Reisewoche #33

veröffentlicht von

am

19.08. – 25.08.2024

„Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist.“

Gandalf der Graue

Wir ziehen um. Diese Unterkunft in Ubud, das Utu Homestay gefällt uns wirklich sehr gut. Leider konnten wir den Aufenthalt hier nicht verlängern. Zum Glück gibt es in der gleichen Straße mehrere Homestays. Ein letztes großartiges Frühstück, Sachen packen und einmal über die Straße laufen. Wir werden herzlich verabschiedet und auch wieder herzlich empfangen. Wie immer in Indonesien. Mit der Dame laufen wir die ganze Straße wieder zurück, durch eine schmale Gasse bis zum versteckten Juwel. Das Praety Homestay hat einen schönen Garten mit Tempeln und Steinfiguren. Die Türen sind prunkvoll verziert und das Zimmer ist angenehm groß. Das war der schnellste Umzug, seit wir losgezogen sind. 😉

Jana quält sich mit Kopfweh und ihre Nase läuft. Wir sind es gewohnt, dass wir immer wieder Krank sind, ohne krank zu sein. Keine Ahnung woher, keine Ahnung was. Wie soll man das behandeln? Wir haben uns entschieden, dass wir das „Mürgeln“ (Wie wir es nennen) mit Ruhe und gesundem Essen bekämpfen. Wir schlendern zum Bali Buda, einem vegetarischen Restaurant, dass sich auch auf Nachhaltigkeit und unverpacktes 😍 spezialisiert hat. Dieses Konzept kann in Ubud funktionieren, da hier viele „Veggies“ zum Meditieren und Yogieren einkehren. Wir werden mit einem angenehmen Duft und künstlichem Vogelgezwitscher begrüßt. Auch das Essen ist lecker. Danach gehts ins Bett. Schlafen, ist die dritte Medizin. Wasser die vierte.

Der nächste Tage startet für Jana, wie es geendet hat, mit Kopfweh. Auch Christian hat nun Halsweh und wir hoffen, dass es beim „Mürgeln“ bleibt und es nicht doch noch eine Krankheit wird. Auch im Praety Homestay ist Frühstück inklusive. Der Obstteller und die Sandwichtoasts sind ein Traum. Den Rest des Tages widmen wir der Gesundung.

Es ist Mittwoch und wir fühlen uns beide etwas besser. Wir wollen ins Museum und in den Wassertempel in Ubud. Gesagt getan. Das Puri Lukisan Museum ist eher eine Kunstausstellung. Uns wird direkt das Ticket für 150K (8,65 EUR) angeboten. Christian hat vorher die Google Rezensionen gelesen und wusste, dass es noch ein günstigeres Ticket gibt. Erst auf Nachfragen wird uns auch das Ticket ohne Mittagessen, für 90K (5,19 EUR) angeboten.

Schon die erste Installation gefällt uns. Ein japanischer Wassergarten in einem hochgestellten Glashaus. Mit Fischen, Seerosen und Pflanzen aller Art. Danach folgen Kunstwerke und Schnitzereien aus verschiedenen Jahrhunderten indonesischer Geschichte. Der Stil ist sehr Typisch für Ubud. Die meisten erzählen die Geschichte der Götter und Dämonen. Jana betrachtet ein im Bali-Stil gemaltes Kunstwerk, als hinter ihr ein lautes „Aahh!“, erklingt. Christian hält seinen Nacken fest und blickt auf einen daumengroßen schwarzen Punkt auf dem Boden, der gerade wegkrabbeln will. Der Nacken von Christian ist zwar rot, aber kein Stich zu erkennen. Das Tier wird erstmal unter die Lupe genommen. Google Lens verrät uns, dass es sich hier um eine ungefährliche Schlammwespe handelt. Puh. Glück gehabt. Wie aufregend doch Kunst sein kann. 🤣

Das Museum war ein schöner Ausflug in die Kunstwelt Balis. Weiter geht es zum Wassertempel. Eigentlich zahlt man für die Besichtigung eines Tempels nichts. Es sei denn, es gibt Touristen an den Orten, denn die zahlen auch für Gebetshäuser 😏 Also zahlen wir 50K (2,88 EUR) Eintritt und bekommen dafür eine „fast“ traditionelle Kleidung. Der Kopfschmuck passt, für Cristian auch der Sarong und das Oberteil. Doch die Frauen Balis tragen in der Regel obenrum eine Art enge Netzbluse und keinen Sack. 🤣 Jana hat keine Wahl und so laufen wir beide mit all den anderen lila Minions durch den Tempel. Wir setzen uns auch auf die vergoldeten Stühle und machen ein typisches Ubud-Wassertempel-Foto. Für alle da draußen: KEIN HOCHZEITSFOTO 🤣

Der Wassertempel war ok, wir haben aber schon schönere gesehen. Sorry. 😋 Das Mürgeln steckt noch immer in uns und wir fühlen uns nach dem Museum und dem Tempel erschöpft. Die vernebelten Sinne zwingen uns etwas zu tun, was wir auf unserer Reise bisher vermieden haben: Wir gehen in ein Starbucks 😱. Wenigstens nicht in Phuket, 5G haben wir aber auch hier (Grüße gehen raus an Alligatoah). Eventuell ist Jana jetzt süchtig nach Red Berry Schoko Frappé.

Am Abend packen wir schon ein wenig vor. Unser Flieger geht morgen von Denpasar aus um 14:15 Uhr. Trotzdem müssen wir schon um 7 Uhr aufstehen, da unser Transportvan um 9 Uhr startet. In Bangkok haben wir uns dieses Mal für eine kleine Wohnung über AirBnB entschieden und kein Hotel. Wir bekommen idR einen Abend vorher die Zugangsdaten. Auch dieses Mal. Das Procedere ist immer gleich. Wir bekommen die Adresse, die Zugangsdaten, speichern uns die Adresse der Unterkunft ein und laden die Offlinekarte des Ortes herunter, wenn wir noch kein mobiles Internet haben. Soweit so gut. Als der Vermieter uns bei den Check-In Daten mitteilt, dass wir beim Portier sagen sollen, dass wir einen Freund besuchen, werden wir stutzig. Da stimmt was nicht.

Wir recherchieren und finden bei der Unterkunft in Bangkok mehrere Informationen, dass Touristen dort nicht erwünscht sind. Nicht nur das. In Bangkok ist ein Vermieten der eigenen Wohnung unter einem Monat sogar unter Strafe verboten. Weder der Vermieter, noch AirBnB hat darauf hingewiesen. Wie auch? Der Vermieter will Geld verdienen und AirBnB stützt sich auf seine AGB und überträgt die Verantwortung an den Vermieter. Wir schreiben den Vermieter an und er versichert uns, dass wir keine Probleme bekommen werden, nur die Wahrheit sollen wir nicht sagen. WIR? Wir beiden sind nicht gerade fürs Lügen bekannt. Vor allem wollen wir nicht lügen! Das fühlt sich falsch an. Auf den Fotos im Internet sehen wir große Plakate verteilt auf dem gesamten Grundstück der Unterkunft: „Touristen nicht Willkommen!“ „Strafe.“ Nein! Das ist nichts für uns.

Wir bitten den Vermieter zu stornieren, da wir nur einen kleinen Teil des Geldes erstattet bekommen würden, wenn wir einen Tag vorher stornieren. Er storniert natürlich nicht und bleibt dabei, dass alles richtig ist. Also stornieren wir und schreiben AirBnB an. Obwohl der automatische Chat-Bot eine Qual 🤬 ist, schafft Jana es ein Ticket zu eröffnen. Jetzt heißt es abwarten, Tee trinken und eine neue Unterkunft für morgen finden.

Jana findet in Chinatown ein etwas teureres kleines Homestay. Wir buchen. Großartig und auch der neue Tee aus dem Unverpacktladen schmeckt und lässt die Frustration verschwinden. Morgen gehts nach Bangkok.

Christian ist in unserem Reiseteam der Transportmanager und Jana die Accomodationmanagerin (Unterkünfte). Heute Morgen ist er es, der sich die Haare rauft. Gestern hat er noch mit unserem Fahrer und der Reiseorganisation den Abholstandort ausgetauscht, heute stehen wir da und niemand kommt. 🫣 Verspätungen sind wir ja schon gewohnt und haben extra zwei Stunden Puffer bis Abflug eingebaut. Doch jetzt gerade schreibt und telefoniert Christian mit drei verschiedenen Personen und irgendwie weiß niemand so richtig Bescheid. Bis uns eine halbe Stunde später ein Mann anspricht und sagt: „Hey, habt ihr auf mich gewartet.“ Jippi, na endlich. „Wo wollt ihr denn hin?“ Moment mal, warum weiß er das nicht? Es stellt sich heraus, dass er uns einfach nur eine Fahrt verkaufen wollte. HAHA lustig. Das heißt weiter warten. Dann kommt wieder einer zu uns, Christian hat mittlerweile bereits drei Leuten unseren Standort geschickt. Dieser zeigt uns den Chatverlauf und ist tatsächlich unser Fahrer. 🥳

Die Fahrt nach Denpasar ist sehr entspannt, auch der Check-In (außer das Christian wie immer rausgezogen wird, weil irgendwas im Rucksack „auffällig“ ist). Wir gönnen uns noch ein überteuertes Mittagessen und dürfen pünktlich einchecken. Der Flug ist weitgehend entspannt, nur ab und an wird die kleine 737 durchgerüttelt. Gegen 18 Uhr sind wir in Bangkok, Baby 🤩.

Könnt ihr Euch noch an unser erstes Mal in Bangkok erinnern? Wir hatten mit der Hitze zu kämpfen, da wir frisch aus Georgien kamen. Dieses Mal sind wir mega entspannt, da wir ja nun schon seit fünf Monaten in 30 Grad rumdümpeln. Doch die Luft in Bangkok ist anders! Der Smog, die Hitze, einfach anders. Das macht uns instant fertig. 🤣 Der Duft von Durian, Kanalisation und süßen Räucherstäbchen heißt uns Willkommen. Das fühlt sich vertraut an. Wir kennen die Bahn und die Gegend in der unser Homestay ist. Easy. Unser Zimmer ist super. Und zu unserer Freude, hat AirBnB uns anstandslos den Restbetrag erstattet, so dass wir keine Verluste erlitten haben. Wir lassen den Abend ausklingen.

Was gibt es Schöneres, als ein Zahnarztbesuch? Etliches. Wir hatten bereits auf Bali einen Termin in Bangkok vereinbart. Einmal im Jahr sollte man zum Zahnarzt gehen, da wir nicht wissen ob wir nochmal nach Bangkok kommen, nutzen wir die Chance und erledigen das direkt. Der nächste Termin darf dann wieder in Deutschland stattfinden. Wir sind eine Stunde zu früh bei der Klinik und vertreiben uns die Zeit in einer Mall. Und wenn wir schon mal hier sind, können wir auch gleich SIM-Karten besorgen. In der Regel ist es ganz einfach und geht super schnell. Ist auch so, außer bei Jana. Es dauert insgesamt 45 Min. Wir werden so langsam nervös. Zehn Minuten haben wir noch, dann ist auch ihre Karte online. Nur noch bezahlen. Es geht nur Barzahlung und die Dame hat natürlich kein Wechselgeld. Sie verschwindet mit unserem Geld. Wir müssen jetzt wirklich los. Als wir schon darüber nachdenken, 7,90 EUR als Trickgeld dazulassen, kommt sie wieder zurück und wir rennen bei 33 Grad zum Zahnarzt.

Über den Zahnarztbesuch in Bangkok können wir sagen, dass die Erstanmeldung länger dauert, als die Behandlung selbst. Zum Anmelden gehört hier z.B. auch Blutdruckmessen. Die Behandlung war super und nichts anderes als in Deutschland. Für die Prophylaxebehandlung haben wir pP. 50EUR bezahlt. Mal schauen, ob wir das von der Reiseversicherung wiederbekommen. Und weil wir gerade so produktiv unterwegs sind, führt uns unser Weg zum Bahnhof. Wir wollen Tickets nach Chiang Mai buchen. Wir haben die Wahl zwischen Nachtzug mit Schlafkabine oder Tagzug. Wir haben uns für die dreizehnstündige Fahrt tagsüber entschieden. Wir verlieren zwar einen Tag, aber die Fahrt ist wesentlich günstiger und wir können die Landschaft sehen. Eine Nachtfahrt hätte 1.100 THB (29 EUR) gekostet. Für die Tagfahrt zahlen wir 14.54 EUR. Wir sind schon sehr gespannt auf Chiang Mai. Den Tag lassen wir mit veganem Thaifood ausklingen.

Im Homestay gibt es kein Frühstück, da jedes Zimmer auch eine Küche hat. Macht aber nichts. Bei unserem letzten Aufenthalt in Thailand haben wir uns in einen Joghurt verliebt. 🤣 Den haben wir fast jeden Tag gegessen. Im 7Eleven haben wir uns mit dem Nata de Coco Joghurt und Müsli eingedeckt. Danach schlendern wir durch Chinatown und lassen uns durch das Gewusel der Straßen und Einkaufsgassen tragen. Wir snacken leckere Frühlingsrollen an einem winzigen Stand und am nächsten süße Kartoffelbällchen. Und überall riecht es nach Durian und leckerem Essen. Hach, schön wieder hier zu sein.

Es ist Sonntag. Christian arbeitet eine neue 3D-Figur aus, Jana schreibt an einem Exposé für ein Buch. Naja und dieser Reisebericht wird auch geschrieben. 😁 Lasst es Euch gut gehen.

Stroll on

Christian & Jana

2 Antworten zu „Reisewoche #33”.

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …bin ich froh, dass die Schlammwespe harmlos ist… 🙈

    Wünsche Euch stabile Gesundheit und weiterhin schöne Erlebnisse… 😃

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    1. Avatar von cjstrollaway

      Toi Toi Toi 😀 Bisher war alles relativ harmlos 🙂

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