menge gelesen. Wir erhalten kostenlos Kopien und ein ausgefülltes Formular, welches unseren Aufenthalt im Hotel bestätigt. Vielen Dank. Jetzt aber etwas essen. Unweit vom Hotel finden wir ein unscheinbares Thai-Restaurant. Das Essen ist unglaublich lecker und zudem günstig – wir kommen wieder.


Auf dem Heimweg stolpern wir noch in den 7eleven. In gutem Glauben, bzw. ohne drüber nachzudenken, dass morgen auch etwas schief gehen kann, verlängern wir unser Guthaben der SIM-Karte. Das läuft etwa so ab:
„Ich würde gerne meine SIM-Karte um 30Tage verlängern und Internet buchen“
„Ah ok, dann bitte hier die Telefonnummer eingeben“
Christian tippt
„Danke, das macht dann bitte 300Baht“
Bing, Bestätigungs-SMS empfangen – Fertig.
Wir können nicht glauben wie einfach das gerade war. Wir zahlen 7,50EUR für 50GB Internet für die nächsten 30 Tage. Der Tag endet im Pool – diesen Luxus genießen wir richtig.
Etwas aufgeregt starten wir in den nächsten Tag. Wir sind zwar gut vorbereitet und haben bisher auch selten von größeren Herausforderungen gehört. Trotzdem haben wir das Gefühl, gleich als „die Ausländer“ in einer Einwanderungsbehörde zu stehen. Wir frühstücken kurz, mieten den Roller am Hotel und sind um kurz nach 0900 am Immigration Office Samui. Der Parkplatz ist recht voll. Wir orientieren uns kurz und finden dann das Dokument zur „Tourist Visa Extension“. Wir haben keine Stifte dabei. Super vorbereitet 😂
Nebenan bekommen wir zwei Stifte zu je 10 Baht „geschenkt“. Das Ausfüllen des Antrags funktioniert ganz gut, auch wenn die englische Übersetzung uns zwischendurch schmunzeln lässt. Außerdem vergessen wir á lá Abschlussprüfung die zweite Seite 🤭 Souverän, wer trotzdem besteht. Gegen 09:35Uhr geben wir die Dokumente zur Vorprüfung ab, werden auf unser Versäumnis hingewiesen und dürfen noch am Schalter die fehlenden Angaben ergänzen. Wir erhalten Wartenummern und dürfen damit im nächsten Geschoss Platz nehmen. Keine halbe Stunde später sind wir 100€ ärmer und haben dafür die Verlängerung im Reisepass stehen. Erleichtert verlassen wir das Gebäude und organisieren uns erst einmal einen Smoothie.
Wir haben im Vorfeld viel zu dem Thema gehört und gelesen, hätten aber nicht gedacht, dass der Prozess so leicht und reibungslos abläuft. Wir sind kräftig begeistert.


Da der Tag kaum angefangen hat und wir einen fahrbaren Untersatz haben, suchen wir uns über GoogleMaps ein Ziel raus. Es treibt uns in den Dschungel, um der Sonne wenigstens etwas zu entgehen. Wir finden einen vielversprechenden Ort, das Tree Bridge Café. Außerdem gibt es einen richtig geilen Wasserfall. Das lockt uns quasi magisch an. Die Strecke zu unserem Ziel ist anspruchsvoll. Nicht unbedingt für uns. Unser Roller quält sich die Steigung hoch und wird mit jedem Meter etwas langsamer. Das Alter des Moove ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Wir kommen trotzdem oben an und finden uns am „Influenzer Place to Be“ wieder. Tolle Aussicht, Vernebelungsanlagen für die Pflanzen, Schaukel, Netzliegen, Café über den Bäumen usw.. Plattformen in den Bäumen sind mit Hängebrücken verbunden. Alles da was der moderne Influenzer benötigt.
Uns faszinieren hauptsächlich die Pflanzen 😍 In den Bäumen sehen wir einige ZIP-Lines die wir uns aber sparen. Unser Weg führt uns tiefer in den Dschungel. Nach kurzer Zeit erreichen wir den spektakulären Wasserfall. Tausende Liter Wasser preschen hier pro Sekunde über das Gestein und reißen alles mit sich, was sich in den Weg stellt. Ähm, NICHT. Wir haben Mühe den Wasserfall überhaupt zu finden. Aufgrund der Trockenzeit tröpfelt hier lediglich ein kleines Rinnsal die Steine hinab. Es ist trotzdem ganz schön hier und wir können uns vorstellen wie beeindruckend es zur Regenzeit sein muss. Wir haben hier genug gesehen und machen uns auf zu einer anderen Sehenswürdigkeit. Vom Khun Si Viewpoint sollen es lediglich 300m zum gleichnamigen Wasserfall sein. Uns wird noch gesagt, dass der Wasserfall kein Wasser führt. Davon überzeugen wir uns aber gern selber. Wir folgen den schlecht, also nicht, ausgeschilderten Weg und haben nach etwa 500m das Gefühl auf dem „Holzweg“ zu sein. Wir rutschen den sandigen Weg noch ein Stück von Baum zu Baum weiter bergab. Als es kein weiterkommen mehr gibt stellen wir schlussendlich fest, dass wir hier falsch sind. Also umkehren und an der letzten Kreuzung in die andere Richtung. Passt. Der Weg ist deutlich latschenfreundlicher und es gibt Treppen die uns zu unserem Ziel führen. Den zweiten Nichtwasserfall an diesem Tag. Die Natur rundherum ist dafür richtig schön. Wir legen uns hin und lauschen den Geräuschen des Dschungels – sehr meditativ.
Wir kehren zurück ins Hotel, um uns im Pool abzukühlen. Außerdem überwindet Christian seine Angst vorm Untertauchen. Mit Janas Unterstützung schafft er es sich auf den Boden des Pools zu setzen. Das wäre bis eben nicht vorstellbar gewesen und ein richtiger Meilenstein für ihn. Zur Feier des Tages fahren wir an den Chaweng Beach und gehen Falafelwrap essen. Der Imbiss liegt an einer belebten Straße. Restaurants, Bars, Clubs. Es ist bunt und laut. Wir informieren uns über die Preise für Wasserpistolen. Zwischen 5 und 25EUR werden für die bunten Kanonen verlangt. Pickup-Weise werden sie angekarrt und verkauft – Vorbereitung für das anstehende Songkran-Fest. Reizgesättigt machen wir uns zurück nach Hause, um bis in die Nacht die halbe Staffel LOL zu gucken.
Den nächsten Tag verbringen wir bis zum späten Nachmittag auf dem Zimmer. Tagebuch nachschreiben, daddeln und die Zeit vertrödeln. Am Abend schlendern wir am Strand zu verschiedenen Wassersportverleihen. Wir wollen uns über Preise für Kajaks erkundigen. Immerhin wollen wir ja zu einer der Inseln rudern. Allerdings möchte uns dafür niemand ein Kajak geben. Zu anstrengend und gefährlich sei das Vorhaben. Wo wir Geschäftsmöglichkeiten sehen, winken die Thailänder unser Vorhaben ab. Etwas enttäuscht ziehen wir weiter und gehen erst einmal Essen. Das hilft immer 😋. Im Ban Than bekommen wir leckeres ThaiFood zu guten Preisen und sogar eine Portion StickyRice gratis. Zufrieden kehren wir ins Hotel zurück und vertiefen Christians Tauch-Fähigkeiten. Am Ende der Session sind wir aufgequollen wie Grießbrei und Christian kann quer durch den Pool tauchen 😎.

Nach einer erholsamen Nacht ist heute der Tag der Tage. Seit Wochen freuen wir uns darauf mit den Thailändern ihr Neujahrsfest zu feiern. Songkran. Mit dem Fest wird in Thailand das Ende der Trockenzeit eingeläutet. Rund um das Fest gibt es einige Traditionen und Riten die sicherlich einen eigenen Beitrag füllen werden. Am bekanntesten ist das Fest vermutlich für das „Wasserfest“. Nach dem Frühstück organisieren wir uns an der Rezeption einen Roller. Unsere freundliche Hotel-Managerin macht sich Sorgen um uns und möchte uns lieber keinen Roller geben. Zu gefährlich. Abends sind viele betrunken unterwegs. Die Straßen sind randvoll. Wir sind dankbar für die Hinweise und versprechen nicht durch die Ballungszentren zu fahren. Wir bekommen die Schlüssel für einen alten, klapprigen Click. Immerhin funktioniert diesmal das Licht 🤪
Gegen 12:00Uhr kommen wir los. Kaum verlassen wir die Fisherman´s Village klatscht uns die erste Ladung eiskaltes Wasser ins Gesicht. Volltreffer. Wir sind umgehend begeistert und können das Lachen nicht mehr abstellen. Wir erreichend eiernd die Hauptstraße. Die Geschwindigkeit ab hier? Schleichend. Die Straßen sind brechend voll. Links und rechts am Straßenrand feiernde Thais. Immer wieder bremsen eingerichtete Straßenblockaden den Verkehr bis zum Stillstand ab. Beim Passieren der Blockaden? Kaltes Wasser, Eimerweise. Und Kreidefarbe. Diese wird vorsichtig ins Gesicht und die Brust geschmiert.


Das Wasser wurde früher vorsichtig über den Rücken gegossen während gute Wünsche und Segen gesprochen wurden. Eine nette Geste und Zeichen des Respekts. Heute Eiswasser aus Eimern und Wasserpistolen. Die Kreidefarbe – Din Sor Pong – ist ursprünglich gemahlener Limestone vermischt mit Wasser. Früher wurde die Paste verwendet, um die Haut zu reinigen, Akne zu bekämpfen und Allergien zu behandeln. Heute ist sie ein fester Bestandteil des Songkran Festivals.
Im Schritttempo geht es weiter und jeder Verkehrsteilnehmer bekommt Unmengen Wasser ab. Am schlimmsten sind die Eiswassereimer die in einem großen Schwall wie ein Brett auf die Brust klatschen und sich dann den Weg in die Hose suchen. Unangenehm, auch beim zwölften Mal. Wir halten kurz an, um uns wasserdichte Handytaschen zu besorgen. Das Wasser steht in unseren Bauchtaschen – Wasserdichte Handys hin oder her, das kann nicht gesund sein 😄 Dicke Lautsprecher bringen fette Beats auf die Straße. Wir erreichen das erste Ziel für heute und stellen den Roller in sicherer Entfernung zur Chaweng Road ab. Den Rest laufen wir plitsch platsch zur Mainroad. Wir erkennen die Straße kaum wieder. Menschenmengen, bunte Fahnen, improvisierte Bars und Lautsprechertürme ,zieren die Straße. Wir können keine drei Meter laufen ohne die nächste Ladung Wasser oder Kreidefarbe ins Gesicht zu kriegen. Die Menschen sind fröhlich, lachen, tanzen und feiern gemeinsam.
Wir sind absolut begeistert von der geselligen Art in das neue Jahr zu starten. Unser Gesicht leuchtet in gelb, orange, pink, weiß und lila, zumindest bis der nächste Eimer über uns geleert wird. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein und hier zu feiern. Im Schneckentempo hüpfen PickUps durch die Straße, auf der Ladefläche feiernde Menschen und mindestens genauso viele Kübel randvoll mit Eis und Wasser. Mit Kellen wird das Wasser in die Menschenmenge verteilt. Keine Chance hier trocken zu bleiben. Plantschbecken, Schaumpartys und knapp bekleidete Menschen, das beste Neujahrsfest welches wir je erlebt haben.
Jana gelingt es einen Mann davon zu überzeugen ihr einen Feuerwehrschlauch zu überlassen – dann eskaliert sie kurz. Natürlich kriegen wir umgehend eine Retourkutsche dafür. Wir lassen uns eine ganze Zeit treiben, bis wir feststellen, dass wir eine Menge Eindrücke zum Verarbeiten gesammelt haben. Bevor wir also weiter ziehen und Andrea in Lamai abholen, genießen wir einen Moment der Ruhe und Tee in einer Bar. Bereits jetzt sind Hände und Füße völlig schrumpelig. Die Pause reicht nicht, um durchzutrocknen, würde aber auch keinen Sinn ergeben. Kaum sitzen wir wieder auf dem Roller „schifft es aus Eimern“ 😆. Den Weg zu Andrea finden wir ohne Navi. In Lamai ist weniger los. Wir sammeln Andrea ein und laufen zu dritt in die belebte Gegend Lamai’s. Besser. Auch hier feiern die Menschen ausgelassen auf der Straße. Wir genehmigen uns kühle Getränke in einer Bar und beobachten das Treiben. Hier könnten wir es den Rest des Tages aushalten, würde uns nicht so langsam der Hunger plagen. So landen wir bei Anbruch der Dunkelheit wieder am Nachtmarkt. Leckeres, thailändisches Essen und einen frechen Wasserüberfall später sind wir gesättigt. Nicht nur satt sondern auch vom Wasser, den Menschen, dem Lärm. Wir beschließen den Feiertag an dieser Stelle zu beenden und angetrocknet den Heimweg anzutreten. Wir werden noch drei oder vier Mal komplett Eisgeduscht, bevor wir das sichere Hotel erreichen. Ausnahmsweise gibt es eine heiße Dusche, bevor wir uns ins Bett kuscheln und den Tag verarbeiten.



Der Sonntag startet, die Arbeit ruft 🙂 Wir geben den Roller ab, kümmern uns um unsere Wäsche und beginnen nach dem Frühstück mit der Arbeit am Blog und persönlichen Projekten. Wir unterbrechen kurz für den ungefähr besten Brownie der jemals gebacken wurde und leckeres Softeis. Zum Abendessen wieder thailändisch und schon geht es weiter. Jana versüßt sich den Abend noch mit einem online Mädelsabend, viele Grüße an Anne und Selma an dieser Stelle ☺️

Eine aufregende Woche neigt sich dem Ende und wir sind jetzt schon gespannt, was uns die nächste bringen wird.
Stroll on
Christian & Jana


























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