Reisewoche #18

veröffentlicht von

am

06.05. – 12.05.2024

„Wir sind ständig nass. Entweder weil es regnet oder weil wir schwitzen“

von CJStrollaway

Audio zum Reisebericht 18

Wir haben fantastisch geschlafen, Jana ist gut erholt und wir sind bereit Ko Lipe zu erkunden. Glücklicherweise haben wir ein Zimmer inklusive Frühstück gebucht. Das Frühstück wird auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einem Restaurant serviert. Die Rezensionen sind vortrefflich, besonders das Frühstück wird gelobt. Uns kommt das schon merkwürdig vor, als wir unsere Gerichte „á la carte“ auswählen. Spätestens als serviert wird ist unsere hohe Erwartung stark enttäuscht. Das Personal ist aber sehr freundlich und äußerst bemüht unsere Wünsche zu erfüllen. Wir werden satt, können uns aber nicht erklären wie die Bewertungen zur Leistung passen könnten.

Über Komoot haben wir einen Rundweg im Südosten der Insel entdeckt. Das ist für unseren Erkundungstag genau das Richtige. Wir starten die Tour hinter unserem Hotel und stehen relativ schnell vor dem ersten „Berg“. Die Insel ist grundsätzlich relativ flach, aber bei der herrschenden Luftfeuchtigkeit und hohen Temperatur werden auch Hügel zu sehr anstrengenden Hindernissen 😉 Mühsam geht es Schritt für Schritt bergauf. Völlig durchnässt kommen wir oben an, Christians Laune ist mächtig in den Keller gerutscht. „Wer kommt bei dem Wetter auf die Idee eine Wanderung zu unternehmen“ grummelt er vor sich hin. Außerdem endet der Weg vor einem Resort. Komoot interessiert das nicht, die Route verläuft eben da her. Da wir das Meer bereits riechen können, entscheiden wir uns durch das Resort zum Strand zu gehen. Belohnt werden wir mit hellem Pudersand, klarem türkisfarbenen Wasser und saftig grünen Bäumen. Ein traumhafter Anblick. Das Wasser steht noch hoch, so dass der streifen Strand recht schmal ist. Die Resorts haben ihre Liegen hier bis ans Wasser gestellt. Wir folgen dem Strand südwärts über die Wurzeln der Bäume, steinige Küste und an einigen Resorts vorbei.

Wir kommen an den letzten Strandabschnitt auf dieser Seite der Insel. Die Routenführung hätte gerne das wir den Treppen bergauf folgen. Ja, gut. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder durch die Bar On the Rocks oder durch das Resort Ten Moons. Wir zweifeln langsam, dass es sich hier um einen „richtigen“ Wanderweg handelt. Letztlich gehen wir die Stufen durch das sehr schön angelegte Resort, um der überteuerten Bar zu entgehen. Wieder steil bergauf, Christian wieder am Fluchen. Keine Ahnung wie, aber er hatte sich das vermutlich anders vorgestellt. Als wir das Resort durchquert haben, müssen wir feststellen, dass der Rest des „Wanderwegs“ gesperrt ist. Es handelt sich um einen ausgeschilderten Privatweg und das betreten sei verboten. In der Regel achten wir auf solche Schilder (Reisebericht #9 zeigt eine Ausnahme). Wir setzen uns kurz in den Eingangsbereich des Serendipity Resorts, um uns durch die Lüfter abkühlen zu lassen. „Weißt du was, lass uns in die Bar gehen und einen überteuerten Shake trinken.“ Eine gute Idee. Wir queren das dritte Resort und landen in der On the Rocks Bar die wir eben noch gemieden haben. So geht resignieren 😜

Wir haben einen fantastischen Ausblick auf Strand, Meer und Leute. Für umgerechnet 13,50€ erhalten wir einen Watermelonshake, eine Iced-Latte und drei Frühlingsrollen. Abgekühlt und erfrischt entscheiden wir uns über den Strand nach Hause zu gehen. Die Ebbe hat bereits einiges Wasser zurückgezogen. Der Strand ist jetzt mindestens drei Mal so breit wie vorhin. Uns gefällt es hier so gut, dass wir entscheiden noch einmal zum Schnorcheln herzukommen. Was hilft, wenn ein Tag gefühlsmäßig nicht so geil ist? Genau, gutes Essen. Im Hotel erfrischen wir uns kurz und entscheiden uns dann für ein Abendessen im Elephant. Dem schön eingerichteten Lokal dient ein ausgemustertes Longtail-Boot als Bar- und Kassierbereich. Nach dem sehr guten Hauptgang (Burger und Pizza) bestellen wir noch einen sündhaft süßen Brownie. Das hat wenig mit lokalen Spezialitäten zu tun, macht uns aber unheimlich glücklich.

Wir freuen uns nach dem heutigen Frühstück auf einen tollen Schnorchelausflug. Wir packen schnell alles notwendige zusammen, füllen unsere Wasserflaschen und dann geht es los. Am Strand finden wie einen Baum der über große Boulder gewachsen ist. Bis auf ein paar Kids ist hier niemand, sodass wir unser Lager aufschlagen. Unsere Sachen binden an dem Baum und dann geht es auch schon los.

Wir laufen vom Strand in das verhältnismäßig kalte Wasser. Auf halben Weg zur benachbarten Insel befindet sich unser Ziel, dass gut erkennbare Riff. Wir schwimmen zielstrebig los und stellen keine 15m später fest, dass wir parallel zum Strand abgetrieben werden. F**k, eine heftige Strömung hat uns ergriffen und es gibt keine Chance gegen sie anzuschwimmen. Während Jana sich elegant bis zum nächsten Strandabschnitt treiben lässt, versucht sich Christian unbeholfen zur Steinküste zu retten und an Land zu klettern. Damit hatten wir nicht gerechnet und Christian ist etwas erschrocken.

Von unserem Unterschlupf erkennen wir jetzt die Strömung, die sich zwischen Strand und gegenüberliegender Insel abzeichnet. Die aktive Ebbe zieht Unmengen Wasser aus der Bucht und wie in einer Stromschnelle beschleunigt das Nadelöhr die Strömung. Treibgut, Müll und eben unvorsichtige Schwimmer treiben hier am Strand vorbei. Uns fällt erst jetzt auf, dass sich auch sonst niemand aus dem Schutz der Küste ins Meer wagt. Ein paar Überlegungen später entscheiden wir die Gezeiten abzuwarten und vorerst im Schutz der Küste zu schnorcheln. Bereits in direkter Nähe zum Strand entdecken wir unzählige kleine und bunte Fische. Etwas später als die Strömung spürbar nachgelassen hat entdecken wir eine Schwimmbereichsabgrenzung, also ein Tau mit Schwimmkörpern, die bis über das Riff reicht. Na, wenn das mal keine geniale Idee ist 😁 Wir schwimmen gegen die Strömung zum Tau, ergreifen es und hangeln uns Schritt für Schritt rüber zum Riff. Die Strömung ist immer noch recht stark und so hängen wir fast schon surfend am Seil. Wir erreichen eine unglaubliche Unterwasserwelt. Anemonen in lila, blau und gelb, bunte Fische in allen Formen und Größen, alleine oder im Schwarm. Hier herrscht reges Treiben. An einer Boje entdecken wir eine Krabbe die sich, ähnlich wie wir, gegen die Strömung an diese klammert. Am beeindruckendsten sind die unterschiedlichen Drückerfische. In allen Farben leuchtend knabbern die an den Korallen. Das kann man unter Wasser sehr gut hören.

Als uns langsam aber sicher die Kraft verlässt, hangeln wir uns an der Schwimmbereichsabgrenzung zurück in Richtung Strand. Wir freuen uns als wir wieder sicheren Boden unter den Füßen haben. Das Wasser ist mittlerweile sehr weit zurück gegangen und hat einige Steine freigelegt von denen wir Sprungübungen ins flache Wasser machen. Das Wasser ist gerade so hoch, dass Christian stehen kann und sein Kopf aus dem Wasser guckt. Das gibt Sicherheit. Als uns das Trinkwasser ausgeht und wir völlig Sonnengesättigt sind, geht es zurück ins Hotel. Frisch machen. Wir haben großen Hunger. In direkter Nähe zum Hotel wirbt das Bloom Café mit Pancakes. Wir schlemmen uns durch verbotene Sauereien. Christians Pancakes sind mit einer Macadamia-Kokos-Creme und Schlagsahne garniert. Janas mit karamellisierten Äpfeln gefüllt. Reichlich Ahornsirup gibt es auch dazu. Richtig nice. 🤤

Im Anschluss buchen wir Tickets für die Weiterfahrt nach Langkawi. Die nette Frau im Ticketoffice erklärt uns, dass wir unbedingt an die MDAC denken sollen. Eine digitale Ankunftskarte, die von jedem Einreisenden vor Ankunft ausgefüllt werden muss. Klar, machen wir. Im Hotel angekommen rufen wir die Website der malaysischen Einwanderungsbehörde auf, füllen das kurze Formular aus, übermitteln die Daten, Absturz. Noch einmal von vorne, wieder Absturz. Was erst einmal nach dem Digitalisierungsstand deutscher Behörden klingt, ist für uns gar nicht so lustig. Wir lesen nach und erfahren, dass die Prozedur erst seit dem 01.Januar 2024 notwendig ist und dass ohne MDAC keine Einreise möglich ist. Wir belassen es trotzdem erst einmal dabei. Morgen ist auch noch ein Tag.

Frühstückszeit. Wir haben beinahe die gesamte Karte probiert. Völlig egal was wir wählen – geil ist anders. 🥴 Wir machen uns auf zu einem Tauchshop. Im Schaufenster haben wir diese schwimmenden Handgriffe für Actioncams gesehen. Davon brauchen wir unbedingt einen, da Christian immer Bauchschmerzen bekommt, sobald wir mit der schnell sinkenden DJI ins Meer steigen. Gut investierte vier Euro. Danach geht es umgehend zum Strand der letzten Tage. Wir kennen die Strömung jetzt und entscheiden uns vorerst bei den Sprungübungen zu bleiben. Das Wasser ist jetzt hoch genug, um keinen Boden mehr unter den Füßen zu haben. Christian überwindet sich trotzdem und wir können gar nicht mehr aufhören 😆 Irgendwann beginnen wir wieder Müll zu sammeln. Bereits gestern haben wir im Wasser treibenden Müll eingesammelt. Heute stellen wir uns etwas professioneller auf. Wir finden einen Bereich vor der Küste wo wir in der Strömung stehen können ohne abgetrieben zu werden. Dort sammeln wir alles ein, was an uns vorbei treibt. Unsere Highlights sind: Wasserflasche, Zahnbürste, Malerpinsel, Sonnenmilchspender, Kamm und einige Meter Garn. Das ist wirklich traurig. 😑

Als die Strömung es gerade so zulässt, schwimmen wir wieder zur Schwimmbereichsabgrenzung. Diesmal mit der Actioncam in einer Hand und dem Tau in der anderen, kommen wir etwas langsamer aber trotzdem gut voran. Wir lassen uns Zeit beim Beobachten und genießen es richtig hier zu sein. Wir kehren wieder zurück ans Land, als wir uns satt gesehen haben. Zeit noch etwas durchs Wasser zu toben und rumzualbern, bis uns die Energie ausgeht. Sachen packen und ab ins Hotel, da wartet ja noch das Problem mit der MDAC auf uns. Wir probieren es diesmal mit dem Laptop und siehe da, die Formularübermittlung klappt einwandfrei und keine 60 Sekunden später ist die Bestätigung per Mail angekommen. Möglich das es heute auch über das Smartphone geklappt hätte. Nun, nach der ganzen Anstrengung (😅) ist es wirklich Zeit etwas zu essen. Indisch wäre heute großartig.

Tatsächlich finden wir ein indisches Lokal in der Nähe unserer Walking-Street. Diese zieht sich Wort wörtlich wie ein blauer Faden durch die Insel. Die Regeln haben wir dazu allerdings nicht verstanden. Wir kennen es so: Tagsüber Verkehr für Autos und Roller frei, Abends dann nur noch Fußgänger. Hier fahren 24/7 Roller durch die Walking-Street. Autos gibt es auf der Insel nur ein paar wenige.

Zurück zum indischen Lokal. Hier angekommen stellen wir fest, dass nix los ist. Wir sind natürlich wieder vor der eigentlichen Abendessenzeit hier, in den umliegenden Restaurants ist aber schon Betrieb. Wir sehen eine Frau mit Baby und ein Kind im hinteren Bereich des Lokals auf dem Boden schlafen. Wir wollen nicht stören und ziehen weiter. Zum Glück ist das nicht das einzige indische Restaurant, so dass wir im Bombay Indian landen. Das Essen ist gut, die Portionen viel zu groß und wir haben Mühe alles aufzuessen. Den Rest des Abends nutzen wir, um unsere Rucksäcke für den morgigen Reisetag vorzubereiten.

Das vorerst letzte Frühstück in Thailand. Und tatsächlich entdecken wir heute ein Gericht in der Speisekarte das wirklich gut ist: Müsli mit Früchten und Joghurt. Lecker. Dann zurück aufs Zimmer, Rucksäcke schultern, Check Out und ab zum Strand. Wir haben es heute nicht eilig. Das Speedboot soll um 12Uhr starten und ab 10Uhr ist der Check In möglich. Wir kommen am Ticketschalter am Strand an und stellen die Backpacks an die dafür vorgesehene Stelle ab. Nachdem wir unsere Tickets erhalten haben werden wir umgehend in das benachbarte Immigration Office geleitet. Die Grenzbeamten stempeln unsere Reisepässe und behalten sie ein. Die gäbe es erst auf dem Schiff zurück. Klingt merkwürdig, aber wie wir immer wieder betonen: Trust the Process. Die Sonne ist heute heftig und Christian leidet zunehmend an Kopfschmerzen. Das kann man an einem Tag wie heute gar nicht gebrauchen. Wir orientieren uns in eine Strandbar, um die Wartezeit zumindest mit kalten Drinks zu überbrücken. Außerdem können wir von hier beobachten wie immer mehr Reisende mit schwerem Gepäck über den Strand stolpern.

Gegen 11Uhr kommt unser Speedboot in der Bucht an. Wie ihr schon wisst, gibt es hier keinen Pier. Dementsprechend fährt ein Longtailboot nach dem nächsten zum Ankerplatz, um erst die Fahrgäste und dann das Gepäck über eine kleine Tür an der Seite des Schiffes auszuladen und zum Strand zu bringen. Nachdem nun etwa 100 Personen an dem kleinen Immigration Point auf Abfertigung warten, beginnt das Beladen des Schiffes mit unserem Gepäck. Wir sind begeistert wie das wieder läuft. Wir haben uns mittlerweile zu den anderen Wartenden an den Strand gesetzt. Als es den Aufruf nach Langkawi gibt stürmen wie immer alle los. Wir kommen im Mittelfeld an den Schwimmpontons an und freuen uns, als der Mitarbeiter erklärt das Boarding würde nach der Reihe der Ticketnummern stattfinden. Unsere lauten 11 & 12, damit sind wir im ersten Longtailboot das zum Schiff übersetzt. Freie Platzwahl. Das Speedboot hat Sitzplätze unter Deck in zwei verschiedenen Räumen. Keine Plätze an der frischen Luft – dafür gibt es alle drei Sitzreihen einen Kotztütenspender. Wir setzen uns ans Fenster und beobachten den restlichen Boardingprozess. Ein Longtail nach dem nächsten bringt die Gäste zum Schiff. Pünktlich um 12:00Uhr legen wir ab. Es ist laut, relativ stickig und schaukelt unaufhörlich vor sich hin. Jana hält sich tapfer und muss letztlich nicht brechen.

Die Fahrt verläuft recht ereignislos. Etwa zur Halbzeit kommt ein Mitarbeiter mit den Reisepässen. Sortiert nach Nationalität ruft er ein Land aus, die erste Person die sich meldet erhält dann alle Reisepässe und darf sich einen raussuchen. Die restlichen werden weitergegeben. Das klappt erstaunlich gut. Wir gehen davon aus, dass jeder seinen eigenen zurückbekommen hat 😄 Gegen 14:30Uhr (+ eine Stunde zu Thailand) laufen wir in den Hafen Telaga Harbour ein. Unsere ersten Schritte auf malaysischem Boden sind die vom Pier zum Immigration Office. Hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen. Wer sich nicht per MDAC angemeldet hat, wird gar nicht erst in das Immigration Office gelassen. So können wir an etwa 1/3 der Mitreisenden vorbeigehen und stehen direkt im klimatisierten Bereich. Keine 20 Minuten später hat erst Jana und dann Christian den Stempel im Reisepass. Wir sind in Malaysia! 🇲🇾

Wir schlängeln uns an den wartenden Taxifahrern vorbei, um in keine Touristenfalle zu treten. Auf dem Weg zur benachbarten Tankstelle, an der wir Geld abholen und vergeblich nach einer SIM-Karte fragen, werden wir von einem freundlichen Taxifahrer angesprochen der uns für gerade einmal 11 EUR zu unserem Hotel fahren möchte. Na das klingt doch klasse. Außerdem akzeptiert er Thai Baht von denen wir noch eine kleine Menge haben. Super.
Während der etwa 20 Minütigen Fahrt über die gesamte Insel unterhalten wir uns gut mit dem Fahrer und erhalten einige nützliche Tips für Langkawi. An der Unterkunft angekommen bedanken wir uns, zahlen fröhlich 12,50EUR und verabschieden uns. Wir werden später feststellen, dass die Fahrt mit Grab keine 20 Ringgit (1RM = 0,2€; 20RM = 4€) gekostet hätte… Soviel zur Touristenfalle. Immerhin hatten wir ein gutes Gefühl dabei. 🤣

Unser Apartment besteht aus einem quadratischen Zimmer mit etwa 16qm Wohnfläche, kurzem Queensizebett, Smart TV, Klimaanlage und blickdichter Glasfront. Dazu kommt ein „Badezimmer“. Die Toilette ist in die Dusche integriert, oder andersrum und es ist genug Platz, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen. Zum Meer sind es keine 200m und die Anlage ist sehr ruhig. Wir erfrischen uns kurz und begeben uns direkt in das benachbarte Kelapa Café. Frisch und gestärkt haben wir für heute noch zwei Aufgaben; einkaufen für die nächsten Tage und eine SIM-Karte organisieren. In einem Smartphone Reparatur Geschäft werden wir fündig und kaufen für etwa 8EUR eine SIM-Karte mit 30GB Datenvolumen. Das war wie immer super einfach. Dann geht es in einen Minimarkt. Wir bekommen hier kein Obst und Gemüse, dafür aber vegetarische 5-Minuten Terrinen. Keine Ahnung wann wir so etwas zuletzt gegessen haben 🫣 Gut beladen geht es Heim, wo wir den Abend „kulinarisch“ ausklingen lassen.

Waschtag auf Langkawi! Wir frühstücken im Kelapa Café. Es gibt Shakshuka und vegetarisches English Breakfast. Eine gute Portion Energie. Danach machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur 24/7 Laundry. Für gerade einmal 5RM könnte man hier 10kg Wäsche waschen. Wir sehen mit unserem kleinen Beutel Dreckwäsche schon etwas verloren aus gegen die einheimischen Wäschekörbe. Egal eine knappe halbe Stunde verbringen wir wartend und schwitzend vor unserer Waschmaschine, bevor wir uns mit frischer Wäsche auf den Rückweg machen. Ein Blick in den Himmel lässt bereits ahnen was gleich folgt. Kaum haben wir die Wäsche aufgehangen beginnt es in Strömen zu regnen. Jana führt noch einen Sonnentanz im Regen auf, bevor wir den Rest des Tages in unserer Unterkunft verbringen. Trocken wird die Wäsche heute nicht mehr.

Der kommende Tag startet mit freundlicherem Wetter. Wir haben uns entschieden einen Roller zu mieten, da die Strecken hier echt weit sind und wir einfach gerne Roller fahren 🤭 Außerdem führen wir hiermit einen neuen Index ein. Ähnlich wie der Big Mac Index die Kaufkraft eines Landes bemisst, wird unser Scooter-Index die Reisefreundlichkeit eines Landes messen. In Thailand lag der Index bei 6 Punkten. Wir stellen fest, dass der Index für Malaysia, mit den uns zur Verfügung stehenden Messwerten bei 10 Punkten liegt. Je mehr Punkte umso Reiseunfreundlicher ist das Land 😂 Wir mieten den Roller trotzdem, für drei Tage sind wir stolze Besitzer einer Yamaha 125 Avantiz.

Bereits um halb 12 starten wir mit dem Roller zu unserem heutigen Frühstückslokal. Das Lang Cafey House befindet sich in einem Gebäudekomplex etwa 17 Minuten entfernt. Neben Indoor-Kinderspielplatz gibt es hier einen Supermarkt und andere Geschäfte. Unglücklicherweise ist dem Café das Wasser ausgegangen. So bleibt uns die Wahl zwischen Spaghetti Carbonara, Frühlingsrollen und Pommes. Da die Besitzerin super freundlich ist und wir wirklich hungrig sind, entscheiden wir uns zu bleiben und unseren Tag mit Frühlingsrollen und Pommes zu beginnen 😆 Wir ziehen weiter Richtung Hauptstadt der Insel. Wir haben kein direktes Ziel in Kuah lassen uns aber vom Anblick des MAHA-Towers locken. Der Turm liegt an der Küste der Insel und erinnert etwas an den Eifelturm. Zu Fuß erkunden wir das Gelände um den Turm. Was der Ausblick wohl von oben kostet? Ziemlich genau 15EUR pro Person. Aber es gäbe Snacks in der Lounge. Klingt gut, machen wir. Wir steigen in den Aufzug und werden in der Lounge herzlich begrüßt. Von hier geht es umgehend in den zweiten Aufzug und damit auf 102m auf die Aussichtsplattform des Turms. Rundherum Glasfront und Glasboden am Rand. Das Wetter spielt mit und wir genießen einen fantastischen Ausblick. Wir können von hier die Skybridge am anderen Ende der Insel sehen, den Gunung Raya (den höchsten Berg der Insel) und die umliegenden Orte inklusive Häfen. Außerdem liegen vor Langkawi einige Inseln in der Straße von Malaka. Dafür hat es sich schon gelohnt herzukommen. Wir geben Bescheid, dass wir in die Lounge wollen und werden per Aufzug runtergebracht.

Die Lounge befindet sich in „Etage 18“. Also immer noch mit Ausblick. Dann zeigt man uns das Snack-Buffet. 🤤 Es gibt eine große Auswahl an Nüssen, Chips und anderen Snacks. Richtig angetan sind wir allerdings vom Fingerfood. Es gibt zum einen traditionelles Nasi Lemak (Reisgericht in Bananenblatt mit Erdnuss und getrockneten Fischen) und zum anderen Pfannkuchen mit Kokosfüllung sowie frittierte Teigtaschen mit Tomatencremefüllung. Etwa 15 Pfannkuchen später haben wir das Gefühl, dass wir das Eintrittsgeld wieder rausgeholt haben und verlassen den Turm.

Das nächste Ziel für unseren Erkundungstag ist der Gunung Raya. Klar, Berg. Unser Roller bringt uns ohne Zicken die 800 Höhenmeter hoch. Über eine 13 Kilometer lange und extrem geschlungene Straße folgt Kurve nach Kurve. Das macht richtig Spaß. Während der Fahrt wechselt sich die Sonne mit Wolken und Nebel ab. Wir bleiben immerhin trocken, müssen aber am Gipfel des Berges feststellen, dass die Sicht wirklich bescheiden ist. Wir haben allerdings Zeit mitgebracht und so warten wir gelassen auf eine Lücke in den Wolken. Wir können auf der einen Seite mühelos bis nach Thailand gucken, während die Sicht auf der anderen Seite keine 100m beträgt.

Es ist trotzdem schön und wir lassen die Seele einen Moment baumeln, bevor wir rechtzeitig vor Anbruch der Dunkelheit zurück zur Unterkunft fahren. Heute Abend probieren wir ein Restaurant am Strand aus. Beim Check-In hatte man uns gesagt dass es da eins gäbe. Google kennt den Ort nicht. Direkt am Strand, geschützt von Bambussträuchern und Palmen, steht ein kleiner Metallverschlag mit Küche. Wir setzen uns gespannt und erhalten eine Karte auf der wir wenig lesen können. Unser Übersetzer hilft uns zumindest in sofern: Es scheint überall Fleisch oder Fisch drin zu sein. Wir bestellen gebratenen Reis und gebratene Nudeln mit Gemüse. Das Essen schmeckt richtig gut und wir werden satt. Für zwei Gerichte und Getränke zahlen wir schmale 30RM etwa 6EUR. Äußerst zufrieden mit dem Tag geht es ins Bett.

Auch wenn heute unser Arbeitstag ist, wir haben einen Roller gemietet also muss der auch genutzt werden. Dementsprechend suchen wir uns ein Frühstückslokal auf der anderen Seite der Insel raus. Eine Möglichkeit Prokrastination auf die Spitze zu treiben 😋 Wir fahren zum Arts Café Langkawi. Wir mögen Kunst, wir mögen Kaffee, passt. Es ist nicht ganz einfach Frühstückslokale zu finden. Ähnlich wie in Thailand frühstückt Malaysia anders als Europa. Aber man ist bemüht den Touristen etwas zu bieten. So bekommen wir gebackenes Weißbrot mit Marmelade und Schweizer Reibekuchen mit Spiegelei und Bohnen. Das Ganze für etwa 18EUR inklusive Getränke. Halbwegs zufrieden fährt Jana uns gekonnt zurück zur Unterkunft. Den Arbeitstag verbringt sie mit dem Aufsprechen eines Hörspiels, während Christian mit dem Reisebericht beginnt. Außerdem telefonieren wir mit Freunden und unseren Familien. Es ist Muttertag, da ist es besonders schwer, soweit weg von Zuhause zu sein. Ehe wir uns versehen sind wir schon wieder hungrig 🤣

Wir sind die Fertigsuppen der letzten Tage leid, also fahren wir zu einer Pizzeria. Das FB-Café Napolitan Pizzeria wirbt mit original Pizza aus dem Steinofen. Das klingt zu gut um wahr zu sein, ist es aber. Wir erfahren vom Neffen des Besitzers, dass dieser 2014 extra nach Europa gereist sei, um dort die Kunst der neapolitanischen Pizza zu lernen. Wir bestellen klassisch Margherita und eine mit Pilzen. Unglaublich gut. Wir unterhalten uns während des Essens über Malaysia und was wir bisher erlebt haben. Eine wartende Frau dreht sich um und fragt ob wir aus Deutschland seien. Ja, richtig? Wie ist denn das immer so leicht zu erkennen? Myra, stellt sich vor und sagt sie habe vier Jahre in der Schweiz studiert, sie hätte die Sprache erkannt. Wir bieten ihr einen Platz an und kommen ins Gespräch. Sie und ihr Freund, der ist vorhin vor den Katzen geflüchtet, haben ein Reiseunternehmen und sind beide ausgebildete Köche. Sie kommen aus Kuala Lumpur, KAY EL, wie man anscheinend sagt. Wir reden eine Zeit über Reisen, unsere Pläne und das Leben hier in Malaysia. Myra holt ihren Freund auch wieder dazu und so verquatschen wir uns eine ganze Zeit. Die beiden laden uns zu sich nach Hause ein und betonen, dass wir kostenlos bei Ihnen in KL bleiben könnten und dann würden wir uns gegenseitig unsere Kulturen näher bringen. Das klingt zu gut um wahr zu sein. Wir tauschen die Telefonnummern aus und verabschieden uns vorläufig von einander. Wir sind gespannt was aus diesem Kontakt wird. 😄

Es ist mittlerweile dunkel geworden und zu regnen hat es auch begonnen. Wir satteln unser Gefährt und machen uns zurück in die Unterkunft. Wir haben heute nicht unbedingt geschafft, was wir uns vorgenommen haben, aber wir sind froh, dass wir den Tag so genommen haben wie er gekommen ist.

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Stroll on
Christian und Jana

Eine Antwort zu „Reisewoche #18“

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    😊

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