Reisewoche #29

veröffentlicht von

am

22.07. – 28.07.2024

„Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“

Voltaire

Reisewoche 29 Audio

Unsere erste Tat nach unserem leckeren Frühstück: Wir holen unsere Pässe ab. Whohooo. 🥳 Das Immigration Office in Singaraja ist wirklich großartig. Wir kommen an, erhalten von dem netten Wachmann eine Nummer und setzen uns. Er geht direkt zum Schalter der Eingangshalle, erklärt seiner Kollegin was wir hier wollen und schwupp dürfen wir nach vorne und direkt weiter zum Passportbereich. Auch da setzen wir uns nur kurz. Der Beamte erkennt uns, fragt welche Nummer wir haben und schon dürfen wir vortreten. Die Pässe sind fertig lediglich unsere Unterschrift braucht er noch. Dann sind wir auch schon wieder draußen, mit unseren Pässen und der Visa-Verlängerung für einen Monat. 😆 Die Freude darüber hält noch etwa eine Stunde an, dann bekommt Christian übelste Kopfschmerzen. Also erstmal ins Zimmer und alles abdunkeln. Schlafen ist ja oft die beste Medizin. Abends kommen zu den Kopfschmerzen Durchfall und leichtes Fieber dazu.

Die Nacht war schrecklich für Christian. In der Nacht wurde es dann Fieber und zwischendurch Schüttelfrost der Hölle. Jana packt sich die Wasserflaschen und funktioniert sie zu Wärmflaschen um. Zum Glück hat die Unterkunft einen Gasboiler und somit richtig heißes Wasser. Die Ratte im Badezimmer, die aktuell ein- und ausgeht, erschrickt durch die nächtliche Störung und flieht. Flux noch Pullover, lange Hose und Socken für Christian rausgekramt und dann die heißen Flaschen um ihn verteilen. Den Rest regelt die Wärme zwischen zwei Körpern. Jetzt heißt es Klimaanlage aus und kuscheln was das Zeug hält. Immer wieder quält er sich aus dem Bett. Auch am nächsten Morgen gibt es keine Entwarnung. Jana fragt nach, ob wir das Zimmer um drei Nächte verlängern können, leider nein. Also sucht sie ein Neues in der Nähe, während Christian sich mit Fieber quält. 🤒

Als der Scooter abgegeben wird vermutet der Vermieter, dass es sich um „Bali Belly“ handelt. Wir lachen darüber erst und dachten, dass er Belly Belly gesagt hat oder Bali Bali, bis wir mehrere Artikel im Internet dazu finden. „Bali Belly“ ist eine Magen-Darm-Erkrankung ähnlich einer Lebensmittelvergiftung. Den Tag verbringen wir im Bett mit lesen, spielen und schwitzen.

Am Dienstag müssen wir das Hotel wechseln. Christian hat immer noch erhöhte Temperatur und schlägt sich tapfer beim Check-Out. Zum Glück dürfen wir bis 14 Uhr am Pool chillen. Hier können wir uns hinlegen und wenn nötig schlafen. Bis wir ein Taxi bestellen. Im Laufe der letzten Tage wurden wir immer wieder angesprochen, ob wir ein Taxi benötigen oder eine Tour. So gut wie jeder freundliche Smalltalk endet damit, dass uns jemand etwas verkaufen möchte. 💰 Da alle Angebote teurer sind als ein Taxi über Grab zu ordern, bleiben wir erneut bei der Plattform. Das Taxi kommt und bittet uns, bis zur Hauptstraße zu laufen, da er nicht in die Straße reinfahren dürfe. Die Mafia für Taxis und Transporte im Allgemeinen ist hier sehr stark vertreten. Das passt uns nicht, Christian ist angeschlagen. Doch eine Wahl bleibt uns nur bedingt und wäre kostspieliger. Zumindest gibt es Schatten am Abholort. Zu allem Übel ist das Datenvolumen von Jana aufgebraucht und die Grab-App aktualisiert sich nicht. Wir finden zum Glück trotzdem zusammen. Mit dem Taxi geht es dann zur nächsten Unterkunft. Diese ist auch in Lovina, circa 3km entfernt.

Das Villa Agung Beach Inn ist ein Volltreffer. Es passt irgendwie alles. Klar kann man was finden, wenn man möchte, hier fällt es durchaus schwer. Es ist klein, direkt am Meer, ruhig und hat nur wenige Zimmer. Der Pool im Innenhof ist sauber und gut temperiert. Im Zimmer gibt es einen Schreibtisch, Sitzbereich, Wasserkocher und vor allem ein gemütliches Bett.

Was eine „perfekte“ Unterkunft für uns haben sollte:

  • Gemütliches Bett inkl. Nachttisch
  • Wasserkocher (oder besser eine Küche)
  • Kühlschrank
  • Schreibtisch
  • Schrank und Ablageflächen
  • Sitzecke oder Couch
  • Ein Balkon oder Terrasse
  • Dusche mit Warmwasser
  • Gutes WLAN

Wir hatten auch Unterkünfte die keines die Kriterien erfüllt haben 🤣 Doch diese Annehmlichkeiten machen glücklich. ☺️

Wir kommen an und Christian legt sich direkt hin. Abends zum Sonnenuntergang treibt es uns noch einmal ins Hotel-Restaurant. Zum Glück gibt es hier eine leckere Tomatensuppe für Christian und Gado-Gado für Jana. Der Sonnenuntergang ist atemberaubend. Der Manager für Touren spricht uns direkt an, ob wir morgen früh die Delphin-Tour mitmachen wollen. Dabei fährt man gegen 6 Uhr mit einem der Fischerboote raus. Die Delphine ziehen jeden Morgen an Lovina vorbei. Wir sind immer erst einmal skeptisch bei so etwas. Zu oft schon haben wir erlebt, wie die Tiere regelrecht gejagt werden, alles für das beste Urlaubsfoto. Zudem geht es Christian auch noch nicht gut.

Es ist Mittwoch und die Nacht war schon viel Besser. Das Fieber ist zurückgegangen. Nur der Bauch spielt noch verrückt. Während Christian das Bett hütet, nutzt Jana die Annehmlichkeiten der Unterkunft und wechselt zwischen Pool, Meer und Schreibtisch.

Donnerstagmorgen gibt es Porridge mit Banane. Danach das Gleiche wie gestern. Pool, Meer, Schreibtisch. 🤩 Mit einer Ausnahme: Jana versucht ein Aufbaumittel wie Perenterol oder Perocur zu organisieren und es gibt eine Bäckerei, die angeblich Brezeln hat. Seit Kuala Lumpur hat sie da schon Lust drauf und für Christian wären sie auch nicht schlecht. Und sie lädt ihre SIM-Karte auf. Für 35.000IDR (1,97 EUR) gibt es 12GB. Die Apotheke, die eigentlich keine ist, hat nur eine angefangene Packung und verkauft nur einzelne Kapseln, davon lassen wir lieber mal die Finger weg. Sonst wächst ihm nach Einnahme ein elfter Zeh. 🧟‍♂️ Die Brezeln sind leider aus. Naja wenigstens der vierzigminütige Fußmarsch nach Haus ist schön und führt zum Teil am Meer entlang. An der „Promenade“ stehen klapprige Blechhütten, die verranzter aussehen, als die Fischerboote davor. Apropos Fischerboote: Die Delphin-Tour ist genau das, was wir erwartet hatten. Am Morgen konnten wir beobachten, wie zwanzig Motorboote hinter der Delphinschule herjagten. Auch wenn wir gern welche erlebt hätten, das wollen wir nicht unterstützen.

Wenn es weder ein Aufbaumittel, noch Brezel gibt, dann wenigstens frisches Obst. Auch Christian kann wieder lächeln und so lassen wir uns die saftig rote Drachenfrucht schmecken. Wir buchen noch die nächste Unterkunft und beraten uns, wie wir die restliche Zeit unseres Indonesien-Visas verbringen wollen. Es ist nicht einfachen (Privilegien-Probleme) zu entscheiden, ob wir versuchen alles zu sehen, was wir wollen, oder eine längere Pause von 14 Tagen an einen Ort machen. Wir sind beide etwas reisemüde und haben leichtes Heimweh, nach einer Basis, Familie und Freunde.


Wir entscheiden uns einige Tage in Amed zu bleiben, da dieser Ort für gute Schnorchel-Spots bekannt ist und weil es hier, laut Google, eine Fährverbindung auf die Gillis gibt. Christian geht es jeden Tag besser und wir haben Hoffnung, dass auch er wieder ins Wasser kann.

Wir erkundigen uns, wie wir in das 69 km entfernte Amed gelangen. Uns werden wieder viele Angebote gemacht. Von 500.000 – 650.000IDR (28,27 – 36,76 EUR), klingt teuer, ist auch so. Es ist wirklich schwierig, hier einen Bemo oder Publikbus zu finden. Alle wollen mit uns Geld machen, daher sind auch die Auskünfte vage und enden meistens mit einer Taxifahrt. Zudem dauert die Fahrt ca. 2-3h je nach Verkehr, ein Taxi ist eventuell flexibler, was einen spontanen Toiletten-Stop angeht. Es gibt hier nur eine Straße von Lovina nach Amed und diese ist entsprechend voll. Am Ende finden wir ein Taxi über Grab, welches uns „nur“ 435.000IDR (24,60EUR) kostet.

In Amed haben wir das erste Mal seit langem eine Unterkunft ohne eine Klimaanlage. Die Bewertungen waren alle super und da es sich nachts auf 23 Grad abkühlt, fanden wir, dass wir es probieren sollten. Wir verabschieden uns von allen und steigen zu Bagus unseren Reiseabschnittsgefährten für die nächsten Stunden. Wir reden sehr viel mit ihm und können Punkten, als er uns den Namen seiner Tochter nennt Putu Ayu und wir fast gleichzeitig „Erstgeborene Schöne“ sagen. Er freut sich und wir erfahren noch mehr über die Kultur Balis. Zum Beispiel, dass jedes Haus drei Tempel haben muss. Ja muss. Einen großen für die aufgehende Sonne, einen kleineren der meistens vor dem Anwesen steht, für die Geister, die eventuell mit im Haus leben und handgroße, die sie beschützen sollen. Auch erfahren wir, was die Opfergaben bedeuten. Auf jedem Tempel befinden sich Räucherstäbchen, Reis und Blumen. Die Räucherstäbchen stellen das Feuer dar für Brahma, die Blumen sind für Shiva und der Reis stellt das Wasser dar und ist für Vishna. Unser Fahrer ist Ingenieur und arbeitet weltweit an den Kreuzfahrtschiffen von Disney. Zudem erfahren wir, dass der Ort Ubud, den wir auch noch besuchen wollen, der reichste auf der ganzen Insel ist, da viele die dort wohnen die Blutlinie des Königs in sich tragen sollen.

Wenn es auch manchmal knapp war, wir sind heil in Amed angekommen. Und Bagus hat sogar noch ein Geschenk von uns erhalten. Wir haben ihm unser Ladekabel „geschenkt“. Möge es ihm Freude bereiten. 🫣 Im Hotel werden wir herzlich begrüßt. Der Mitarbeiter stellt sich uns als Gede June (Erstgeborener im Juni) vor. Christian antwortet mit: „Ich bin Gede Agung“ (Erstgeborener großerartiger, den Namen hat er von Ayah bekommen) und schon ist das Eis gebrochen. Fühlt sich richtig gut an. Nicht so gut fühlt sich Amed und die Unterkunft an. Jetzt mal davon abgesehen, dass es keine Klimaanlage gibt, das haben wir ja selbst entschieden, ist die Bude heruntergekommen. Die Bilder im Internet waren mehr schein als sein. Nicht nur bröckelt der Putz von den Wänden, es ist auch dreckig und kein bisschen mit Liebe gestaltet. Die Gardinen hängen kaputt herunter, Spinnweben, Dreck und alles ist verkalkt und alt. Amed selbst ist laut und dreckig. Das drückt die Stimmung immens. Mehr bei Jana, als bei Christian. Als wir dann noch erfahren, dass es von hier seit einem Jahr keine Fähren mehr gibt und die aktuelle Hitze richtig ins Gehirn drückt, ist Jana genervt und entmutigt.

Da hilft nur eins: Essen und den Sonnenuntergang genießen. Wir laufen den Sand-Steinstrand entlang, erst Barfuß, dann wieder mit Schuhen. Der Stein-Muschel-Mix schmerzt und hat schon einen Splitter in Janas Fuß als Andenken hinterlassen. Wir fläzen uns in die Sitzkissen einer Strandbar und genießen den Sonnenuntergang. Eine Frau erzählt uns zudem, dass sie beim Schnorcheln eben Schildkröten und kleine Haie gesehen hat. Das macht wieder etwas Lust und wir freuen uns auf Morgen.

Es wird dunkel und wir verziehen uns in die muffige überhitze Wohnung. Wir lassen alle Lichter aus und öffnen alle Fenster und Türen, in der Hoffnung, dass ein bisschen Luft reinkommt. Der Schweiß läuft bei jedem Kontakt mit irgendwas oder -wem. Die Toilette funktioniert nicht richtig. Oh Man, der Tag darf gern zu Ende gehen. 🏚️ Jana schläft gar nicht. Schlafen in einer neuen Umgebung ist mittlerweile nur noch dann ein Problem, wenn sie sich nicht direkt wohl fühlt. Dem ist leider so. Gegen 2:30 Uhr ist die Temperatur aushaltbar und so bekommt auch sie noch ein wenig Schlaf.

Wir leben noch! Niemand ist geschmolzen oder geflohen. Die Kühle des morgens bringt Gemütlichkeit mit sich. Zur Erklärung: Da es im Loft, wo ein Queensizebett steht, zu heiß ist und die Betten unten zu schwer sind, um sie zusammenzuschieben, schlafen wir aktuell in getrennten Betten. Das Frühstück ist eher sperrlich, aber lecker. Wir erfahren von einem Angestellten, dass wir ein Shuttle vom Hotel zum Panang Pier erhalten können und dann nur noch die Tickets für die Fähre organisieren müssen. Wir bekommen auch noch ein paar Tipps für die Gegend und erfahren, dass der Vulkan Agung aktuell „geschlossen“ ist wegen einer Zeremonie und ohne Guide auch zu gefährlich, da es da keinen Empfang gibt. Danach laufen wir zum Strand und gehen das erste Mal seit Koh Lipe (Thailand) schnorcheln. Die Unterwasserwelt ähnelt der in Thailand. Wahnsinn, Thailand. Fühlt sich wie eine Ewigkeit an. Der Angestellte des Hotels hatte uns von vielen schönen Korallen berichtet. Leider sehen wir nur kaputte Korallen, was uns traurig stimmt. Das drückt die Stimmung. Keine Ahnung ob es der Schlafmangel ist oder Heimweh, aber wir waren schon mal glücklicher nach dem Schnorcheln. Oder: Manchmal ist es der Ort, der nicht passt. Wir gehen zurück ins Hotel und entspannen auf unserer Terrasse bei einem angenehmen Lüftchen im Schatten.


Die Nacht zu Sonntag war deutlich besser. Wir haben gut geschlafen und auch die Temperatur war angenehm. Da heute Sonntag ist, haben wir nicht viel geplant. Nachdem Frühstück kauft Christian die Tickets für die Überfahrt auf Gilli Trawangan und Jana entspannt auf der Terrasse. Wir gehen noch richtig lecker Essen, genießen den Sonnenuntergang von unserer Terrasse aus und schnacken mit dem Lummerland und Sebastian. Morgen wollen wir einen Roller mieten und uns die Gegend anschauen. 😊

🤤

Stroll on
Christian & Jana



2 Antworten zu „Reisewoche #29“

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …ich drück Euch virtuell mal ganz doll… 🫂

    vllt hilft es ein wenig gegen Heimweh… 😘

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    1. Avatar von cjstrollaway

      Das ist lieb von dir und bei uns angekommen 🙂

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