20.05. – 26.05.2024
„Es gibt niemanden, der nicht isst und trinkt, aber nur wenige die den Geschmack zu schätzen wissen“
von Konfuzius
Nein, heute Nacht hat niemand ungebeten unser Zimmer betreten. Auch ansonsten scheinen wir aktuell die einzigen Gäste in unserer Unterkunft zu sein. Gut erholt und ausgeschlafen beginnen wir den heutigen Tag ohne Joghurtfrühstück. So pirschen wir uns an die noch ahnungslosen Restaurants des I-Santorini Tower Komplexes heran. Eine typische Wohnanlage mit Geschäften und Restaurants in den unteren Etagen, einem eigenen Parkhaus und drei Hochhäusern über den Geschäftsetagen. Zwischen den Wohngebäuden liegen Pools und in diesem Fall eine Moschee. Ziemlich beeindruckend.


Wir hatten bereits festgestellt, dass frühstücken in den asiatischen Ländern anders ist als wir es aus Europa gewohnt sind. Trotzdem versuchen wir es regelmäßig wieder. Wir landen in einem American Diner und frühstücken eine vegetarische Variante des English Breakfast. Das gibt uns die notwendige Energie für den Tag. Satt machen wir uns auf den Weg zur Küste. Über Google Maps haben wir eine interessante Baustelle gefunden. Es scheint als würde eine künstliche Insel angelegt werden. Das wollen wir uns näher angucken. Auf dem Weg kommen wir an einem Sportboothafen mit Leuchtturm, Shoppingmall und Promenade vorbei.

Die Mall ist klimatisiert, wir haben es also nicht eilig weiter zu ziehen. Erst als wir beinahe unterkühlt sind, folgen wir der Promenade Richtung Baustelle. Wir können Baumaschinen und LKW sehen und hören. Die Insel ist über eine etwa 700m lange Brücke erreichbar. Weder auf der Brücke noch auf der anderen Seite sehen wir Möglichkeiten Schatten aufzusuchen, um uns vor der Sonne zu schützen. Es wachsen keine Bäume, noch nicht einmal Häuser gibt es in Reichweite. Wir sparen uns den Ausflug auf die Insel und spazieren weiter am Wasser entlang. Das erschöpft natürlich extrem. Entsprechend orientieren wir uns bald zum Brown Poodle Café. In direkter Nähe zu unserer Unterkunft bietet das vegane Café super leckere Snacks, Kuchen und Gerichte. Auch für Vierbeiner. Völlig verschwitzt genießen wir die servierten Schweinereien und entscheiden uns anschließend dafür die Unterkunft aufzusuchen. Für morgen ist einiges geplant, so dass wir uns heute noch etwas schonen wollen. Erst zum Abendessen verlassen wir frisch geduscht das Apartment, um wieder im Brown Poodle zu landen. Jap. Das zweite Mal heute, aber die Gerichte klingen so gut, dass wir heute Mittag bereits entschieden hatten wieder zu kommen 😉 Überbackener Kartoffelreis und crosse vegane Ente auf Reis. Yummie.
Am Morgen freuen wir uns auf unser heutiges Ausflugsziel, den Pengan Hill. Wir checken die Busverbindung. 94 Minuten würden wir benötigen und für die Strecke etwa einen Euro zahlen. Wir fahren wirklich gerne Bus und Bahn. Eineinhalb Stunden scheint uns aber etwas unverhältnismäßig. Auf der Beförderungsplattform Grab (englisch für greifen, einsacken) wird die Strecke für etwa 2,50EUR angeboten, Fahrzeit etwa 20 Minuten. Das klingt schon besser. Kurze Zeit später sitzen wir bei Abdula auf der Rücksitzbank. Er ist Pensionär und fährt Taxi, um Menschen zu treffen und etwas von der Gegend zu sehen. Wir unterhalten uns gut und bekommen einige Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Malaysia. Die Fahrt vergeht wie im Flug und wir werden direkt bis zur Pengan Hill Lower Station gebracht. Sehr komfortabel. Da wir an einem Wochentag hier sind, ist bedeutend wenig los. Ohne Wartezeit können wir One Way Tickets für die Standseilbahn kaufen. Ja, ihr habt recht. Man könnte die 6 – 700 Höhenmeter auch zu Fuß laufen 😆
ABER: Der Weg ist extrem steil, das Wetter ist heute extrem schwül und wir sind extrem faul 🤣 Eben die ersten beiden Gründe sorgen dafür, dass wir uns für den Fußweg ins Tal entschieden haben.


Wir müssen nicht warten oder anstehen und können die nächste Bahn auf den Gipfel nehmen. Auf etwa zwei Kilometer Schiene überwinden wir den Anstieg innerhalb weniger Minuten. Tolle Erfindung. Wir verlassen die Upper Station und denken gleichzeitig: „Wow, ganz schön frisch hier oben.“ Angenehm kühl bläst uns der Wind ins Gesicht. Wir stehen an einer Plattform und können über ganz Georgetown blicken. In einem Baum neben uns tummelt sich eine Affenfamilie.


Wir folgen den Wegen und kommen an einigen touristischen Ständen vorbei. Die meisten wollen Fotos verkaufen. Fotos vor einem mit Blumen verzierten Herzen, Fotos mit einem Dino, Fotos in einer Zwergenlandschaft, Fotos mit Papageien oder Schlangen. Wir schlendern zielstrebig an den Ständen vorbei und lehnen die Angebote dankend ab. Auf dem Berg befinden sich eine Moschee und ein hinduistischer Tempel, letzteren gucken wir uns genauer an. Unsicher über eine eventuelle Kleiderordnung und der Höflichkeit wegen legt Jana noch fix einen Schlauchschal als Rock um. Dann betreten wir den Sri Aruloli Thirumrugan, viel Spaß beim Aussprechen 😜 Anders als die buddhistischen Tempel die wir bisher kennen ist der hinduistische Tempel bunt gestaltet. In leuchtenden Farben strahlen Figuren und Verzierungen freundlich einladend. Über Lautsprecher hören wir Gesang und Musik. Ein anwesender Mönch segnet gläubige Besucher. Anders als die sehr ruhigen und besonnenen Tempel des Buddhismus, sind die des Hinduismus schrill und bunt.



Bevor wir uns an den Abstieg wagen, wollen wir uns noch stärken. Dafür landen wir im David Brown’s Restaurant & Tee Terrace. Wir passen vermutlich nicht ganz in das Klientel, welches hier sonst bedient wird, alles wirkt gehoben und relativ teuer. Am Ende zahlen wir etwa 20€ für Tee, Kaffeespezialität, mäßig gute Pommes und erstklassige Blumenkohl-Nuggets.



Es ist Zeit aufzubrechen. Wir finden dank der Hinweisschilder schnell zu unserem Wanderweg. Wir laufen nicht zurück zur Talstation sondern einen etwa fünf Kilometer langen Weg. Der Jeep-Trail endet am botanischen Garten auf der anderen Seite des Berges. Die Straße darf nur von Fahrzeugen mit Genehmigung befahren werden. Davon kommen uns während der nächsten zwei Stunden nur wenige entgegen. Sobald wir auf dem Trail und damit im Regenwald sind, steigt die Luftfeuchtigkeit auf ein unangenehmes Level. Selbst ohne den anstrengenden Abstieg würde einem das Wasser in Rinnsalen am Körper runter laufen. Die durchschnittliche Steigung auf dem Weg liegt bei unangenehmen 30%. Die werden sich morgen bemerkbar machen 🤭 Hatten wir schon gesagt, dass wir im Regenwald sind? Die Artenvielfalt der Pflanzen und Bäume ist unglaublich. Was wir in unseren Wohnzimmern in Töpfen kennen wächst hier wenig vergleichbar und um ein vielfaches größer. Tropenbäume, Kletterpflanzen, Zierblattgewächse, Karnivoren, Farne und so weiter. Wir können uns kaum satt sehen. Lediglich das Gefühl beim Stehenbleiben umgehend von Mücken überfallen zu werden, lässt uns nach einem kurzen Schnappschuss weiterlaufen.
Etwa drei Kilo leichter kommen wir am Ende des Trails und damit am botanischen Garten an. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist das Gelände bis 19 Uhr. Das gibt Zeit für eine dringend nötige Erfrischung. Eine große Flasche Wasser und eine frische Kokosnuss später, starten wir unseren Spaziergang durch den Garten. Kleiner Funfact: die Gewächshäuser haben hier keine Glasscheiben sondern bestehen aus Gitter, das gewünschte Klima ergibt sich von ganz allein ☺️ Leider sind die ganzen interessanten Häuser heute bereits geschlossen, bzw. haben nur an bestimmten Wochentagen geöffnet. So laufen wir mehr oder weniger durch eine Parkanlage die von einigen Einheimischen zum Joggen genutzt wird.



Langsam aber sicher fühlen wir uns erschöpft und denken an den Heimweg. Zum Glück müssen wir den nicht zu Fuß gehen. Schnell ein Taxi gerufen und bequem nach Hause fahren lassen.
Denkste… Beim Versuch die App zu starten stellen wir fest kein Netz zu haben. Nagut wir befinden uns mitten in den Bergen, vermutlich reicht es ein paar Meter in Richtung Zivilisation zu laufen. So laufen wir regelmäßig den Empfang prüfend los… und wir laufen… und laufen. Nichts. Auch ein Neustart bringt uns einem Taxi nicht näher. Mittlerweile haben wir akzeptiert, dass wir die Strecke bis nach Hause zu Fuß gehen. Christian knurrt bereits der Magen und seine Stimmung ist alles andere als fröhlich. Auf Höhe eines Friedhofs stirbt der Rest seiner Motivation. Jana entdeckt die rettende Bushaltestelle. „Komm wir warten hier auf den nächsten Bus, der wird schon in unsere Richtung fahren.“ Unsicher wann und ob hier ein Bus fährt warten wir eine Zeit lang. Und gerade als Christian hungernd zum Weiterlaufen übergehen will blitzt am Horizont der rettende Bus der Linie 104 auf. Wir werden, bis auf eine Querstraße, zu unserer Unterkunft gefahren. Das war Rettung in letzter Sekunde. Auf den letzten Metern entdecken wir einen Foodcourt. Ohne großartig zu überlegen entscheiden wir sofort etwas zu essen. Wir finden einen vegetarischen Lotuswurzelsalat 🤤 und Dumplings. Zum Nachtisch gibt es eine Art Pfannkuchen mit Oreocreme für Christian und Tiramisufüllung für Jana. Glück kann man eben doch kaufen 😍


Von einer Sache kriegen wir einfach nicht genug, Natur. Deswegen starten wir am heutigen Tag wie wir den letzten beendet haben. Ja, nein. Natürlich auch mit Essen, vielmehr meinen wir aber den Tropical Space Garden. Einen botanischen Garten mit Augenmerk auf Kräuter und Gewürze aus den Tropen. Die Linie 101 fährt uns bis zur entsprechenden Haltestelle am Eingang des Gartens. Hier werden wir freundlich begrüßt und mit einer Kokos-Zitronengrastinktur versorgt. Besonders wirksam bei der Abwehr der heimischen Stechmücken. Eine Broschüre dient als Wegweiser durch den Garten und als Fächer, sehr praktisch. Auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern winden sich die Gehwege durch interessant gestaltete Bereiche. Wir kommen an einem Teich vorbei, der von einer Quelle auf dem Gelände gespeist wird. Einer Kräuterecke mit Mörsern und geschichtlichen Hintergründen, einer Teeecke mit kaltem Tee, einem Bereich für giftige Pflanzen und so weiter. Für etwa zwei Stunden sind wir damit beschäftigt alles genau zu betrachten. Der Eintritt von etwa 5,50EUR pro Person hat sich für uns gelohnt.
Im Anschluss wird im benachbarten Kaffee entspannt und darüber beraten was wir mit dem angebrochenen Tag noch anstellen wollen. Morgen ist bereits Abreise von Penang, also entscheiden wir uns noch einmal essen zu gehen und dann auf dem Zimmer alles für die Weiterreise vorzubereiten. Wir landen bei Rubin Mardini Café & Restaurant. Wir wollten eigentlich woanders hin, aber auf den Werbeschildern des türkischen Cafés entdecken wir Künefe, unser Lieblingsnachtisch der Türkei. Wir bestellen Falafelteller und -taschen und erinnern uns an die Zeit der türkischen Mittelmeerküste. Das ist schon sooo lange her… Der nächste Bus bringt uns nach Hause, noch einen Joghurt für morgen früh einkaufen und dann ist Zeit für etwas Entspannung.
Reisetag! Immer noch aufregend, wenn es mal wieder heißt „wir wechseln den Ort“. Das Packen der Rucksäcke? Meist recht routiniert. Wir haben zwar mittlerweile ein paar Dinge identifiziert die wir gerne loswerden würden, aber wir müssen erst noch die passenden Reisenden treffen, die bereit sind etwas mit nach Deutschland zurück zu nehmen. Im Anschluss bestellen wir ein Grab zum Pier. Nach ereignislosem Check-Out per Foto sitzen wir gut gelaunt bei Mohammed auf der Rücksitzbank. Dann, nach etwa fünf Minuten Fahrt bricht kurz Hektik aus, weil Christian seine Kette auf dem Waschbecken hat liegen lassen. Sehr routiniert 😅 Alles kein Problem, Mohammed dreht um, die Kombinationen für die Schlüsselkästen haben sich auch nicht geändert und die Kette kann geborgen werden. Jetzt aber. Am Pier ist alles wie bei unserer Ankunft. Es sind kaum Menschen unterwegs und wir kommen ohne Wartezeit auf die nächste Fähre. Wir bleiben an Deck, das Wetter ist gut und ein letzter Blick auf das kleiner werdende Georgetown schließt dieses Kapitel vorerst ab. Wir lernen zwei Reisende aus Deutschland kennen und unterhalten uns während der gesamten Überfahrt. Die beiden ziehen mit der Bahn weiter in den Norden Malaysias, so verabschieden wir uns genauso schnell wie wir uns kennen gelernt haben.

Am Schalter der Busstation erkundigen wir uns nach Tickets für die Verbindung nach Ipoh. „In 10 Minuten geht der nächste Bus, hier bitte Plätze aussuchen und einen Reisepass bitte.“ Wow, das is ja geil. Wir zahlen etwa 9EUR für beide Tickets und sitzen ehe wir es richtig verstanden haben, im Bus. Richtig unkompliziert und vermutlich etwas Glück 😊 Der Bus ist quasi leer, mit uns fahren nur eine Hand voll Menschen. Während der Fahrt können wir die eindrucksvolle, hügelige Natur des malaysischen Inlands betrachten. Naja wenigstens die letzte halbe Stunde, den Rest der zweistündigen Fahrt verschlafen wir leider 😊 Wir fühlen uns direkt wohl als wir von der Autobahn abbiegen und Ipoh das erste mal erblicken. Es liegt in einem Tal umgeben von eher kleinen, dicht mit Dschungel bewachsenen, Bergen. Richtig schön. Der Busbahnhof ist dann eher ernüchternd. Alles wirkt grau, vieles ist geschlossen. Es reicht aber für eine dringend nötige Toilette und ein kleines Mittagessen. Der Busbahnhof liegt leider weit außerhalb des Zentrums. Deswegen bestellen wir uns ein Grab und werden etwa 20 Minuten später vor unserem Hotel abgesetzt.
Das kleine aber feine Zimmer im Regalodge Hotel Ipoh ist mit einem Kleiderschrank, einer Vitrine, Kühlschrank, Bett und Schreibtisch ausgestattet. Alles da was wir für die kommenden sieben Nächte benötigen. Etwas befremdlich ist die Art und Weise wie das Badezimmer „renoviert“ wurde 🤔 Die Fließen an Wand und auf dem Boden wurden Tapeziert?! Natürlich überlappend, so dass die Nähte überall aufrollen. Absolute Meisterleistung. Stört uns aber weniger. Wir haben sogar eine richtige Dusch-Badewannen-Kombination.
Wir legen uns ab, erfrischen uns kurz und machen einem kleinen Spaziergang, natürlich auf Nahrungssuche. Unser Fahrer hatte uns eine Gegend empfohlen um essen zu gehen, Gerbang Malam Ipoh. Als wir ankommen ist der Markt noch nicht ganz aufgewacht, die Stände werden erst aufgebaut und zu Essen finden wir auch noch nichts. Wir schlendern weiter durch die Gassen bis wir an einem Arabischen Restaurant vorbei kommen. Das Ambiente spricht uns an und so gibt es einmal mehr Falafeltasche und Pizza 😋 Es ist an der Zeit den Tag zu beenden, um morgen frisch und erholt Ipoh zu erkunden.



Glücklicher Weise haben wir das Hotel inklusive Frühstück gebucht. Wir sind auch mit Joghurt und Müsli zufrieden, aber was wir hier serviert bekommen ist richtig gut. Das Frühstücksbuffet besteht aus verschiedenen Spezialitäten aus der ganzen Welt. Es gibt traditionelles Nasi Lemak, English Breakfast, Reis, gebratene Nudeln, Hotpot, Obst und so weiter. Wir stopfen uns randvoll, um genug Energie für unseren Erkundungstag zu haben. Vom Hotel geht es als erstes quer durch die Stadt zu einer ganz besonderen Straße. Die Moral Art’s Lane. Die eher versteckte Gasse zieht sich durch einen Wohnblock und ist geschmückt mit diversen Graffiti-Kunstwerken.


Wir schlendern ziemlich ungestört hindurch in Richtung Sungai Kinta. Der Fluss schlängelt sich einmal quer durch die Stadt. Wir passieren das Gewässer und kommen auf der anderen Seite in die belebte Gegend rund um die Altstadt Ipohs. Der People’s Park an der Riverfront wirkt etwas vernachlässigt. Die an sich schöne Brunnenanlage führt kein Wasser, die Grünanlagen haben lange keine Pflege mehr erhalten.



Wir verweilen nur kurz und ziehen dann zum Birch Memorial Clock Tower weiter. Das Denkmal liegt gegenüber der Staatsmoschee und erinnert an den ersten Britischen Einwohner des Bundesstaates. Auf den vier Seiten des Turms wird die Entwicklung der Zivilisation gezeigt. Das Gelände ist umgeben von Wiese und einigen Imbissbuden. Nein, noch ist es für uns nicht soweit, wir essen nicht 😆 Stattdessen stoßen wir auf den Ipoh Heritage Trail. Bereits gestern hatten wir einen Hinweis darauf gesehen, wussten aber noch nicht womit wir es zu tun haben. Der Heritage Trail führt auf etwa 6,5KM durch das Zentrum von Ipoh und verknüpft die historischen Sehenswürdigkeiten mit der Kultur und dem Modernen. Etwa zwei Stunden würde es brauchen dem Trail komplett zu folgen. Da wir unser nächstes Ziel bereits kennen, folgen wir dem Trail nur ein Stückchen durch die Concubine Lane. Eine schmale Gasse mit teilweise sehr alten Gebäuden. Davon sieht man nur leider nichts, Verkaufsstand an Verkaufstand reiht sich hier ein und verdeckt jede Chance einen Blick auf die alten Gemäuer zu werfen. Als uns die Concubine Lane am anderen Ende wieder ausspuckt, stehen wir bereits vor dem nächsten Ziel des Tages.
Das Ho Yan Hor Museum erzählt die Geschichte von Dr. Ho Kai Cheong. Der kräuterkundige Visionär ist Gründer des bekanntesten Kräuterteeherstellers Malaysias. Das Museum befindet sich in einem über 100Jahre alten Haus indem die Familie damals zusammen mit 6 anderen gelebt hat. Im Erdgeschoss befanden sich die Verkaufsräume. Wir werden sehr freundlich empfangen und dürfen nach der kostenlosen Besichtigung diverse Teesorten testen. Die Rezepturen reichen von Magenberuhigend bis Schlaffördernd. Am Ende kaufen wir für etwa vier Euro ein. Lecker und sehr interessant. Jana ist aufgefallen, dass einige Einheimische, überwiegend Chinesen, beim überreichen von Dingen immer eine Hand an den Arm legen, der etwas übergibt. Wir fragen die nette Verkäuferin und sie erzählt uns voller Freude die Bedeutung und eine Geschichte: Die Übergabe von Gegenständen werden normalerweise immer mit zwei offenen Händen getätigt, da diese Geste einen glücksbringenden Segen mit sich führt. In der Moderne ist es etwas abgeschwächt worden. Daher wird nur noch mit einer Hand gereicht und der zweiten, als Andeutung für das Glück, an den Arm gefasst. Außerdem erklärt sie uns, dass es höflich ist, wenn man Tee eingeschenkt bekommt, mit zwei Fingern auf den Tisch zu tippen. Die Geschichte haben wir beide nicht ganz verstanden. Wir haben die Geschichte im Nachhinein nachgelesen: Der Legende nach reiste Kaiser Qian Long inkognito, um seine Bürger unbemerkt zu beobachten. Er ging einmal mit seinen Gefährten in ein Teehaus und schenkte seinem Diener eine Tasse Tee ein. Der Diener konnte sich nicht vor dem Kaiser verbeugen, sonst hätte er seine Identität offenbart, und so klopfte er drei Finger auf den Tisch (ein Finger, der seinen gesenkten Kopf und die anderen zwei, die seine niedergeworfenen Arme repräsentieren), um seine Dankbarkeit zu zeigen. Heutzutage klopft man nur noch mit einem oder zwei Fingern gegen den Tisch, um einen stillen Dank an die Person zu zahlen, die den Tee gegossen hat. (Quelle: nannuoshan.org)



Bevor es jetzt am Riverwalk weiter geht gibt es eine kleine Erfrischung in einem recht sterilen Café. Das Signature49 hat neben gutem Kaffee einiges an Gebäck im Angebot. Frisch gestärkt geht es zum Fluss, wir folgen ein ganzes Stück, kommen an einem ausgestorbenen Erlebnispark vorbei und erreichen dann einen hinduistischen Tempel. Nicht der den wir uns eigentlich rausgesucht haben, aber wir sind schon ganz schön erschöpft und stellen fest, dass wir den eigentlichen auch gar nicht erreichen würden. Der jetzige liegt vor einem kleinen Limestone Berg mit Abbruchkante. Es hängen Pflanzen und Bäume über und eine Menge Vögel tummeln sich im grün. Wir betreten den bunten Tempel durch eine große, doppelflügelige Holztür die mit einigen kleinen Glocken verziert ist. Dahinter liegt der an allen Seiten offene Tempel. Es sitzen einige Menschen auf dem Boden und beobachten einen Priester bei seiner Arbeit. Wir haben das Gefühl mit unserer Anwesenheit zu stören und bleiben nur einen Augenblick. Dann entscheiden wir uns über einen anliegenden Park zurück in Richtung Hotel zu gehen.



Mittlerweile hat sich der Himmel bedrohlich zugezogen. Die ersten Tropfen fallen als wir den Padang Taman Dr Seenivasagam erreichen. Der japanische Garten, den wir eigentlich sehen wollten, liegt hinter einer hohen Mauer, der Zugang ist versperrt. So betreten wir die Parkanlage und lassen den Tretbootverleih links liegen. In den Seerosenteichen stehen kleine Pavillons die über Brücken miteinander verbunden sind. Wir beobachten eine Weile die Koikarpfen, Schildkröten und anderen Wasserbewohner. Dann ist es Zeit nach Hause aufzubrechen. Wir stellen uns für einen kurzen Schauer unter und kommen dann weitgehend trocken im Hotel an.


Heute gönnen wir uns ein leckeres indisches Abendessen in einem Restaurant um die Ecke. Das Pakeeza Restaurant und Catering sieht von außen recht nobel aus. Drei Männer stehen in Anzügen vor der Tür und bitten uns rein. Innen warten fünf Servicekräfte in gleichen Anzügen darauf uns zum Tisch zu begleiten und die Bestellung aufzunehmen. Die Getränke und das Essen kommen innerhalb von wenigen Minuten, da werden wir das erste mal stutzig. Dann ist das Palak Paneer auf welches sich Christian immer riesig freut eher Spinat mit Blub. Schade. Das Garlic-Cheese-Naan ist ganz lecker und Janas Blumenkohl-Kartoffel-Curry ist passabel. Wir gehen davon aus, dass das Essen vorgekocht ist und deswegen so schnell serviert werden konnte und eher verkocht schmeckt. Wir zahlen stolze 25EUR. Den Spaß gönnen wir uns eher nicht noch mal 🫣
Der nächste Tag startet mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet bevor es mit zwei Säcken Wäsche zu einer Self-Service Laundry geht. Sieben Ringet soll die Wäsche kosten. Mist das haben wir nicht passend. Wir lösen zehn Token für zehn Ringet und verkaufen drei an May. Sie ist selber zum ersten mal zum Waschen hier, erkennt aber das die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch einmal herkommt größer ist, als bei uns. So kommen wir mit der Chirurgin ins Gespräch. Wir verstehen uns gut und die halbe Stunde verfliegt. Wir erfahren das May im Juni zwecks Fortbildung für ein halbes Jahr in München ist und versuchen ihr einige Tipps für Ausflüge zu geben. Gar nicht so einfach da sie nebenbei noch den Großfamilien Besuch organisiert und zwischen Wäsche, Telefon und Gespräch wechselt. Als unsere Wäsche fertig ist verabreden wir uns in Kontakt zu bleiben und die kommenden Tage etwas zu unternehmen. Gut beladen stolpern wir zurück zum Hotel und hängen die Wäsche im gesamten Zimmer auf – das riecht gut 🌸



Da wir beim erkunden die letzten Tage unglaublich geschwitzt und davon vorerst genug haben, wollen wir uns heute eine klimatisierte Mall angucken. „Geht da bloß nicht hin, ist nicht schön“, meinte May noch. Ja – können wir uns denken aber kalter Kaffee und etwas bummeln, dass ist es wonach uns jetzt ist. Also schlendern wir zum Ipoh Parade. Auf vier Etagen werden hier in typischen Kleidungs-, Kosmetik- und Schmuckläden all die Produkte angeboten die wir überhaupt nicht brauchen 🤷♀️ Wir genießen das Bummeln durch die Etagen trotzdem. Und die klimatisierte Luft. Im Erdgeschoss gibt es ein Café. Wir bestellen Getränke, Pommes und Kuchen. Gebracht wird uns Kuchen. Dann lange Zeit nichts. Dann Getränke. Wir wollten natürlich mit den Pommes starten, verzichten nach etwa 20 Minuten länger darauf zu warten und beginnen damit den Salted Caramel Cheesecake und den Pumkinpie zu verzehren. Super lecker. Jap, die Pommes sind immer noch nicht fertig. Erst auf Nachfrage kommen die Pommes dann auch, da hätten wir lange warten können 😄


Wir latschen zurück ins Hotel und gönnen uns etwas Luxus: Mittagsschlaf. Wir wachen erst auf, als unsere Mägen zu knurren beginnen. Tja, leider hat unser Wunschrestaurant bereits geschlossen. Warum auch nicht um halb acht. Also landen wir spontan in einem chinesischen Restaurant das den Namen Ambience Tea House & Veggie Café führt. Die ausgestellte Karte lässt uns erst stutzig werden. Chicken, Pork, Prawn und Fisch, alles auf der Karte. Da es spät ist und wir Hunger haben wundern wir uns zwar, betreten den Laden dann aber trotzdem. Auf Nachfrage wie das mit dem Namen zusammen passt, erklärt man uns freundlich, dass es sich um vegetarische Alternativen handelt. Ja Krass. Von Zuhause ist man eben gewohnt, dass die Gerichte dann zumindest einen Zusatz im Namen tragen müssen, damit man sich als Fleischesser nicht hinters Licht geführt fühlt. Uns wird ein leckeres Spaghetti Curry und eine Erdnusssuppe mit Reis serviert. Super lecker und mit etwa 12EUR verhältnismäßig günstig 😄 Hier kommen wir gerne wieder.



Sonntag – Arbeitstag. Ihr kennt das schon. Nach dem Frühstück werden die Laptops hochgefahren und mit dem Schreiben begonnen. Das klappt heute mittelmäßig gut. So richtig kommen wir nicht auf Touren und lenken uns mit anderen Dingen ab. So vertrödeln wir halbproduktiv den Tag bis wir beschließen uns doch erst die Füße zu vertreten. Mittlerweile im Nachmittag angekommen führt uns der Weg zum YC Vege Life Cafe. Hier wollten wir eigentlich gestern schon landen, heute hat es noch geöffnet. Einen Avocado- und einen Mushroomburger später stolpern wir vom Abendessen in einen koreanischen Supermarkt. Also einen Süßigkeitenmarkt. Regal an Regal werden hier die verrücktesten Sweets in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen verkauft. Knorke. Wir decken uns mit einem Vorrat Mochies ein. Einen Teil davon vertilgen wir bereits am Abend während wir mit Sonja und Daniel telefonieren 🤩
Stroll on
Christian & Jana

























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