Reisewoche #23

veröffentlicht von

am

14–21 Minuten

10.06. – 16.06.2024

„Das Wichtigste im Leben ist die Zeit. Leben heißt, mit der Zeit richtig umzugehen.“

Bruce Lee

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass wir seit 161 Tagen unterwegs und mittlerweile über 10.050 km von Paderborn entfernt sind? Für uns manchmal unfassbar. Wir machen einen Schritt vor dem Anderen. Dabei haben wir, wenn wir den Daten bei Polarsteps trauen können, gerade einmal 10 % der Welt gesehen. Klingt wenig, fühlt sich viel an. Wir arbeiten heute an Reisewoche 22. Ab und an scrollen wir durch alte Berichte und sind erstaunt, wie viel wir schon wieder vergessen haben. 😆 Vor allem sind wir stolz, dass wir bisher erst eimal, von Tiflis nach Bangkok, geflogen sind. Bisher ist es einfach durch die einzelnen Länder mit Bus zu reisen, wir sind gespannt, wie lange es so bleibt.

Die Wohnung hier in KL ist super und bietet mehr als wir benötigen. Neben dem Pool etc. feiern wir eine Sachen aber noch viel mehr. Wir haben im Appartement eine Marshall Musikbox 😍 Die läuft am heutigen „Arbeitstag“ durchgehend. Zur Erklärung, wir haben Kopfhörer dabei, aber keine Box und daher feiern wir das. Abends gehen wir noch was Essen und trinken Schaum-Honig-Schwarztee. Finden typisch asiatische Karaokeboxen in der Mall und essen einen versaut leckeren Schicht-Nachtisch.

Am dritten Tag in KL wollen wir losziehen und die pulsierende Hauptstadt Malaysias erkunden. Der erste Eindruck: Kontraste treffen aufeinander. Ein moderner Lebensstil mit Hochhäusern, beeindruckend luxuriösen Malls, neben alter Tradition. Wir starten zu Fuß Richtung River of Life. Hier treffen die zwei Flüsse Klang und Gombak aufeinander, zu dem steht hier die älteste Moschee der Stadt und das Sultan Abdul Samad-Building. Direkt davor befindet sich der Dataran Merdeka Platz. Der Ort, an dem Malaysia 1957 die Unabhängigkeits-erklärung abgegeben und gefeiert hat. Der Merdeka Square ist belebt und irgendwie surreal. Gigantische Hochhäuser im Background, davor ein verspieltes mit Rundbögen versehenes sandsteinfarbenes Gebäude inklusive einem Uhrenturm in der Mitte, welcher an Big Ben erinnert. Die kupferfarbenen Kuppeln auf dem Gebäude geben noch einen orientalischen Touch. Um das Bild abzurunden ist der Platz mit feinem englischem Rasen versehen, auf dem tatsächlich auch Cricket gespielt wird.

Auf der Suche nach einem kühlen Getränk und einem Snack schlendern wir weiter durch Chinatown. Wir landen in einem singhalesischem Restaurant. 😊 Diese kulturelle und kulinarische Vielfalt in Malaysia ist wirklich ein Traum. Unser nächstes Ziel ist der Merdeka 118 Turm. Er ist nicht nur futuristisch, er verfolgt uns auch. Egal wo wir stehen, einmal gedreht lugt dieser Riese irgendwo durch. Mal schauen ob wir eventuell rein oder sogar hoch können. Durch die verspiegelte Fassade verschmilzt der Merdeka mit seiner Umgebung. Leider ist der Turm seit drei Jahren eine Baustelle und wird wohl erst 2025 eröffnet. Für uns nicht schlimm, *Angebermodus an* wir haben ja einen Pool im 35 Stockwerk 😏. Von der Baustelle aus schlendern wir weiter zum „Pavillon„, eine Gegend der Luxus-Malls schlechthin. Wenn wir schon hier sind, wollen wir auch diese Seite sehen. Die pinken menschengroßen Plüschhasen weisen uns den Weg. Bevor wir zu Dior, Balenciaga & Co. gelangen, finden wir noch was viel genialeres: Don Don Donki. Wir haben einen neuen Ohrwurm für Euch:

Don Don Donki ist einfach nur abgefahren exzentrisch. Wenn man japanische Produkte sucht. ist man hier genau richtig. Wir suchen nichts, doch verbringen locker eine Stunde hier, um die drei Etagen des Discounters zu erkunden. Naja und wir kaufen natürlich auch was. Teigbrötchen mit Puddingfüllungen in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Wir können Japan kaum erwarten. 🤣 Der Laden macht gute Laune, bei völliger Überforderung. Dann erreichen wir den Pavillon. Vor diesem steht der Crystal Brunnen. Die drei Schalen repräsentieren Malaysias multiethnische Kultur, die in Harmonie zusammenlebt. Eine schöne Bedeutung und für uns richtig, denn genau so nehmen wir Malaysia wahr. Naja und die Mall? Ist halt ne Mall 😜 Nach knapp 12 km ist für uns dann die Luft raus und wir schlendern gemütlich nach Haus.

Der nächste Morgen beginnt entspannt, schwimmen im Pool und ausgiebig frühstücken. Danach beschließen wir, mit dem Bus Richtung Masjid Negara zu fahren. Die Moschee liegt direkt am Botanischen Garten. Das passt super. Also laufen wir zur nächsten Bushaltestelle. Hier fährt alle 15 Minuten die AJ03 in unsere Richtung. Perfekt. Jedes zehnte Fahrzeug ist ein Bus, nur unser ist nicht dabei. Ok, der Verkehr ist zäh, vielleicht verspätet er sich. Nach zwanzig Minuten vermuten wir, dass ein Bus ausgefallen ist und warten weiter. Dann, endlich sehen wir Bus 03. Jippi. Die Busse in KL fahren oft mit offenen Türen, so dass die Mitfahrenden schnell ein- und aussteigen können. So auch dieser. Jana läuft vor, da der Bus recht schnell fährt, auf ihrer Höhe hält er kurz an. Jana will gerade einsteigen, da fährt er einfach weiter. Jana rennt dem Bus hinterher, der kommt nicht weit, da der Verkehr kurzzeitig zum Erliegen kommt. Als Jana die Eingangstür des Busses erreicht, wird ihr die Tür vor der Nase geschlossen. Sie Klopft an, der Busfahrer winkt energisch mit den Händen ab. Tja, das war nix und wir haben keine Ahnung, warum er uns nicht mitnehmen wollte. Da gibt es nur eine Lösung. Wir rufen ein Taxi.

Gegen 14:45 Uhr erreichen wir die Moschee. Wir warten bis 15 Uhr, denn erst dann dürfen Touristen die Moschee erkunden. Jana ist es gewohnt, dass sie sich bedecken muss, dieses Mal muss auch Christian. Denn seine kurze Hose ist hier nicht erlaubt, auch wenn sie knapp über die Knie geht. Die Moschee hat vorgesorgt und alle erhalten eine liliane Kutte mit Kapuzen. Um Punkt 15Uhr strömen zig lila gefärbte barfüßige Schlümpfe in die National Moschee von Malaysia. Der Baustil wirkt durch das Blau und die hellen Fließen eher kühl auf uns. Der Gebetsturm steht in der Mitte eines Pools. Das Gebetshaus kann zehn tausend Betende aufnehmen. Wir lernen etwas über den Erweiterungsbau und werden darauf hingewiesen, dass wir alles fragen können. Wir erfahren einiges über die Propheten und die Pilgerreise Haddsch. Dann folgt das Highlight des Besuches hier. Es fängt heftig an zu Gewittern und der Groll donnert durch die leeren kahlen Gänge. Auf einem Aussichtsbalkon der Moschee setzen wir uns auf den Boden und genießen das Geschehen. Vor uns, natürlich, wieder der Merdeka 118. Der Turm ist einfach überall. Die Blitze starten einen Schönheitswettbewerb und wir sind die Jury.

Als es langsam aufklart verlassen wir die Moschee und schlendern Richtung Chinatown. Wir haben uns gegen den Botanischen Garten entschieden, da es weiter regnet und wir mittlerweile Hungrig sind. Wir wollen auf einen der Foodcourts. Auf dem Weg dahin in einem versteckten Geschäft liegen eckige Teigteile mit Nuss oder Kokosfüllung. Die sehen irgendwie lecker aus. „Ach, komm wir teilen uns eins.“ Jana beißt als erstes ab. Ihre Augen weiten sich und sie fängt heftig an zu grinsen. 🤤 Da macht Christian auf dem Hacken kehrt und holt direkt noch eins. Der Name der neuen kulinarisches Köstlichkeit: Apam Balik 🙌 Das müsst ihr unbedingt probieren.

Danach gibt es leckeres Essen auf einem überteuerten Foodcourt. Wir wollen heute noch auf den KL Tower, aber erst gegen Abend, um die Stadt bei Nacht zu sehen. Also haben wir noch Zeit. Christian findet in der Nähe ein Kulturzentrum, mit einem abgefahrenen Buchladen darin. Im REXKL trifft sich Kunst und Kultur. Neben Klamottenläden, Krimskrams und einer Lasershow eben auch Bücher. Aber nicht irgendwie, nein in Regalen, so groß wie ein Haus. Jedes Buch bekommt ein eigenes Fach und alles ist verwinkelt. Ein Bücherlabyrinth. Wirklich genial. Alle Bücher in englischer Sprache. Jana kann nicht wiederstehen und kauft sich ein „Blind Date“ mit einem Buch. Sie bekommt eine Lovestory von Nicholas Sparks. Definitiv nicht ihr Genre, aber um ihr Englisch zu vertiefen optimal.

Weiter gehts zum 452 m hohen KL Tower. Wir laufen wieder, ist ja gesund. Unser Enthusiasmus hält bis zum Eingang des Tower-Geländes, hier gibt es einen kostenlosen Shuttle-Service. Die Faulheit siegt und wir sparen uns den Hügel nach oben. Internationale Besucher zahlen für einen Besuch auf dem Skydeck 22 EUR p.P. Das ist für uns aktuell viel Geld. Wir entscheiden uns dennoch dafür, das Geld zu investieren. Nach einem kurzen Security Check, werden wir zu einem Fahrstuhl geleitet. Noch vor Sonnenuntergang sind wir auf dem Skydeck und genießen den atemberaubenden Blick über KL. 400 m über der Stadt erleben wir den Übergang von Tag zu Nacht. Die Stadt erwacht in einem Lichtermeer. Die einem Minarett nachempfundenen Spitzen des Petronas Towers haben sogar eine eigene Lichtaura. Wahnsinn.

Bevor wir den Tower verlassen, machen wir halt auf dem Observation Deck. Das heißt nicht umsonst so. Überall stehen hier kostenlose Ferngläser rum. Wir lassen unserem Voyeurismus freien Lauf. Nur langweiliges Stadtleben. 🤷‍♀️ Nach einer Wartezeit von 30 Minuten können wir über den Fahrtstuhl den Tower verlassen. Durch die Nacht laufen wir zu unserem Appartement zurück. Beim Öffnen der Tür bekommt Jana fast Kotzkrämpfe. In Malaysia ist es üblich, dass in den Hotelzimmern oder Wohnungen Motten-/Insektenkugeln liegen. Die stinken erbärmlich. Normalerweise entfernen wir sie, die hier konnten wir leider noch nicht finden. Wir vermuten sie aber irgendwo im Küchenbereich. Lüften, Ventilator an und der Geruch verschwindet.

Den letzten Tag in KL wollen wir an der Batu Cave verbringen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in KL. Da wir in Ipoh von den Höhlentempeln schon so begeistert waren, sind wir wirklich gespannt. Mit Bus oder Bahn würden wir knapp 45 Minuten dahin benötigen. Unter dieser Tatsache und der Frage, ob wir überhaupt mitgenommen werden, entscheiden wir uns direkt für ein Taxi. Wir steigen ein und der junge Taxifahrer fragt uns wie es uns geht und wo wir her kommen. Der übliche Smalltalk halt. Als wir „Germany“ sagen erwidert er: „Ahh, i love Hitler.“ Für alle die nun schockiert sind. Ja, waren wir auch. Christian schafft es als erster aus der Schockstarre und fragt: „Why would you say that?“ (Warum sagst du sowas?) und Jana fügt hinzu: „We don’t.“ (Wir nicht.) Der junge Fahrer ist sichtlich verwundert über unsere Reaktion und lenkt das Gespräch in eine andere Richtung. Das haben wir noch nicht erlebt. Wir wissen zwar, dass Deutschland außerhalb oft durch Bayern und Hitler erklärt wird, aber liebe? Das geht zu weit. Christian versucht noch einmal herauszufinden, warum der Fahrer ausgerechnet so etwas sagt, bekommt aber eher ausweichende Antworten. Wenigstens kommen wir heil an der Batu Cave an. Wir vermuten, dass die Nachrichten außerhalb Deutschlands/Europas (Apropos: Es gibt in einigen Ländern eine Teilreisewarnung für Deutschland bzgl. terroristischen Anschlägen etc.) über die aktuelle Europawahl berichtet haben und den „Rechtsdruck“ stark dramatisiert haben, so dass der Fahrer vielleicht deshalb zu der Annahme gelangt ist, das wäre ein gute Begrüßung.

Das Gelände der Batu Cave ist unfassbar groß. Ausgelegt für tausende Touristen. Die 272 Regenbogenstufen, die in der Kalksteinhöhle verschwinden beeindrucken uns, ebenso wie die goldene Staue davor. Die Höhle hat den Namen von dem naheliegenden Fluss Batu erhalten. Sie umfasst mehrere Hindu-Tempel. Die Hindutempel zeichnen sich durch viele kleine und große Schreine aus, die zu meist bunt angemalt sind und die Geschichte des Hinduismus erzählen. Wir erklimmen die Stufen nach oben und gelangen in die Haupthöhle. Die gigantischen Höhle beeindruckt, wer allerdings schon in Ipoh war, so wie wir, ist eher mäßig bewegt. Der Felsen, die Struktur der Wände und die Natur drumherum sind wirklich schön, der Tempelbereich selbst nur mäßig interessant. Nett hier, aber waren sie schon mal in… 😝 Wir steigen die Stufen wieder runter, beobachten wie andere Besucher sich gegen die diebischen Javaneraffen wehren und fragen uns, ob das wirklich alles war.

Bevor wir das Gelände weiter erforschen gibt es, was wohl? Erstmal nen Snack 🤣 In einem schnuckeligen Café finden wir verschiedene zuckrige Süßigkeiten und Wedges. Nach einer philosophischen Mittagspause über Charakterbildung und Selbsterkennung ziehen wir weiter. Wir haben auf einigen Bildern bei der Beschreibung zu dem Ort definitiv noch andere Skulpturen und Malereien gesehen. Ein Stück weiter entdecken wir einen Ort namens Cave Villa. Eintritt 5MYR (0,99 EUR), nehmen wir mit, auch wenn die Lokalität eher unscheinbar langweilig vom Eingang aus erscheint. Vorbei an einem Teich mit viel zu vielen Fischen darin und einem künstlichen Wasserfall, kommen wir an einen flachen Höhleneingang. Der Eingang besteht aus einer Kuh und einem Elefanten, die sich einen Kopf „teilen“. Dahinter befindet sich eine Kunstgalerie, die uns beeindruckt. Hier finden wir, was uns in der großen Höhle gefehlt hat. Der Gang ist geschmückt mit Figuren, die die Geschichte und Gebote des Hinduismus erzählen und die Wände sind bemalt. Viele der Schriften sind in Tamil geschrieben. Doch Google-Übersetzer ist wie der Babelfisch aus „Per Anhalter durch die Galaxy“. So lesen wir etwas über Wahrhaftigkeit, Ungenauigkeit und Perfektion. Am Ende der Galerie, tief im inneren der Höhle, sehen wir ein vergittertes Tor, welches noch tiefer in den Berg führt.

Wir schlendern hinein und bleiben ungläubig im Eingang stehen. Vor uns windet sich eine armdicke weiße Python. Nur zum Verständnis Christians Arm, nicht Janas. Sie ist so riesig, dass sie einen deutschen Zuchthasen in einem Zug verschlingen könnte, wäre sie nicht in einem Terrarium. Ja, richtig. Wir stehen unerwartet in einem Reptilienzoo mitten in einer Höhle. Es gibt Schildkröten in allen Formen und Farben, teilweise 80 Jahre alt. Echsen, Spinnen und Schlangen. Es dürfen keine Fotos gemacht werden. Dafür sorgt auch der Angestellte, der uns seit Eintritt nicht mehr von der Seite weicht. Wir stellen ein zwei kritische Fragen zur Haltung und Herkunft der Tiere. Der Angestellte spricht leider wenig englisch. Seine einzige Aufgabe besteht darin, darauf zu achten, dass argwöhnische Europäer diesen Zoo nicht „öffentlich“ machen. Er weicht uns nicht von der Seite, klopft gegen die Scheiben der Terrarien und stößt die Tiere an, so dass wir sie besser sehen können. Ungeachtet dessen, dass wir mehrfach sagen, dass wir das nicht wollen, kann er uns nichts erklären. Wir schaffen es dann zu mindest noch herauszubekommen, dass viele der Tiere aus privaten Haushalten stammen. Da ist wohl wem die Python über den Kopf gewachsen. Traurig. Wir hätten gern alle befreit, allerdings gibt es in Malaysia immer noch die Todesstrafe.

Oben wieder angekommen bekommen wir eine tänzerische Darbietung und sehen uns noch eine weitere Höhle an. Auch hier werden die verschiedenen Gottheiten aufgeführt. Als wir auf eine grüne Statue mit Affengesicht treffen, entscheiden wir uns, so langsam den Heimweg anzutreten. Das Taxi setzt uns direkt am Eingang des Infinitum (Apartmenthaus) ab. Wir vertilgen noch unsere Reste und schnacken mit unserer Freundin Fabienne. Morgen geht es weiter nach Melaka. 

Check-Out 12 Uhr. Lieben wir. Entspannt ausschlafen, frühstücken und Sachen packen. Wir reizen das aus und bleiben bis 11:50 Uhr in der Wohnung im 9.Stock Da wir in Malaysia bisher die Erfahrung gemacht haben, dass wir einfach nur zum Busbahnhof fahren, Ticket buchen und spätestens eine Stunde später im Bus sitzen, sind wir doppelt entspannt. Dazu brauchen wir nach Melaka nur knapp 2,25 h. Das sollte alles kein Problem sein. Ein Problem ist allerdings, dem Hochhaus zu entkommen. Das ist tatsächlich heute besonders schwierig. Es gibt vier Fahrstühle. Alle sind voll, bis auf einer. Wir steigen ein, drücken G (Ground/Eingangsbereich) und der Fahrstuhl fährt.. hoch! Na egal. Wir fahren bis er anhält und dann gehts abwärts. 12. Etage, 13. Etage. Stopp. Niemand steigt ein. Das G verschwindet von der Anzeige. Wir drücken drauf. Weiter gehts. 14., 15., 16., Stopp. Niemand steigt ein. Das G verschwindet auf der Anzeige. Wir drücken erneut. Doch wir fahren weiter hoch. 17., 18., 19. Stopp. Keiner da. Da G verschwindet. Leicht gereizt wird das Drücken auf G schon zu einem Dauerfeuer. Weiter geht die Fahrt und alle zwei bis drei Stockwerke halten wir an. Auf Etage 38. steigt Jana aus, weil sie einen anderen Fahrstuhl rufen will. Christian fährt weiter, bis auf Etage 43. Jana wartet derweil geduldig auf den nächsten Fahrstuhl nach unten. Endlich stoppt einer und Christian begrüßt sie mit einem „Willst du mitfahren.“ Wir lachen uns kaputt. Der Fahrstuhl fährt auch endlich in die richtige Richtung. Perfekt. Oder auch nicht. Denn er hält wieder in jedem Stockwerk, ohne das jemand einsteigt. 🥴 Gut, dass wir nicht schon vorher ein Taxi gerufen hatten.

Nach unserer Fahrstuhlodyssee sind wir froh im Taxi zum Busbahnhof zu sitzen und ausschließlich mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt zu werden. Die Orientierung am Busbahnhof ist gut und wir finden die Ticketschalter. Die Tickets sind wieder richtig günstig. Der einzige Bus, der noch Kapazitäten hat, fährt allerdings erst um 18:45 Uhr (Aktuelle Zeit: 13:30 Uhr). Na was soll´s, gibt schlimmeres, als am Bahnhof abzuhängen. 😏 Wir setzen uns in ein Restaurant und bleiben ganze vier Stunden, bei mäßig leckerem Essen und Getränken. 40 Minuten vor Abfahrt finden wir uns am Gate 4 ein. Punkt 18:45 Uhr steht ein Bus vor der Tür und der Check-In beginnt. Mööp, nur nicht für uns. Nicht unser Bus. Dieser hat die Nummer 562, gleiche Gesellschaft, gleiches Ziel. Falsche Nummer. Dieser Bus hat bereits eine Stunde Verspätung, was uns ahnen lässt, dass wir genauso lange warten werden. Mit uns wartet eine junge Malaysierin, die ein Gespräch mit uns beginnt und Libi aus Florida. So im Schnack vertieft, vergeht die Zeit wie im Fluge. 1,15 h später sitzen alle im Bus Richtung Malaka. Die Fahrt verläuft entspannt. Gegen 22:40 Uhr erreichen wir Melaka. Wir teilen uns mit Libi ein Taxi, dieses muss einen Moment warten, da wir irgendwie den Weg aus dem Busgelände nicht finden 🤣 Oh Man. Trotz völliger Übermüdung ist der Weg in das Appartement einfach und wir fallen erschöpft ins Bett.

Da wir gestern nichts einkaufen konnten, wollen wir heute frühstücken gehen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Wir haben uns ein gemütliches Café in der bekannten Jonker Street rausgesucht. Der Weg dahin führt uns noch vor dem Frühstück durch Kultur und Geschichte Melakas. Vorbei an Eisenbahn und Flugzeug, sowie der historischen Figur von Francis Xavier (Ein spanischer Missionar) zum Dutch Square (holländisch) über den chinesischen Eingang der Jonker Street. Der Magen knurrt und unsere Augen können die Vielfalt kaum erfassen. Überwältigt erreichen wir unser Ziel. Das The Daily Fix Café ist ein hipper Laden mit kulinarischen Köstlichkeiten. Das wissen vermutlich alle hier. So müssen wir uns anstellen, dann werden unsere Namen aufgenommen und wir dürfen im Wartebereich Platz nehmen. Zwanzig Minuten später bekommen wir einen Tisch. Das Warten hat sich gelohnt.

Frisch gestärkt ziehen wir weiter über den Heritage Park zum Xiang Lin Si Temple und weiter am Cheng Hoon Teng Temple vorbei. Ein weiterer „Tempel“ überrascht uns mächtig. Wir schlendern rein und hinter einer Holzwand befindet sich ein Teehaus und Rösterei in einem Innenhof. Auf den Tischen stehen typisch chinesische Teeservice, dazu gibt es hier Durian-Eis. Seit wir in Asien sind, haben wir uns davor gedrückt eine Durian zu probieren. Alle erzählen uns, dass es so lecker schmeckt und auf der Zunge zergeht. Wir sollen den Geruch ignorieren. Dazu gibt es hier leckeren Butterfly Pea Tee. Wir bleiben. Das Durian-Eis stinkt nicht so heftig, wie die Frucht selbst, aber es stinkt. Also für Jana, Christian findet es ok. Wir probieren beide. Christian isst das Eis am Ende allein weiter 🤣 Den Geschmack bekommen wir beide den ganzen Tag nicht mehr aus dem Mund.

Wir schlendern am Dutch Harbor entlang zurück zum Square. Hier ist es sehr voll. In Melaka gibt es viele quietschbunte Rikschas in allen Variationen von „Hello Kitty“ bis „Spiderman“. Dazu haben sie fette Musikboxen und radeln die Besucher wahlweise mit dem Soundtrack „Let it go“ oder fetten Beats inklusive malaysischem Gesang den Square rauf und runter. Wahnsinn. Weiter Richtung Unterkunft gibt es noch einen kurzen Besuch in einer Ruine inkl. portugiesischer Mauer. Zum Abend schlendern wir in die Mall direkt vor unserer Tür. Essen leckere selbstgezogene Nudeln und kaufen uns für morgen Kinokarten. Morgen ist Sonntag, an dem wir unseren obligatorischen Schreibtag für diesen Reisebericht haben. Vielleicht gönnen wir uns noch eine Runde Tischtennis 😋

Die Kinokarten kosten uns insgesamt 7,52 EUR. Wir entscheiden uns für „Bad Boys„, da dieser in englischer Sprache gespielt wir inkl. chinesischem und malaysischem Untertext. Das Kino ist riesig, ansonsten exakt wie in Deutschland. Wir haben uns heute auch entschieden, dass wir um drei Nächte verlängern, da wir bisher nur einen kleinen Teil von Melaka gesehen haben und es uns hier bisher gut gefällt.

Stroll on

Christian & Jana

Eine Antwort zu „Reisewoche #23”.

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …nachdem ich gerade lesen „musste“, was ihr alles an Leckereien gegessen habt, verspüre ich „einen kleinen Hunger“… 😂

    …freue mich auf den nächsten Bericht inkl. Fotos…

    Übrigens habt Ihr (Don Don Donki) wunderbar gesungen… 😎

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