22.04. – 28.04.2024
„Der Genuss ist es, der uns glücklich macht, nicht der Besitz.“
Michel de Montaigne
Audio zur Reisewoche #16
Wir verarbeiten immer noch die Erlebnisse von unserem Schnorcheltrip als wir heute die Woche beginnen. Das klappt am besten mit einem guten Kaffee und ausgiebigen Frühstück. Nicht weit vom Resort nehmen wir im KoPPee Platz. Das Restaurant bietet direkten Blick auf die Chalok Baan Kao Bay und hat einen eigenen Pool. Während wir ausgiebig und lecker frühstücken, können wir andere Reisende bei der Arbeit beobachten. Da wir unseren Arbeitstag gestern anders genutzt haben, entscheiden wir uns unsere Laptops zu holen und die Arbeit hier zu verrichten. Wir schaffen bis in den Nachmittag und verzehren in der Zwischenzeit Drinks und Snacks für 20 EUR 😏 Außerdem denken wir über unsere Weiterreise nach.
Die benachbarte Tauchschule ist sehr sympathisch und kümmert sich um den erhalt des Ozeans, vor allem der Korallen. Zusammen mit zwei Wissenschaftlerinnen und Studenten aus aller Welt, haben sie ein Projekt zum Wiederaufbau gestartet. Als angehende Perlentaucher fehlen uns noch Kurse und Erfahrung. Wir entscheiden uns also noch eine Weile auf Koh Tao zu bleiben bevor wir weiterreisen. Mit unserem Resort sind wir recht zufrieden, aber Preise und Leistungen zu vergleichen schadet ja nicht. Nachdem wir vier Hotels angelaufen sind und unsere Optionen bei einer Pizza und einem Stück Kuchen diskutiert haben, entscheiden wir uns im JP Resort zu bleiben. Aber wir werden ein „Zimmerdowngrade“ durchführen. Wir nutzen die Klimaanlage eh kaum und können so ganze 10 EUR die Nacht sparen! Zurück in der Unterkunft geben wir unseren Plan bekannt. Morgen dürfen wir uns das Zimmer angucken. Super. Den Rest des Tages arbeiten wir im Bett weiter, bis wir müde ins Reich der Träume fallen.

Der neue Tag startet mit einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse. Um 10Uhr ist es dann so weit; wir können uns das Zimmer für die kommenden Nächte angucken. Die Tür öffnet sich und wir stehen vor einem Bett. Ja. Das war es dann auch schon. In einer Ecke des Zimmers gammelt noch ein Kühlschrank vor sich hin. Zeitgleich entfährt uns ein leises „auf keinen Fall“. Jap. So einfach können Entscheidungen gefällt werden. Wichtig ist uns nicht Luxus oder moderne Fließen an den Wänden. Nein. Uns ist wichtig die Rucksäcke irgendwo ablegen zu können. Außerdem freuen wir uns über die Möglichkeit Kleidung an einem Haken zu hängen und etwas Ablagefläche für allerlei Kram den wir mitschleppen. Wir bringen den Zimmerschlüssel zurück und erkundigen uns nach unserem jetzigen Zimmer. Hm ja, das ist ausgebucht aber ein Zimmer der gleichen Klasse wäre möglich, aber die erste Nacht müssten wir doch in Downgrate ausweichen. Ok. Das werden wir wohl überstehen. Wir sollen aber morgen früh noch einmal nachfragen, vielleicht ergäbe sich bis dahin noch eine Alternative. ‚
Trotz konzentrierter Arbeit sind wir gestern nicht mit allem Fertig geworden, was wir uns vorgenommen haben. Also geht es wieder ins KoPPee. Wir essen zu Mittag, schlürfen unsere Drinks und genießen neben der Arbeit die Atmosphäre und die Aussicht. Nach getaner Arbeit geht es Abendessen. Ihr merkt vielleicht schon unter welchem Stern diese Woche steht 😅 Dem kulinarischen. Im DeeDee’s essen wir leckeres thailändisches Essen zu einem kleinen Preis.
Da wir an diesem Morgen nicht wissen was kommt packen wir vorsorglich unsere Rucksäcke. Das läuft mittlerweile äußerst routiniert. Alles hat seinen Platz. So brauchen wir keine 15 Minuten und das Zimmer ist komplett aufgeräumt. Wir machen uns auf zur Rezeption und erhalten gute Nachrichten. Wir können in unserem Zimmer bleiben und müssen nicht umziehen. Supergeil. Wir buchen für die nächsten zehn Nächte. Genug Zeit für einen Kajak-Ausflug, einen OpenWater Tauchkurs und entspannte Tage am Pool. Gut gelaunt geht es zum Frühstücken ins Mellow Submarine. Ein toll eingerichtetes Frühstückslokal. Das Essen ist lecker.



Den Rest des Tages verbringen wir am Pool. Wir haben Liegen im Schatten ergattert und verbringen die Zeit mit Musik hören, lesen, schwimmen. Immer im Wechsel. Erst als wir unser abendliches Hüngerchen verspüren entscheiden wir uns, warum auch immer, zu einem „gar nicht so weit entfernten“ Restaurant zu laufen. Was jetzt kommt können sich die regelmäßigen Leser bereits vorstellen. Das Restaurant liegt auf einem Berg. War ja klar. Es dämmert zwar bereits etwas, bei 31°C ist das allerdings nur eine kleine Erleichterung. Wir schwitzen uns den Weg zum Babaloo hoch. Das Restaurant ist als wir ankommen menschenleer. Hinter der Bar entspannt sich der Keeper, an einem Tisch sitzen zwei junge Thai und spielen an ihren Handys. Wir werden abwesend bedient und erinnern uns dann warum wir die Mühe auf uns genommen haben – vegane Fleischalternativen zum traditionellen Thaifood. Es gibt Ente, Chicken und Schwein auf Proteinbasis. Das leckere Essen macht die anderen Umstände wett. Als sich das Lokal füllt kommt neben der Chefin auch etwas Bewegung ins Spiel. Wir waren einfach mal wieder zu früh hier. 😄 Auf dem Rückweg genießen wir die leeren Straßen, aufgrund von FullMoon haben viele Reisende die Insel verlassen und auch einige Geschäfte haben geschlossen. Wir kaufen noch etwas Obst und Joghurt für die kommenden Tage ein. Außerdem wird Christian von Jana zu einigen Runden Billard herausgefordert. Nach spannenden Runden muss sie sich dann doch geschlagen geben.


Wir genießen die Möglichkeiten und Freiheiten die wir in Thailand erfahren. So können wir an diesem Morgen spontan an die Rezeption gehen und einen Roller buchen. Ok. Wir haben das mit dem „Morgen“ etwas verschlafen und kommen genau zur Mittagspause – das zwingt uns bei bestem Wetter mit einem Watermelonshake auf der Terrasse des Restaurants zu warten bis die Pause vorbei ist. Dann aber los. Wir haben uns einige Aussichtspunkte für heute rausgesucht und stellen am ersten fest, dass auf Ko Tao für jeden Ausblick ein Eintrittsgeld fällig wird. So zahlen wir 100Baht und erhalten dafür zumindest Wertgutscheine für Getränke. Im ersten Moment ärgert es uns manchmal, wenn aus Natur und Umwelt auf diese Weise Profit gemacht wird. Wir sind der Meinung, dass jeder Zugang und Möglichkeit haben sollte die Natur zu erfahren.



Dann wird uns aber auch schnell klar, dass hier jemand eine ganze Menge Arbeit reingesteckt hat, um überhaupt Zugang zu diesem Ort zu schaffen. Also ist es wohl irgendwie auch gerechtfertigt. Wir schlürfen unsere Drinks bei bester Sicht auf die Shark Bay. Wir erinnern uns wie wir vor einigen Tagen noch da unten schnorcheln waren und freuen uns auf den kommenden Ausflug dahin.
Als wir alles gesehen haben scheuchen wir unseren Click125 zur nächsten Aussichtsplattform. Diese liegt im Inneren der Insel auf einem Berg. Umgeben von Dschungel, Felsformationen und mit Blick auf das Meer lädt das Love @ Ko Tao zum Entspannen ein. Die Drinks und Snacks sind recht teuer, dafür müssen wir nicht direkt Eintritt zahlen😉
Erfrischt und gestärkt geht es für uns nun zum Highlight des Tages. Seit etwa fünf Monaten waren wir nicht mehr klettern oder bouldern. Fast genausolange schleppt Christian seine Kletterschuhe nutzlos in seinem Rucksack mit sich rum. Heute ist es soweit, wir besuchen die Boulderhalle The Bunker. Die kleine, industriell anmutende Kletterhalle unterteilt sich in eine Boulderecke und einen Fitnessbereich im Obergeschoss. Das Personal der Halle ist herzlich und hilfsbereit, so kommen wir schnell in Kontakt. Außerdem kommen wir schnell an unsere Grenzen 🤣 Sehnen, Muskulatur und Hornhaut haben wir die letzten Monate nicht genutzt und sich in rasendem Tempo zurückgebildet. Etwas frustrierend ist das schon, aber wir freuen uns, uns hier ausgepowert zu haben. Das Abendessen im Milk & Money ist wenig zufriedenstellend. Es geht eben nichts über Thaifood.



Da wir noch bis 13Uhr einen Roller besitzen haben wir uns auf der anderen Seite der Insel ein Frühstückslokal rausgesucht. Wir fahren also sechs Minuten zum De’Coffee & Breakfast und frühstücken eine Avocadostulle und vegetarisches English Breakfast. Sehr lecker. Den Rest des Tages wollen wir mit einer Kajaktour und schnorcheln verbringen. Wir warten die Mittagssonne ab und leihen uns ab 14Uhr ein Kajak. Wir sind diesmal wirklich perfekt vorbereitet. Wir haben unsere lange Funktionswäsche an. Was uns aussehen lässt wie PowerRanger, soll uns vor der Sonne schützen die man im Wasser definitiv unterschätzt. Das haben wir uns bereits einige Male bewiesen 🫣 Außerdem haben wir Hüte, ausreichend Wasser und Sonnencreme für die Füße und den Nacken dabei. Achja und unsere wasserdichte Actioncam.
Gut ausgerüstet lassen wir unsere knallgrüne Plastikschale zu Wasser. Zur Abkühlung springen wir in das etwa 36°C warme Wasser. Das war wohl nichts. Ab ins Boot. Nach anfänglichen Koordinierungsschwierigkeiten rudern wir zielstrebig aus der Chalok Baan Kao Bay raus. Als wir diese verlassen und einige 100 Meter über das „offene Meer“ müssen stellen wir große Unterschiede in den Wellen und der Strömung fest. Das sorgt kurz für Unbehagen und leichten Stress an Board.


Kaum sind wir wieder in der sicheren Shark Bay beruhigen sich Wasser und Gemüter schnell wieder. Wir machen unser Kajak an einer der vielen Bojen vor der steinigen Küste fest. Neben uns sind nur wenige Touristen in der Bucht und von den unzähligen Touristenschiffen ist noch keines in Sichtweite. Soweit ist der Plan schon einmal aufgegangen. Wir tauchen ab in die faszinierende Unterwasserwelt und vergessen für einen Moment alles um uns herum. Nach einer Weile hören wir jemanden rufen und winken. Der meint doch uns oder? Sein Winken kann natürlich alles bedeuten, aber wir sind neugierig und folgen seinem Ruf. Zum Glück! Der unbekannte Fremde hat eine riesige Meeresschildkröte entdeckt und teilt den Moment mit uns. Unglaublich diese Tiere unter Wasser zu beobachten. Anmutig scheint die Schildkröte durch das Wasser zu gleiten und hier und da Algen zu grasen. Wir halten respektvoll Abstand und verlieren die Schildkröte bald aus den Augen. Sofort werden wir von bunten Fischen und interessanten Korallen abgelenkt.
Gegen 16Uhr füllt sich die Shark Bay langsam. Ein Touristenboot nach dem nächsten ankert und für uns wird es Zeit die Bucht zu wechseln. Wir rudern zurück in unsere Bucht und kommen beim zweiten Mal schon viel besser durch die Passage am offenen Meer. Jana muss zwischendurch Pausen einlegen, wir hatten schon die letzten Tage das Gefühl, dass sich bei ihr eine Erkältung ankündigt. Trotzdem machen wir das Kajak noch einmal an und erkunden einen kleinen Teil unseres Haus-Cliffs. Wieder eine ganz andere Unterwasserwelt. Mittlerweile machen sich Muskulatur und Kreislauf bemerkbar und wir entscheiden uns den Heimweg anzutreten. Nach etwas über drei Stunden geben wir das Kajak wieder ab. Wir sind völlig geschafft und ruhen uns bei einem Wassermelonenshake auf dem Zimmer aus. Es gibt ein kleines Abendessen und dann verbringen wir den Rest des Abends mit einer Dokumentation im Bett. Die Doku „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ können wir euch an dieser Stelle nur empfehlen. Der Film beschäftigt sich mit erfolgreich initiierten und nachhaltigen Projekten für eine bessere Zukunft. Schreibt uns gerne in die Kommentare ob ihr den Film bereits kennt und was ihr von den gezeigten Lösungen haltet 😊

Der nächste Tag beginnt getreu dem Motto: Genuss. Nach einem leckeren Papayafrühstück auf der Terrasse ergattern wir ein Paar der begehrten Poolliegen im Schatten. Der Poolbereich ist ansonsten vollkommen leer. Den Vormittag verbringen wir entspannt mit lesen und Musik hören. Jana hat sich tatsächlich erkältet (ist das bei 32°C Außentemperatur irgendwie merkwürdig?) und kommt nicht einmal in den Pool. Als wir genug von der Sonne haben wechseln wir kurz ins Zimmer, um dann zum Croissant & Ko aufzubrechen. Das Konzept ist einfach, es gibt leckeres, selbstgemachtes Eis und Kuchen. Wer es deftig mag bekommt erstaunlich gute Pizza. Wir entscheiden uns für Brownie mit Vanilleeis und Salted Caramell Cheesecake mit Pistazieneis. Schlemmen können wir 😊 Im Anschluss holen wir quasi umgehend unsere Wäsche vom Service ab und kehren im YingYang zum Abendessen ein. Zuviel des Guten? Aus unserer Sicht nicht 🙂



Am letzen Tag dieser Woche starten wir pünktlich nach dem Frühstück mit der Arbeit. Wir sitzen wieder im KoPPee, das Restaurant ist wirklich perfekt für unsere Zwecke. Eine schöne Tradition die vergangene Woche noch einmal Revue passieren zu lassen und über das Erlebte zu sprechen. Im Anschluss besuchen wir zum Abendessen die Sandwich Lady. Wir haben viel Gutes über das Essen gehört und wollen uns nun selbst ein Bild machen. Die Sandwiches sind ganz okay aber auch nichts besonderes. Mit den Pommes hatten wir entweder Pech oder auch die sind nicht besonders gut. Geschmack ist aber eben auch eine Geschmacksfrage.
Stroll on
Christian & Jana



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