17.06. – 23.06.2024
„Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause“
von Elisabeth Barrett Browning
Audio zum Reisebericht #24
Gut ausgeruht starten wir die Woche mit einem Frühstück im süßen HeArt & Lova Café. Das Café befindet sich nur wenige Gehminuten von unserem Appartement und liegt unterhalb des alten Stadthuys. Wir speisen hervorragend, heißes Shakshuka, frische Buttercroissants und aromatischer Tee. Zum Abschluss lassen wir uns noch eine mit Schokolade gefüllte Blätterteig-Spezialität einpacken. Für später, man weiß ja nie. 😉 Da wir gestern nicht mehr ganz mit dem Reisebericht #23 fertiggeworden sind, geht es für uns erst einmal zurück in die Unterkunft. Hier vergessen wir, versunken in unsere Tätigkeiten, ganz leicht die Zeit. Der Kuchen wird zwischendurch eingeatmet, dann geht es weiter. Kennt ihr das? Wenn man konzentriert an etwas arbeitet und dann auf die Uhr schaut und der Tag an einem vorbeigelaufen ist? Als wir aufgrund von knurrenden Mägen auf die Uhr gucken ist es draußen bereits am dämmern. Wir stehen leicht neben uns und haben gar keine Lust mehr noch einmal raus zu gehen. Dementsprechend ziehen wir unseren Joker und bestellen Pizza und Salat per Grab. Auf der Couch ziehen wir uns die ein oder andere Folge Avatar der Herr der Elemente rein und genießen das Essen. Eventuell haben wir am Ende die komplette Staffel gesehen. 🤣



Der Dienstag startet umso motivierter. Aus lang vergangenen Zeiten gibt es in Malakka noch einige historische Sehenswürdigkeiten. Wir starten in Richtung Capela de São João Batista. Auf halbem Weg liegt unser Frühstückslokal, das Eggxtra Cafe. Aus einer großen Karte kann man sich hier Sets aus 3, 5 oder 7 Gerichten zusammenstellen. Nice. Satt geht es weiter zur alten Festung. Der Weg ist etwas beschwerlich. Bürgersteige gibt es nur sporadisch, die Luft ist besonders geladen da ein Gewitter droht und die Anlage liegt logischer Weise auf einem Hügel. Wir erreichen unser Ziel trotzdem und können von hier aus auf die Straße von Malakka gucken. Die Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia war früher schon von besonderer Bedeutung. So diente diese Bastion erst den Portugiesen, dann den Niederländern und bis zum Schluss den Briten. Die Mauern bestehen aus geschlagenen Lavasteinen und Kanonen geben eine Idee wie es hier gewesen ist. Das Wetter schlägt um und auf Janas Gesundheit. Wir entscheiden uns erst einmal in die Unterkunft zurückzukehren und das Wetter passieren zu lassen. Außerdem gibt es noch einiges was wir erledigen wollen. Erst zum Abendessen trauen wir uns wieder vor die Tür. Wir besuchen in der gegenüberliegenden Mall unser Lieblingsrestaurant Mee Tarik Warisan Asli. Hier gibt es handgezogene Nudeln in malaysisch-chinesischer Cuisine. Sehr lecker. Zurück in der Unterkunft widmen wir uns wieder unseren Projekten bis wir gegen Mitternacht erschöpft ins Bett fallen.



Als wir am heutigen Mittwoch aufwachen verspüren wir den Drang Melaka weiter zu erkunden. Wir sind bereits einige Male an dem Stadthuys und der Kirche vorbeigelaufen. Heute wollen wir uns das Stadtzentrum von Melaka genauer angucken. Wir schlendern aber erst einmal zu dem Freefalltower. Der Menara Taming Sari ist von überall aus der Stadt zu sehen. Es handelt sich leider nicht wirklich um einen Freefalltower. Vielmehr um einen Turm mit einer sich drehenden Aussichtsplattform. Wir prüfen die Eintrittspreise; für knapp fünf Euro pro Person können wir auf etwa 80m all die Sehenswürdigkeiten betrachten die wir bisher besucht haben oder eben auch noch nicht. Klingt fair und so tauschen wir unser bares gegen zwei Eintrittskarten. Wir müssen nicht anstehen und können die am Boden stehende Gondel betreten. Kurze Zeit später geht es bereits in beachtlicher Geschwindigkeit in die Höhe. Während wir die Aussicht genießen und hier und da Gebäude oder sehenswertes wieder entdecken, drehen wir uns bestimmt drei Mal um die Turmachse. Dann ist das Erlebnis auch schon wieder vorbei. Beim herablassen der Gondel kribbelt es einmal kurz im Magen, von Adrenalin können wir aber nicht sprechen. 😆
Weiter geht es auf den Bukit Melaka. Bukit ist das harmlosere Wort für Gunung (Berg) und bedeutet Hügel. Ein Glück. Wir steigen ein paar Stufen hoch und stehen vor der Kirchenruine St.Paul. Die Außenmauern sind größtenteils sehr gut erhalten, das Dach der Kirche fehlt weitgehend. Zwischen den Grabsteinen von wichtigen Persönlichkeiten aus der Geschichte Melaka’s tummeln sich einige Hobby-Modells mit ihren Privatfotografen. Wir erkunden alles so genau wie möglich und vermissen wie so oft Infotafeln.



Wir ziehen weiter zum Stadthuys. Uns ist nicht nach Museum also sparen wir den Eintrittspreis für das Stadthuys. Wir schlendern noch einmal drum herum und erfahren einiges über die Geschichte des ursprünglich im niederländischen Baustil errichteten Gebäudes. Die Briten haben es später ebenfalls für die administrative Verwaltung genutzt und hier und da einige bauliche Veränderungen vorgenommen. So langsam verspüren wir ein leichtes Hüngerchen. Und wir wissen auch genau wo wir etwas dagegen tun können. Wir laufen zielsicher zum Daily Fix Cafe. Während Jana unsere Bestellung aufgibt gesellen sich zwei Studenten an unseren Tisch. Unser zweites Interview in Melaka. 😁 Während es im ersten noch um die Stadt und den Grund unseres Besuches ging, werden wir heute über das Essen ausgequetscht. Auch wenn das unser Spezialgebiet sein sollte, können wir dem Pärchen nicht die gewünschten Antworten geben. Wir haben die Spezialitäten der „Peranakan“ Küche bisher nicht gekostet. Die Mischung aus chinesischer Küche und malaysischer Zutaten klingt aber interessant und wir sind dankbar für den Tipp 😇 Apropos: der Kuchen war zwar erste Sahne, aber das reden über so viel Essen hat Lust auf ein anständiges Abendbrot gemacht. Hatten wir schon von unserem Lieblingsrestaurant erzählt? Genau, wir landen wieder im Mee Tarik Warisan Asli.



Der Donnerstag startet mit einer Blitzidee. Nach dem Frühstück rufen wir uns ein Grab und lassen uns zum Busbahnhof bringen. Morgen geht es weiter nach Johor und da wir auf dem Hinweg die Erfahrung gemacht haben, dass die Busse schnell mal ausgebucht sein können, kaufen wir die Tickets dieses Mal einen Tag vorher. Für knapp 12 EUR sind wir jetzt stolze Besitzer der Tickets. Wir rufen uns ein Grab und nutzen die Wartezeit um eine Waffel am Busbahnhof zu kaufen. Das Taxi kommt leider schneller als geplant. Jana würde sagen, die Waffelfrau hat länger gebraucht als sie musste 😋 Jedenfalls ist der Fahrer bereits da noch bevor die Waffel durchgebacken ist und so lassen wir die Waffeln auf der Fahrt kalt werden. Etwa 14 Minuten lang kriecht uns der Geruch von frisch gebackener Waffel in die Nase. Auch auf Nachfrage, Essen im Taxi ist nicht drin. Wir lassen uns an einer Mall rauswerfen, verschlingen die Waffel und erledigen unsere Einkäufe. Zurück in der Unterkunft heißt es erst einmal packen. Der Bus fährt morgen bereits um 10Uhr und das ist aktuell echt nicht unsere Zeit 😉 Zum Abschied landen wir abends noch einmal in unserer Nudelbude, wo wir rekordverdächtig wieder die selben Gerichte bestellen wie die letzten drei Male. Wer jetzt denkt „Langweilig“, hat das Essen noch nicht probiert. 😜
Als heute morgen um 08:00 Uhr der Wecker klingelt bleibt noch ein wenig Zeit fürs Frühstück, dann werden die letzten Klamotten eingesammelt und los geht es. Wir haben Glück mit dem Verkehr und sind bereits um kurz nach 09:00 Uhr im Busbahnhof. Der Bus kommt pünktlich und ist bis auf den letzten Platz besetzt. Doch richtig gelegen die Tickets vorab zu kaufen. Wir gehen davon aus, dass wir etwa fünf Stunden im Bus sitzen und stellen gegen 13 Uhr fest, dass wir unser Ziel bereits fast erreicht haben. In die Wohnung können wir erst ab 15 Uhr, so lassen wir uns vom Busbahnhof zumindest schon mal in die richtige Richtung fahren und suchen erst einmal ein Restaurant auf. Das Vtaste lockt mit einer fantastischen vegetarischen Auswahl. Wir können uns kaum für etwas entscheiden und sind froh als uns der freundliche Besitzer ein paar Empfehlungen ausspricht. Serviert werden uns richtig leckere „Maiskolben-Spareribs“, „Sauerbraten-Pilze“ und „Visch mit Gemüse und Soße“. Muss man dabei gewesen sein, aber #liebenwir. Während wir essen bekommen wir auch die Zugangsinformationen für die Unterkunft. Dort angekommen stehen wir erst einmal völlig verloren in der Gegend rum. Das bekommt auch ein hilfsbereiter Sicherheitsmann mit. Nach kurzer Erklärung wo wir hinwollen schleust er uns gekonnt durch die Tiefgarage zum korrekten Tower des Gebäudekomplexes. Danke.
Wir finden Schlüssel und Zugangskarte im Briefkasten der Unterkunft und machen uns auf den Weg in die siebzehnte Etage. Leicht verwundert stellen wie fest, dass die Wohnungen neben der Wohnungstür noch einmal mit einer Gittertür gesichert sind. Keine Ahnung wo wir hier gelandet sind, aber schließen die Knasttür zur Sicherheit hinter uns wieder ab 😅
Dann heißt es erst einmal Wäsche waschen und provisorisch im Kleiderschrank zum Trocknen aufhängen, bevor wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt machen. Google ist da leider keine Hilfe, aber Christian meint an der Tanke um die Ecke einen Family Mart gesehen zu haben. Naja. Die Tankstelle um die Ecke ist 25 Gehminuten entfernt. Einen Bürgersteig gibt es leider nicht. So latschen wir mal auf der Fahrbahn, mal im Graben oder auf der Wiese. An der Tanke angekommen entdecken wir per Zufall einen Hypermarket. Kleiner Funfact; Googlemaps zeigt diese nicht an, wenn man nach „Supermaket“ oder „groceries“ sucht.
Wieder eine Erfahrung reicher shoppen wir Lebensmittel für die nächsten Tage. Als wir mit drei prallen Tüten und einem zehn Liter-Kanister Trinkwasser vor dem Laden stehen rufen wir uns lieber ein Taxi. Es ist bereits dunkel und so geil war der Weg jetzt auch nicht.



Wir haben gut geschlafen und sind bereit die Stadt Johor Bahru zu erkunden. Wir entscheiden uns mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Etwa eine Stunde soll die Fahrt dauern. Aufgrund der Nähe zu Singapur sind die Unterkünfte in der Stadt, besonders am Wochenende, recht teuer. Unsere Unterkunft liegt deswegen ein ganzes Stück außerhalb. Macht aber nichts. Wir freuen uns immer auf Busfahrten. Wir können ohne Stress den Blick schweifen lassen und uns einen ersten Eindruck von der Gegend und den Menschen machen. Die Tickets für die Linie T11 kosten uns insgesamt einen Euro und Sitzplätze kriegen wir auch. Wie in jeder Stadt in Malaysia stehen auch in Johor Bahru Hochhäuser neben kleinen Hütten. Riesige Malls neben kleinen Marktständen. Die durch den Einfluss Singapurs am schnellsten wachsende Stadt Malaysias befindet sich im Umbruch. Überall werden Hochhauskomplexe aus dem Boden gestampft. Für den Grenzverkehr wird aktuell eine komplett neue Rapid Train Station gebaut und auch sonst können wir viele Baustellen entdecken.



Da wir nicht vor haben lange zu bleiben und auch nur wenige Tage in Singapur planen, wollen wir uns in der indonesischen Botschaft ein Visa besorgen. Wir verpassen unsere Bushaltestelle und steigen in der Nähe des Flusses aus, der Malaysia von Singapur trennt. Da wir jetzt eh schon hier sind, laufen wir erst durch die Heritage Street wo wir einen ganz besonders coolen Pflanzenshop entdecken und dann durch das komplette Stadtzentrum von JB laufen. Denkwürdigstes Highlight hier, ein künstlicher Bach der einem spiegelndem Würfel entspringt. Der 320m lange Bach ist über und über voll mit Fischen die sich in den kaskadenartigen Becken quasi stapeln. Finden wir nicht so geil. Weiter geht es an einigen Luxushotels vorbei Richtung Botschaft. Wir laufen eine ganze Weile durch ruhigere Gebiete und stellen dann vor Ort fest, dass diese leider geschlossen hat 🫣 Zurück in die Stadt. Kaffe und Kuchen rufen nach uns. Im Cafe angekommen entscheiden wir uns doch für die veggie Quiche. Wir wundern uns massig als wir Ente in dieser entdecken. Auf Nachfrage warum man die Quiche mit Ente Veggie Quiche nennt wird uns verdutzt erklärt: „na weil da ist doch auch Gemüse drin“. Na klar, danke.



Wir erkunden noch ein wenig die Gegend, müssen aber feststellen das es nicht besonders viel zu sehen gibt. Trotzdem zufrieden machen wir uns auf zur JB Zentralstation. Von hier fahren Züge und Busse quer durch Malaysia, aber auch rüber nach Singapur. Wir fragen nach und erfahren, dass wir für je fünf Ringbat zur Grenzstation „Woodlands“ auf der anderen Seite des Flusses gefahren werden. Von dort gibt es nach erfolgreicher Einreise weitere Busse die durch Singapur fahren. Cool. Spätestens einen Tag vor Abreise solle man die Tickets aber buchen, für heute wären keine mehr zu kriegen. Mit dieser Info in der Tasche machen wir uns zurück in die Unterkunft.



Unser Arbeitssonntag beginnt nach dem Frühstück etwas schleppend. Dafür planen wir die Weiterreise über Singapur nach Indonesien, wenn alles klappt schaffen wir das wieder ohne zu fliegen. Der Rest des Tages zieht langsam an uns vorbei. Wir sind wenig motiviert noch einmal in die Stadt zu fahren und hängen etwas Malaysia gesättigt durch. Wir freuen uns jedenfalls auf den Kontrast in Singapur und später in Indonesien. Heute freuen wir uns noch auf ein leckeres Abendessen im Vtaste. Man hatte uns cleverer Weise mit Wertgutscheinen versorgt, neben dem super leckerem Essen ein zweites sehr gutes Argument für den Laden 😏 Wir laufen hin und zurück und finden sogar, mit einem kleinen Umweg, einen Weg abseits der vielgefahrenen Hauptstraße. Die Arbeit verschieben wir auf morgen, dann geht es früh ins Bett. Bis nächste Woche 😊
Stroll on
Christian & Jana



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