Reisewoche #51

veröffentlicht von

am

23.12. -29.12.2024

„Man ist nie zu erwachsen, um an Heiligabend den Himmel abzusuchen.“

Anonym

Wir haben uns vorgenommen, am Strand eine gute Position einzunehmen, um den Himmel absuchen zu können. Auf einer Liege, mit einer frischen Kokosnuss in der Hand. Bevor wir das tun, wachen wir mit freundlichen Gesichtern auf, die uns von einem Foto unserer ehemaligen Kollegen anstrahlen und Grüße aus der Heimat senden.

Der Montag verläuft entspannt, kein Schlitten am Himmel gesichtet.

Auch am Dienstag, haben wir keine Rentiere verorten können. Dafür zwei Freunde, die wir in Hanoi kennengelernt haben. Carina & Stefan sind auch in Koh Chang angekommen. Gleichgesinnte die mit uns, am Strand, den Sonnenuntergang, eine Feuershow und leckeres Essen genießen. Der heilige Abend endet gemütlich.


Es ist Mittwoch und für den ersten Weihnachtsfeiertag wollen wir uns richtig was gönnen. In der Nähe unseres Resorts gibt es das Luxus-Resort The DEWA. Hier gibt es ein sehr gutes Frühstücksbuffet. Da laufen wir heute morgen bei kühlen 24 Grad hin. Brrrr… 🥶
Schlaraffenland 🤤 Wir geben unser Bestes, um den ganzen Tag vollgefressen zu bleiben, ganz im Sinne der Weihnachtsfeierei. Abends gibt es im Tofu Kitchen noch ein traditionelles Weihnachtsgericht mit Kartoffeln, Rotkohl und vegetarischem Braten. 😏

Den zweiten Weihnachtsfeiertag verbringen wir am Homebeach und bei unserem Lieblings-Curryhouse. Der Koch macht uns wieder eine Extraportion Knoblauch-Chili-Soße. Lecker. Nach Knoblauch stinken hilft übrigens auch gegen Mücken. Abends buchen wir noch eine Unterkunft für Januar mit unseren Freunden, führen Telefonate mit unseren Familien und schwupp ist Weihnachten um.

Crass. Wie schnell bitte vergehen vier Wochen? Heute ist unser letzter Tag auf Koh Chang und wir haben uns ein besonderes Zuckerstück aufbewahrt. Die kleine Insel Koh Ngam. Diese liegt auf der anderen Seite der Insel und es gibt keine Verbindungsstraße durchs Land. Also eine Stunde um die komplette Insel. Das Abenteuer erleben wir zusammen mit Carina & Stefan. Da Carina heute Geburtstag hat, treffen wir uns im veganen Everflow Café. Vorher haben wir ein Stück Schokotorte mit Kerze organisiert und singen ein kleines Ständchen. Voll gefuttert düsen wir eine Stunde durch die Mittagshitze auf die andere Seite. Vorbei am Long Beach, halten wir direkt auf das Ende der Insel zu. Es gibt ein Kajak-Verleih, für 200 Bhat (5,62 EUR) leihen wir uns eines für den ganzen Tag. Wir brauchen 5-8 Minuten ins Paradies, wo wir erneut 200 Baht pP Eintritt zahlen. Was sollen wir sagen? Die Bilder sprechen für sich:

Ausgiebig plantschen und entspannen am Strand. Wir sind fast wehmütig, dass wir das Paradies morgen wieder verlassen. Den Sonnenuntergang genießen wir in einer Bar am Long Beach. Zu viert haben wir aus dem Tag nochmal alles rausgeholt. Bevor wir zum Essen gehen, bringen wir noch den Roller weg und verabschieden uns mit lieben Worten und Umarmungen von unserem Lieblingskoch aus dem Go Pok Curryhouse. Er hat heute geschlossen, daher gibt es die letzte Mahlzeit auf Koh Chang im Tofu Kitchen. Danach verabschieden wir uns auch von Stefan & Carina. Wir wollen uns spätestens in Deutschland wieder treffen. Nun heißt es nach vier Wochen: Backpack packen. Morgen fahren wir über den Landweg nach Kambodscha. Obwohl es bereits eine Möglichkeit gibt sich ein e-Visa für Kambodscha zu besorgen, ist die Prozedur eher schwierig. Fotos können nicht hochgeladen werden, bestimmte Felder lassen nur wenig Auswahl etc. Der Grenzübergang den wir nutzen akzeptiert kein eVisa, daher gibt es für uns ein Visa-on-arrival. Auch gut. Mittlerweile sind wir geübt, auch wenn es uns immer noch beunruhigt.

Am nächsten Morgen sind wir beide extrem müde. Trotzdem schaffen wir es irgendwie noch zu frühstücken und auszuchecken. Dann steht bereits das Taxi zur Fähre bereit. Stefan (Der Besitzer des Boonya-Resorts) und seine Freundin kommen raus und drücken uns zum Abschied. Wir sollen auf jeden Fall wiederkommen, sagen sie. Menschen, die den Aufenthalt hier ein bisschen süßer gemacht haben. Wir sind ruhig und in uns gekehrt auf dem Weg zur Fähre. Mit neuer Energie und ein bisschen wehmütig verlassen wir Koh Chang.

Die Fahrt ist wieder bestens durchorganisiert. Außer die Warteschlangen auf dem Festland. Wir haben zwar schon ein digitales Ticket, aber in Thailand reist man nur mit nem Aufkleber auf der Brust. Und den bekommt man erst, wenn man 40 Minuten bei dreißig Grad ansteht. In der Schlange wartend, bemerken wir panisch, dass wir noch je 30 Dollar für das Visa an der Grenze brauchen. Die haben wir. Aber wo? Jana steht weiter an und Christian durchwühlt sein Backpack. Tadaaa gefunden. Puh. Einen gelben Aufkleber auf der Brust später dürfen wir endlich in unseren Minivan einsteigen. Sehr bequem. Vor allem, weil wir nicht angegurtet sind. Nicht, dass wir nicht pflichtbewusst genug wären, es gibt schlussendlich keine. Anschnallen ist wichtig Kinder, kein Beispiel an uns nehmen.

Gegen vierzehn Uhr erreichen wir die Grenze. Trotz fehlender Beschilderung finden wir uns zurecht und zu unserer Überraschung dürfen wir die Visa-Gebühr in Thai-Baht bezahlen. Perfekt. Die somit nicht verbrauchten Dollar können wir in Kambodscha gut gebrauchen. Hier gibt es zwei Währungen US-Dollar & Kambodschanischer Riel.

Mit ca. zwanzig anderen Reisenden steigen wir in einen großen Bus und fahren fünf Stunden durch Kambodscha. Uns fällt auf, dass es keine Straßenlaternen gibt und die einzelnen Häuser ziemlich verstreut sind. Vieles hier erinnert uns an Thailand und Vietnam. Nur einige riesige Villen sind im französischen Kolonialstil. Dann erreichen wir Siem Reap und können die mystische Luft von Angkor Wat förmlich riechen. Doch zunächst werden wir in Rikschas verteilt, die uns zu unseren Unterkünften bringen. Wir haben uns ein Homestay in der Nähe vom Angkor Wat, etwas entfernt vom Stadtzentrum, gesucht. Das war u.a. eine Kostenentscheidung, außerdem ist es auch sinnvoller unser Geld Einheimischen zu geben und nicht den ausländischen Investoren mit den fetten Hotelanlagen. Unser Fahrer Wei Thea aka Kevin, ist damit etwas überfordert. Er fährt zwar schon seit zwölf Jahren, aber die Touristen bleiben sonst im Zentrum. Kevin, den Namen hat er sich selbst ausgesucht, empfiehlt uns, erstmal eine Telefonkarte zu kaufen. Als wir verneinen, hat er dann doch selbst Internet und fährt los. Wir verlassen das bunt geschmückte Zentrum und fahren durch ungeteerte Gassen.
Kevin verfährt sich trotz Navi ein-zweimal, dann sind wir an unserem Homestay. Wir werden schon erwartet und eine freundliche Frau möchte uns begrüßen, doch Kevin schickt sie erstmal weg. Denn er will uns noch was verkaufen. Eine Fahrt, acht Stunden, nach und durch Angkor Wat. Er redet und redet. Bis wir völlig übermüdet sagen, dass wir nun reinwollen. Wir tauschen die WhatsApp-Nummern und dürfen endlichen einchecken.

Begrüßt werden wir von Aniza, der Tochter des Hauses und Namensgeberin des Homestays und ihrer Babysitterin Sari (Aniza ist ca. 17 Jahre alt). Die beiden kennen sich seit Anizas Geburt und Sari ist wie eine zweite Mutter. Sie zeigt uns noch einen ATM (Geldautomaten) und wo wir gut einheimisch Essen können. Sie spricht ausgezeichnetes Englisch, weil sie auf einer französischen Schule ist und Lehrer aus England und Frankreich hat. Sie ist privilegiert, ihr Vater ist Arzt und ihre Mama Krankenschwester. Was sie werden möchte, weiß sie noch nicht. Wir essen leckeren gebratenen Reis und fallen erschöpft ins Bett.

Sonntag. Eigentlich unser Arbeitstag. Doch wir wollen irgendwo lecker essen und hatten von Carina & Stefan ein paar Tipps erhalten. Wir wollen ins HeyBong, ein veganes Restaurant. Unsere Gastgeberin besorgt uns eine Rikscha. Wir können zwar auch über die App Grab ein bestellen, doch hier erhalten die Fahrer meist nur die Hälfte der Einnahmen. Wir fragen Anizas Mama, wieviel so eine Fahrt kosten würde. Etwa zwei Dollar. Perfekt. Der Fahrer spricht kein Englisch, fährt uns auch nur bis kurz vor unser Ziel und verlangt fünf Dollar. Wir verneinen und geben ihm die 2,5 Dollar. Das nimmt er so hin, der Schlingel!

Das Essen ist großartig, genau wie die Getränke. Unter anderem bestellt sich Christian ein kambodschanisches Frühstück mit Wasserhyazinthen und Sesbania, Gurken, Reisnudeln und gelbem Curry. Lecker. Wir brunchen ausgiebig und lesen einiges über die Geschichte Kambodschas. Oben haben wir erwähnt, dass Aniza privilegiert ist – auch wenn die Regierung Kambodschas mittlerweile mehr in die Bildung investiert, reicht für die Lehrer oft das Geld nicht und so fällt der Unterricht ab und an aus, da sie wo anders arbeiten müssen. Es sei denn, die Kinder bringen Geld von ihren Eltern mit. Es ist schwierig, Schulen aufzubauen, da die Bevölkerung sehr verstreut ist. Auch Lehrer sind „Mangelware“. Die roten Khmer, haben während ihrer Terrorherrschaft vor 50 Jahren die Städte „gereinigt“ und die Menschen aufs Land gejagt. Sie wollten Arbeiter und keine gebildete Bevölkerung. So haben sie auch den Großteil aller Erzieher und Lehrer hingerichtet. Die Lektüre schmeckt nicht so gut, wie das Frühstück, doch gibt uns gute Einblicke in die Geschichte des Landes.

Zurück laufen wir die fünf km. Schlendern durch den Old-Market, der die gleichen Waren anbietet, wie in allen anderen asiatischen Ländern, kaufen uns noch SIM-Karten und wimmeln den ein oder anderen Rikscha-Fahrer ab. Abends planen wir noch die nächsten Tage und organisieren uns einen Guide für zwei Tage Angkor Wat. Wie es uns da gefällt und warum wir für den ersten Tag der Tour um 3:30 Uhr aufstehen müssen, erfahrt ihr erst 2025. 😋

Kommt gut ins neue Jahr und

Stroll on,

Christian & Jana

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Eine Antwort zu „Reisewoche #51”.

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …bin schon ganz gespannt auf Eure Fotos von Angkor Wat… 😊 (kenne ich nur vom Fernsehen her)

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