02.09. – 08.09.2024
„Motorradfahren ist wie eine Kunst, etwas, das man tut, weil man etwas in seinem Inneren fühlt.“
Valentino Rossi
Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die alten Tempel in Chiang Mai in ein goldenes Licht, welches wir nicht sahen, da wir so richtig ausgeschlafen haben. 🤣 Zudem ist es auch wirklich schwer, den Frühstückstisch unseres Homestays zu verlassen. Nicht nur, weil wir zur Völlerei gezwungen werden, sondern auch, weil es gemütlich ist. Heute schaffen wir das leckere Thai-Frühstück nicht. Zum Glück kein Problem. Wir dürfen den Rest heute Abend essen.

Wir wollen Chiang Mai noch weiter erkunden. Die Innenstadt glänzt mit unzähligen Tempelanlagen. Heute führt unser Weg ins Wat Chedi Luang. Ein königlicher Tempel dritter Klasse. Zur Erklärung:
- Erste Klasse: Vom König erbaut, renoviert etc.
- Zweite Klasse: Erbaut von Kindern des Königs oder von Adeligen, die einen königlichen Titel erhalten haben
- Dritte Klasse: Erbaut von entfernten Verwandten des Königs.
Das im 14. Jahrhundert erbaute Wat, sollte die Asche des noch lebenden Königs Saen Mueang Ma beherbergen, wurde jedoch nie fertig errichtet. Der Bau wurde erst nach seinem Tod durch seine Witwe vervollständigt. Gleich das erste Gebäude enthält eine wichtige Sehenswürdigkeit. Die Stadtsäule von Chiang Mai, Sao Inthakin genannt. Die darf sich Christian allein anschauen, da der Zutritt für Frauen verboten ist. Gleich drei große Warnschilder sind angebracht. Das Heiligtum darf auf keine Weise verschmutzt werden. Frauen, die eventuell ihre Menstruation haben, würde es damit beschmutzen. Auch Männer mit offenen blutenden Wunden dürfen den Ort nicht betreten. Christian hat für Jana und Euch Fotos gemacht.


Bevor wir uns das Wat Chedi Luang genauer anschauen, kommen wir an den sieben typischen Buddha-Statuen vorbei. Es gibt für jeden Wochentag eine andere. Alle Figuren sind mit Goldblättchen beklebt. Ein Thai spricht uns an. Er erzählt uns, dass er bald heiraten wird und dann vier Monate mit seiner Frau durch Deutschland und Österreich reisen wird. Zu dem erklärt er, dass es Glück bringt, wenn man etwas Gold auf die Buddha-Figur klebt, die für den Geburts-Wochentag steht. Bei Jana ist es der Freitag. Sie kauft für 60THB (1,60 EUR) eines und legt es auf die Figur. Eine Geste der Höflichkeit und um den Tempel zu unterstützen. Wir glauben beide, dass wir für unser Glück selbst verantwortlich sind. Sowohl der Umgang damit, als auch die Sinnhaftigkeit.
Der Chedi Luang ist wirklich beeindruckend. Da das Gebäude baufällig ist, dürfen wir es nur anschauen und nicht betreten. Verziert ist es mit Naga-Treppen und großen Elefantenfiguren, die zum Teil bereits zerstört sind. Dazu sehen wir riesige Wespen- oder Bienenstöcke in den Höhlen, wo die vier Buddha-Statuen in alle Himmelsrichtungen blicken. Darum finden wir kleine Tempel, in denen Mönchen gehuldigt wird und weitere Buddhas.
Nach dem Besuch verwandeln wir unser Geld in einen Brownie und in Pommes und schlendern noch eine Zeit durch Chiang Mai. Abends gibt es die leckeren Reste vom Frühstück, bestehend aus Thaicurry und einer Kürbispaste mit Reis.
Die Besitzerin überrascht uns morgens gern mit neuen Gerichten oder Früchten. Heute haben wir Longkong (Vom Lansibaum) kennengelernt. Sie ist wie eine Litschi und schmeckt auch ähnlich. Danach wollen wir die Gegend weiter erkunden. Was gibt es da besseres, als einen Scooter? Fast nichts. Damit ist man flink im Stadtverkehr, passt durch die engsten Straßen und ist frei von hektischen Guides. Daher leihen wir uns heute bei unserem Händler des Vertrauens wieder einen Scooter. Diesmal einen kleinen Scooby. Zudem erkundigen wir uns, wie teuer eine große Touringmaschine ist und reservieren eine Honda für Donnerstag. Heute zieht es uns in den Queen Sirikit Botanical Garden.


Nach ca. 45 Minuten stehen wir am Eingang und sind überrascht, wie riesig das ganze Gelände ist. Wir zahlen insgesamt 300THB (8,02 EUR). Dafür dürfen wir ins Naturkundemuseum, einen Bananenpfand wandern, den Canopywalk betreten und natürlich in die Gewächshäuser des Botanischen Gartens. Zuerst fahren wir den Canopywalk an, da dieser bei Regen nicht mehr betreten werden darf und es hier immer wieder zu spontanen Ergüssen kommt. Wir schlängeln uns die schmale Straße den Berg hoch und sind gänzlich allein. Der Park ist komplett leer. Der Canopywalk hat eine Länge von 750 m und führt uns an Baumwipfeln entlang durch den Dschungel. Wir finden einige Erklärungen zur Gegend und zu den heimischen Tieren. Auch Flugdrachen soll es hier geben. Wir sehen leider keinen, doch die Aussicht ist schon mächtig beeindruckend. Und auch hier sind wir komplett allein. Mega so eine Regenzeit. 🤗



Unser nächster Halt sind die Gewächshäuser des botanischen Gartens. Als wir das Gelände betreten, wird uns klar; dass wird zeitlich knapp. Es gibt insgesamt zehn Themen-Gewächshäuser. Eines ist aktuell geschlossen. Die Gewächshäuser unterscheiden sich nach Pflanzenarten. So schlendern wir von der Vielfalt der Karnivoren zu den menschengroßen Bromelien, machen einen Abstecher in die Kultur Nordthailands (Ethnobotany), ziehen weiter in die Artenvielfalt der Begonien und stolpern dann in ein Gewächshaus voller kleiner Teiche mit verschiedenen Seerosenarten. Unfassbar, wie viele Unterarten eine Pflanzengattung haben kann. Kurz durchatmen und weiter zu den Orchideen und Farnen. Puh, so viel zum Anschauen. Das verlangt erstmal eine Pause. Wir sind übrigens immer noch allein. Zwischendurch trafen wir eine Gruppe von vier Frauen. Die sind durch die Gewächshäuser gerannt. Nachdem wir uns kurz entspannt haben mit einem leckeren Eis, geht es weiter in die Welt der Kakteen und Steinpflanzen (Lithops). Am Ende bleibt uns noch das größte Gewächshaus, welches einen kleinen Wasserfall enthält und einen Dschungel darstellen soll. Wir haben hier satte drei Stunden verbracht. Trotz der Input-Sättigung, wollen wir noch ins Naturkundemuseum.












Das Naturkundemuseum hat definitiv Potenzial, nur versteckt es dieses heute. Entweder, weil Nebensaison ist oder wir kurz vor Feierabend dort ankommen, alles ist aus. Überall gibt es Monitore, Knöpfe und Schalter, doch alle ohne Funktion. Entweder kein Strom oder defekt. Die meisten Erklärungen sind auf Thai ohne englischen Untertitel. Es gibt ganze Räume, die dunkel sind, durch die unser der Lehrpfad führt. Das ist ernüchternd. Zum Glück inklusive. Insgesamt war der Tag wirklich schön und der Park absolut zu empfehlen. Auf dem Rückweg halten wir noch am Rad Rabbit an und genießen vegane Pizza.
Wir haben den Aufenthalt im Homestay verlängert. Da unser Zimmer nicht mehr zur Verfügung steht, ziehen wir ein Zimmer weiter. Entspanntes Umziehen. Mehr passiert heute nicht. Wir gehen noch für ein Eis und eine leckere Tom Kha Suppe raus. Abends packen wir einen kleinen Rucksack für unsere morgige Tour nach Pai. Wir wollen dort eine Nacht bleiben. Am meisten freuen wir uns aber über die Fahrt dahin. Über 762 Kurven geht es entlang der bekannten Route 1095. Wir fahren die Erste von vier Etappen des Loops im Norden Thailands.
Um Punkt Zehn Uhr morgens fährt Christian grinsend die Honda CB500X aus dem Showroom. Mit dem Besitzer des Verleihs sind wir schon gut bekannt. Als er Christian erklärt, wie man mit den Bremsen bergab umgeht, merkt er schnell, dass er einen erfahrener Biker vor sich hat, was ihn definitiv zufrieden stimmt. Wir leihen uns noch Integralhelme und bekommen einen gratis. Bei der Wärme fährt hier niemand mit diesen Helmen, doch Safety first. Schnell noch den Rucksack in die Reisebox gepackt und ab geht es. Zunächst gemütlich, so dass sich Fahrer und Gefährt kennenlernen können. Nachdem wir dem warmen Stadtverkehr entflohen sind, nähern wir uns der saftig grünen Bergwelt im Norden Thailands. Dann folgen die ersten Kurven. 😍 Die Straßen sind gut asphaltiert und die Maschine schafft auch die Steigungen problemlos. 138 km Spaß liegen vor uns!
Um die Aussicht zu genießen und für eine kurze Kaffeepause halten wir an einem Imbiss und werden umgehend von einer Horde Hähnen umzingelt, die es auf unsere Kekse abgesehen haben. Vor dem Imbiss ist ein blaues Schild, auf dem ein Strichmännchen in eine Kloschüssel kotzt. Dafür ist diese Straße bekannt. Bei uns hat keiner gekotzt. Höchstens mal „Jippi“ gebrüllt. Am Straßenrand baden Wasserbüffel im Schlamm und hier und da müssen wir fett beladene LKW überholen, die sich die Berge hoch quälen. Der Trip macht Lust auf mehr.
Gegen 14Uhr Uhr treffen wir in Pai an unserer Unterkunft ein. Pai liegt auf einem Plateau umgeben von Bergen. Vor kurzem gab es hier noch Überschwemm-ungen. Das erklärt, warum die meisten Bungalows und Wohnhäuser hier auf Stelzen stehen. So auch unserer. Wir werden freundlich von den Gastgebern und Thanos, dem Hund des Hauses, begrüßt und checken ein. Bei der Buchung hatten wir leider nicht darauf geachtet, ob der Bungalow eine Klimaanlage besitzt. Tut er nicht. Dafür eine Hängematte auf der Veranda und einen schönen Blick in den Garten. Naja ist ja nur für eine Nacht und nachts gehen die Temperaturen auf 25 Grad runter. Zur Stärkung laufen wir auf einer Bambusbrücke über den Pai (Der Fluss, nachdem die Stadt benannt ist) und zu einem Restaurant. Naja und weil wir heute erst drei Stunden Motorrad gefahren sind, gönnen wir uns noch ein Ausflugsziel für heute.
Wir besuchen die Kho Ku So Bamboo Bridge etwas außerhalb der Stadt. Wir zahlen 60THB (1,60 EUR) Eintritt und genießen den Blick über die Reisfelder und die fernen bewaldeten Berge. Der Pfad führt uns zu einem buddhistischen Waldtempel, dem Wat Pa Hai Khai Khiri. Die Mönche leben in einfachen zweistöckigen Holzhütten mitten im Wald. Es gibt eine Stuba aus Stein und einen Buddha-Schrein in einem Holztempel. Die gesamte Anlage inklusive Bambusbrücke ist einen Besuch Wert gewesen.









Auf dem Rückweg freuen wir uns erneut über die Honda, die mühelos über das unwegsame Gelände gleitet. Wir überholen den ein oder anderen Scooter, der sich um die Schlaglöcher schlängelt. Einen der Fahren haben wir fast erschlagen, als sich unsere Box auf dem Gepäckträger löst und im hohen Bogen auf der Straße landet. Nicht nur der Fahrer hinter uns war irritiert. Das Attentat beäugt er mit einem Kopfschütteln und quält sich dann weiter nach oben. Wir sammeln unsere Box wieder ein und prüfen den Verschluss. Alles fest. Christian bemerkt aber, dass die Halterung zu weit vorn angebracht ist und die Box somit beweglicher ist, als sie sein sollte. Zum Glück ist sie sehr robust und bis auf ein paar Kratzer hat sie es gut überstanden. Den Rest des Weges bleibt die Box, wo sie sein soll.
Abends schlendern wir über den Nachtmarkt in Pai und snacken was uns unter die Finger kommt. Kleine Buden und Bars bieten alles Mögliche an. Pai ist ein Aussteigerparadies für Kiffer und Künstler. Die Bars bieten Alkohol und Joints an. Wir essen Nudeln aus Bananenblättern, leckere Dumplings und Mochis. Vollgefressen geht es ab ins Bett. Die Nacht ist warm, wir können dennoch super schlafen.
Am nächsten Morgen suchen wir uns beim Frühstück noch ein zwei Sehenswürdigkeiten für den Rückweg nach Chiang Mai raus, dann geht es auch schon los. Wir freuen uns, wieder aufs Motorrad zu steigen. Beim Beladen ergattert Christian noch zwei Kabelbinder vom Vermieter und befestigt damit die Transportbox. Da wackelt nix mehr. Erstes Ziel ist der weiße Buddha, der uns aus der Ferne die ganze Zeit in Pai begleitet hat. Es wirkt, als wache er über das Tal von Pai. Nur ca. 300 Stufen in der Mittagshitze, vorbei an den Beschützern, die wie übergroße Hunde aussehen, dann stehen wir vor dem Riesen. Die Aussicht ist imposant und zeigt noch einmal die Schönheit des Nordens.




Wir verabschieden uns von Pai, dann cruisen wir die 1095 Richtung Chiang Mai zurück. Christian und die Honda werden eins mit dem Asphalt und wir sind gut im Flow. Eine Stunde lang geht es Kurve um Kurve bei herrlichem Sonnenschein und kühler Bergluft die Straße entlang. Auf einem Grat, hören wir das erste Grummeln in der Ferne. Die Wolken werden dunkler und die ersten Tropfen fallen. Die Wasserbüffel verlassen ihre Schlammgruben am Straßenrand und gehen im Regen auf der Straße spazieren. Wir sind durchgeweicht bis auf die Knochen, als wir im Café bei Kurve 32 (nahe Chiang Mai) ankommen. 💦 Erstmal heiße Getränke und leckeren Reis mit Gemüse. Trocknen is nicht, die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch. Juckt uns nicht, wir wissen, dass die Sonne uns umgehend trocknet, sobald sie scheint. Bei der Pause gesellt sich eine Gruppe Biker zu uns, die ebenfalls vor dem Regen fliehen. Sie fahren den kompletten Loop. Vier Tage, vier Etappen.


Als Klärchen wieder scheint ziehen wir weiter. Kurz vor Chiang Mai sind wir wieder trocken und halten noch an einem Wat an. Das Wat San Pa Tueng. Ein kleiner, vergessener Tempel. Als wir in Chiang Mai eintreffen, fängt es wieder an zu regnen. Die Straßen sind teilweise noch überflutet von dem Regen davor. Das Wasser steht Schienbeinhoch in den Gassen. Wir kommen heil an, nur die Box hat ein paar Schrammen. Der Vermieter der Honda ist fast schockiert als er uns sieht. Wir sind seiner Meinung nach einen Tag zu früh zurück. Da wir das Motorrad erst gegen 10 Uhr abgeholt hatten, hat er erst morgen früh mit uns gerechnet. Bevor wir überhaupt „Hallo“ sagen können, will er uns schon einen anderen Scooter geben. „Nehmt, welchen ihr auch immer wollt oder behaltet die Honda.“ Wir erklären ihm, dass wir morgen Chiang Mai verlassen und das Fahrzeug lieber heute schon abgeben wollen. Das gefällt ihm zwar nicht und er bietet uns fleißig alle möglichen Alternativen an, doch wir lehnen höflich ab. Er gibt sich geschlagen. Christian erklärt ihm noch, dass der Vorderreifen eine Unwucht hat und die Transportbox nicht festsitzt, dann verabschieden wir uns.
DAS WAR EIN GEILER TRIP. Und wir würden es wieder tun. Ja, die zwei Tage waren teurer, als unser Tagesbudget es zulässt, aber hey, man lebt nur einmal. Außer im Buddhismus 😏. Glücklich gehen wir noch auf die Pirsch und essen leckere vegetarische Burger. Morgen fahren wir mit dem Bus weiter nach Chiang Rai.
Noch vor dem Frühstück packen wir. Ein letztes grandioses Frühstück im Homestay. Yammi. Wir haben noch Zeit, lassen unsere Backpacks in der Unterkunft und schlendern zu einem 7Eleven. Auf dem Rückweg kommen wir am Motorradverleih vorbei. Der Besitzer kommt extra raus, um uns zu verabschieden. Danach noch ein Eis bei unserer Lieblingseisdiele, welche einer jungen Frau, die erst vor zwei Monaten geöffnet hat, gehört. Sie verabschiedet uns herzlich mit einer Umarmung. Sie wird die Testesser ihrer neuen Sorten vermutlich vermissen. 🤪 Als wir unsere Backpacks in das Taxi laden, kommt auch der Vermieter mit seinem Sohn vor die Tür und sie winken uns zum Abschied. Hach, bei soviel Zugehörigkeitsgefühl, fällt es fast schwer zu fahren. Aber nur fast, nächster Halt Chiang Rai.
Das ist schon fast langweilig: Busbahnhof pünktlich erreicht und Bus nach Chiang Rai auch (14:05 Uhr, fünf Minuten Verspätung zählen hier als pünktlich). Die Busfahrt ist da schon spannender. Der Bus ist in die Jahre gekommen und klapprig. Wir sitzen ausnahmsweise ganz vorne und können dem Busfahrer über die Schultern schauen. Christian verspürt Unbehagen, da alle Anzeigen falsche Angaben machen. Wir schnallen uns diesmal sogar an. Räusper: Öhm, natürlich immer. 🫣 Der Bus quält sich im Schneckentempo die Berge hoch, die Bremsen quietschen beim runter Rollen. Dann werden wir noch Zeuge eines aggressiven LKW-Fahrers. Er wollte sich ein Überholmanöver seines Mitstreiters nicht gefallen lassen. Ist mit seinen zwei Anhängern schlingernd auf die gegenüberliegende Fahrbahn geheizt, knapp einem entgegenkommenden Fahrzeug ausgewichen, um dann vor dem Konkurrenten schlingernd wieder einzuscheren. Ein Raunen geht durch den Bus. Total krass. Das hättet ihr sehen sollen. Gruselig.
Gegen 18Uhr sind wir in Chiang Rai. Diesmal laufen wir auch zu unserem Hostel, da es nur etwa 10 Minuten entfernt ist. Wir werden im Hostel wie in einem Hotel begrüßt und checken im riesigen Zimmer ein. Es gibt einen großen Gemeinschaftsraum mit Billardtisch und eine Gemeinschaftsküche in dem es den ganzen Tag Toastbrot, Kaffee, Tee und Wasser kostenlos gibt. Wir wollen jedoch noch was richtiges Essen. Uns wird der Samstagsnachtmarkt empfohlen. An der großen goldenen Uhr vorbei, wir können es nicht verfehlen. Tun wir auch nicht.

Der Markt ist überfüllt. Es gibt alle Arten von Ständen. Kleidung, SchnickSchnack, Süßigkeiten, Insekten zum Essen, Süßigkeiten und Süßigkeiten. Nur Nudel- oder Reisgerichte finden wir nicht. Wir laufen im Pitpottschritt bis zum Ende und wieder zurück, biegen dann eine Straße ab und finden den Foodcourt. Hier wird getanzt, gesungen und gegessen. Dann sehen wir endlich Padthai. YES! Noooo, leider nicht vegetarisch. Auch die weiteren Stände erweisen sich als Fleisch- und Fischliebhaber. Wieder erkennen wir, dass es Vegetarier in Thailand nicht so leicht haben. Wir snacken Frühlingsrollen, ein fast gutes Apam Balik und eine Kartoffelspirale.
Wir haben hier in Thailand schon einige Stände mit Insekten zum Essen gesehen. Doch eines hat unsere Aufmerksamkeit geweckt. Ein Glas mit Popcorn oder gepufftem Reis in dem sich hunderte kleine Käfer tummelten. Jana fragt die Verkäuferin, was das ist und was damit getan wird. Die Verkäuferin spricht kein Englisch und die Übersetzerapp findet sie anscheinend gruselig, daher bleiben wir zunächst ohne Erklärung. Nach einer Recherche im Internet stellt sich heraus, dass es sich hierbei um eine Art Glaube handelt. Die Käfer nennen sich wohl „Silberne Glocke, goldene Glocke“ (Golden Bell, eine Art Motte) und sollen dem Besitzer Glück und Reichtum bringen. Dazu gibt es eine alte Geschichte über einen Helden/Figur „Nikon Karunwong“. Der Besitzer war Schüler von Guan Yin, einem Mönch, der kein Fleisch isst. Die Käfer inkl. des trockenen Popcorns sind eine Opfergabe und bringen Glück und Geld. Eine Art lebendiges Amulett.

Wir schlendern zurück und sprechen über unsere Weiterreise. Wir haben gehört, dass es von hieraus komplette Touren bis nach Luang Prabang in Laos inklusive Grenzüberquerung gibt. Wir wollen über die Freundschaftsbrücke von Thailand nach Laos und dann mit dem Boot über den Mekong. Ob das klappt, erfahrt ihr im nächsten Bericht und wir nächste Woche. 😅
Am heutigen Sonntag passiert nicht viel. Wir verlängern unser Zimmer um eine Nacht und suchen ein paar Ziele für morgen raus.
Stroll on
Christian & Jana














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