Reisewoche #34

veröffentlicht von

am

26.08. – 01.09.2024

„Ohne Hoffnung zu Leben ist als würde man sich selbst begraben.“

Buddhistische Weisheit

Nata de Coco mit Müsli und der Tag gehört dir. 😆 Wir haben einiges vor an diesem Montag. Die BlueLine bringt uns zwei Stationen in Richtung großer Palast. Von der Station Sanam Chai müssen wir allerdings noch ein ganzes Stückchen laufen. Wir kommen vorbei am Wat Pho. Wir erinnern uns; der liegende Buddha den wir beinahe gesehen hätten und die Herausforderungen die besonders Jana bei unserem ersten Besuch in Bangkok hatte. Heute läuft es sich schon viel besser und Christian ist sich sicher, heute sieht er das Highlight, den Emerald Buddha, im großen Palast.

Stolze 25€ kostet uns der Eintritt. Wir versorgen uns mit einem Eiskaffee und Wasser und stapfen los. Bevor wir zum Palast kommen stehen wir auf dem Gelände des Wat Phra Kaeo. Dieses schön angelegte Tempelgelände ist, wie einige andere auch, mit einer Mauer umgeben. Bemerkenswert hier, die rundherum als Kreuzgang ausgebaute Mauer mit einer nicht enden wollenden Wandmalerei. Das Mural Painting zeigt die thailändische Fassung des hinduistischen Epos Ramakien. Sie erzählt auf 178 Bildern wie Rama über das Böse siegte. Wir stellen schnell fest, dass die Geschichte nicht am Eingang startet sondern im Norden der Tempelanlage. Wir besichtigen das Chedi, das Pantheon, den Innenhof und die Kapelle. Relativ verärgert stellt Christian irgendwann fest, dass wir weit und breit keinen Emeraldbuddha gesehen haben. Wir haben drei Meter hohe Figuren gesehen, einen riesigen vergoldeten Thron. Aber den Buddha? Die Hauptattraktion des Tempels? Keine Chance. Der kann doch nicht so schwer zu finden sein… Jana ist leicht irritiert und meint, doch der war doch da, in der Kapelle, guckst du hier auf dem Foto?
Tatsächlich. In elf Meter höhe, ganz oben auf dem Thron sitzt ein leicht grün schimmernder Buddha. Na klasse. Hätte man sich den Wikipediaeintrag früher durchgelesen, hätte man das wissen können. Somit haken wir den Punkt ab und begeben uns zum Durchgang für den großen Palast.

Ein breiter gepflasterter Weg führt an einem schick angelegten Garten vorbei und offenbart den Blick auf den ehemaligen Königspalast. Memo aus der Zukunft: Wir wissen mittlerweile, dass wir mit dem Ticket IN den Palast gekommen wären. Da uns den ganzen Tag die Sonne auf den Kopf geschienen hat, oder weil wir komplett unvorbereitet sind, erfreuen wir uns über den Anblick und ziehen von dannen.

Mächtig hungrig stolpern wir auf die Na Phra Lan Road. Hier gibt es teure Restaurants und eine Gasse die zum Fluss führt. Hier finden wir ein authentisches Thairestaurant mit leckerem Essen zu günstigen Preisen. Frisch gestärkt geht es weiter zum Fluss, wir wollen mit einem Wassertaxi auf die andere Seite, um uns das Wat Arun anzugucken. Als erstes wird uns eine einstündige Fahrt mit einem Schnellboot angeboten. Der Spaß würde uns im ersten Angebot 3000 Thaibaht kosten, etwa 78€. Wir lehnen dankend ab, auch das zweite, viel günstigere Angebot. Er läuft uns weiter hinterher. Auf dem Weg zum Fährtticketschalter werden wir begleitet und das letzte Angebot das wir hören liegt bei 25€. Obacht. 😆

Für etwa einen Euro buchen wir letztlich das Wassertaxi. 20 Minuten warten wir auf die Fähre mit der blauen Fahne, um dann etwa 90 Sekunden später Flussabwärts am Wat Arun auszusteigen. Wir zahlen weitere 10€ für Eintritt und eine kleine Flasche Wasser. Aus der Ferne konnten wir schon das ein oder andere mal einen Blick auf den Prang des Wats werfen. Der eindrucksvolle Phra Prang ist immerhin zwischen 66 und 86m hoch. So genau lässt sich das nicht sagen. Leider ist der Aufstieg aktuell nicht vollständig möglich, die oberen drei Etagen sind gesperrt. So laufen wir gemütlich drum herum und beobachten die unzähligen traditionell gekleideten Menschen. Merkwürdig warum die sich ausgerechnet alle hier aufhalten? Da steckt bestimmt eine tiefere Bedeutung hinter. Irgendein heiliger Feiertag?

Als wir uns sattgesehen haben entscheiden wir uns langsam den Heimweg anzutreten und etwas zum Abendessen zu suchen. Beim Verlassen der Tempelanlage kommen wir beim offiziellen Eingang an dutzenden Kostümverleihen vorbei. Für etwa 10€ erhält man hier ein traditionelles Gewand inklusive Frisur und Make-up. Hätten wir das mal vorher gewusst 😝 Einige Zeit später erreichen wir die BlueLine und somit in kürzester Zeit unsere Hometown auf Zeit. Wir finden einen kleinen Imbiss und organisieren uns am Straßenrand noch ein paar Frühlingsrollen bevor wir geschafft zur Ruhe kommen.

Da uns der Yoghurt ausgegangen ist machen wir uns an diesem Dienstag Morgen auf die Suche nach einem Frühstückslokal. Versteckt in einer schmalen Seitenstraße finden wir das HUFU-Café. Das ehemalige Lagerhaus wurde umgebaut und bietet jetzt auf drei winzigen Etagen ebenso winzige Frühstücksspezialitäten. Dafür sind die Preise schon ziemlich erwachsen 🫣 Leider machen sich bei Christian Kopfschmerzen bemerkbar. Wir schaffen es noch für die morgen anstehende Zugfahrt einzukaufen, dann geht es zurück ins Zimmer. Der Abend klingt ein letztes mal mit einem Abendessen in unserem Lieblingsimbiss, dem So Vegan, aus. Yummy.

Bereits um halb sieben klingelt der Wecker, das Gros unserer Klamotten haben wir bereits gestern Abend zusammengepackt. So fehlen jetzt nur noch der Kulturbeutel und der Wäschesack. Erstaunlich, wir sind jetzt seit etwa acht Monaten unterwegs und alles was wir tatsächlich benötigen tragen wir auf unseren Schultern.
Kurz vor sieben verlassen wir das Hotel, wir haben uns hier, mitten in Chinatown, sehr wohl gefühlt. Die BlueLine ist rappelvoll. Ganz Bangkok ist vermutlich gerade jetzt auf dem Weg in die Schule oder zur Arbeit. Mit jeder Station die wir der Bang Sue Grand Station näher kommen leert sich die Bahn etwas. Wir sind überpünktlich am Bahnhof. Eine Stunde vorher hatte man uns mal wieder empfohlen hier zu sein. Jetzt haben wir knapp 80 Minuten Zeit bis unser Zug abfahren soll. Wir setzen uns in den fast leeren Wartebereich des Terminal B. Hier ist in etwa so viel Platz wie an einem typischen Flughafenterminal. Außerdem gibt es einen separaten Sitzbereich für Mönche. Während wir warten verlieren wir uns in unseren Handys und wundern uns bald über die plötzliche Musik im Bahnhof. Klingt irgendwie militärisch. 🫡 Wir blicken auf und stellen verdutzt fest, dass alle Menschen im Bahnhof stehen?! Ausgenommen der Mönch und uns. Völlig irritiert und leicht überfordert stehen wir auch auf, um niemanden zu beleidigen. Im gleichen Moment hört die Musik aber auch schon wieder auf zu spielen. Sehr creepy.

Bevor das Boarding beginnt organisieren wir uns noch ein kleines Bahnhofsfrühstück, dann geht es auch schon los. Pünktlich, zwanzig Minuten vor Abfahrt wird das Gate geöffnet und wir dürfen den mittleren der drei bereitstehenden Wagons betreten. Wir freuen uns, dass wir richtige Sitze haben und nicht wie befürchtet auf Holzbalken platz nehmen müssen. Insgesamt wirken die Wagons aber doch sehr abgelebt. Die Sitzbänke wackeln, die Verstellfunktionen sind mehr oder weniger defekt, die vergilbten Plastikverkleidungen brüchig. Alles klappert und rumpelt. Wir sind zufrieden. Nach und nach sind die meisten Plätze besetzt, die Zugmaschine koppelt an und wir setzen uns in Bewegung. Zehn einhalb Stunden wird die Fahrt mindestens dauern. Und wir halten an jedem Bimmelbahnhof. 😅 Leute steigen ein und aus und jedesmal kommt danach der Schaffner und kontrolliert auf seiner Papierliste fachmännisch ob die Tickets gültig sind und alle auf ihren Plätzen sitzen. Nach dem dritten mal fragt er uns nicht mehr, wir kennen uns jetzt. 😁

Irgendwann werden wir gefragt ob wir Interesse an einem Mittagessen hätten, etwas gebratenen Reis? Ein leckeres Heißgetränk? Klaro. Wir bestellen und werden aufgeklärt, dass es gegen 14 Uhr Essen gäbe. Einige Zeit später, wir haben soeben einen Bahnhof verlassen, wird uns ein Kaffee gebracht. Im Plastikbecher und in einer Tüte. Oke? Das kennen wir jetzt nur von Grab. Am nächsten Bahnhof wird dann auch noch das Mittagessen reingereicht. Tatsächlich bestellt das Bahnpersonal Essen und Getränke an einen Bahnhof. Abgefahren, dass das funktioniert. Undenkbar bei der Pünktlichkeit der heimischen Eisenbahngesellschaft 😏 Neben dem immensen Haufen Müll der dabei anfällt schmeckt das Essen aber fantastisch.

Der Zug schlängelt sich langsam, aber stetig durch die Landschaft. Links und rechts verschwindet der Ausblick immer wieder wegen der Berge oder Tunnel die wir durchqueren. Als es zu dämmern beginnt fängt es außerdem an zu regnen. Uns tut mittlerweile das Sitzfleisch weh, so freuen wir uns mächtig als wir pünktlich am Bahnhof in Chiang Mai einfahren. Guter Dinge beschließen wir unseren Weg Richtung Hotel zu Fuß fortzusetzen. Erstes Ziel: Abendessen. Wir suchen ein Restaurant raus das noch geöffnet hat und stapfen los. Unser Zustand lässt sich nach einigen hundert Metern so zusammenfassen: Hunger, Nass, Heiß. Wir müssen regelmäßig anhalten und es fällt uns zunehmend schwerer den unzähligen TukTuk- und Taxifahrern bzw uns selber, klar zumachen, dass wir wirklich laufen wollen. Wir erreichen irgendwann völlig am Boden zerstört und durchgeschwitzt unser Ziel. Ein prunkvoll wirkendes Resort-Restaurant, in das wir mal so gar nicht reinpassen 🤣 Egal, jetzt sind wir hier und wir haben uns das jetzt auch verdient! Also treten wir ein, entschuldigen uns für unseren Zustand und setzen uns an einen Tisch. Zu unserer Überraschung sind und bleiben wir die einzigen Gäste. Beim Blick in die Speisekarte beginnen wir wieder zu schwitzen. Man ist das teuer 🤣 Es gibt eine leckere Bowl und BBQ-Tofu mit Reis. Zwei, drei Getränke dabei und schon sind wir 21€ los. Na was solls. Dann können wir jetzt auch mit dem Taxi weiter fahren. Am Ruanmata Homestay werden wir freundlich begrüßt. Man hatte uns schon erwartet. Wir bekommen ein Zimmerupgrade und fallen nach einer heißen Dusche ins Bett.

Gut geschlafen, noch nicht ganz wach, stolpern wir in den Frühstücksbereich des Homestays. Es werden Kaffee und Tee serviert und eine kurze Zeit später das Frühstück. Fette, in Öl gebratene Weißbrotstullen mit Ei, Avocado, Tomaten und Pesto, dazu eine Menge Obst. Der Wahnsinn. Mit vollgeschlagenen Mägen starten wir unsere Erkundungstour durch Chiang Mai. Einen Plan oder ein Ziel haben wir erst einmal nicht. Wir schlendern ein Stück am Kanal und den Resten der einstigen Mauer entlang und orientieren uns dann Ortseinwärts. Die Alt- bzw. Innenstadt ist etwa 1,6 x 1,6 km groß und von der ursprünglichen Festung eingerahmt. Insgesamt eher flach bebaut reihen sich hier Restaurants, Bars, Unterkünfte und die Häuser der Einheimischen aneinander. Die Straßen sind oft nur breit genug für ein Auto. Ganz nett wie wir finden. Nachdem wir eine ganze Weile geschlendert sind und das ein oder andere Wat oder dessen Ruinen gesehen haben kriegen wir Sehnsucht nach einer Abkühlung. Wir stoßen bei Google Maps auf einen interessanten Ort; das KALM Village. Neben einem Café soll es hier eine Ausstellung, ein Museum und weiteres geben. Zielstrebig landen wir in einem recht feinem Coffeeshop. Es gibt wunderbaren Tee und sehr leckeren Kaffee. Die KALM Village beschäftigt sich mit Kunst und Handwerk und versucht beides auf geschickte Art und Weise zu vereinen. Auch die Gebäude sind stilvoll designed und weisen alle ihre eigenen Stile auf. In der Ausstellung lernen wir die „Chin“ kennen. Diese ethnische Gruppe lebt im gleichnamigen Chin-Staat in Myanmar. Die 53 Stämme der Chin unterscheiden sich durch kunstvolle Gesichttattoos.

Anschließend besuchen wir den Kunsthandwerksshop im Nachbargebäude. Tonwaren, Webwaren und Holzspielzeuge werden hier angeboten. In dem Museum gibt es gleich drei Ausstellungen.
Die erste erzählt die vergessene Geschichte der geflüchteten Khmer an den Grenzen Thailands. Die zweite befasst sich mit Kunst und Handwerk aus der Nachbarschaft und dann gibt es noch eine Art Archiv in dem Textilien und Silberschmuck aus Thailand und Südostasien gezeigt werden. Alles sehr interessant und wir erhalten einen vertiefenden Einblick in diese Bereiche der Geschichte. Wir sind uns sicher dieses Mal alles gesehen zu haben, ansonsten war der Eintritt immerhin kostenlos. 😆

Wir machen uns auf den Heimweg und kommen dann ganz überraschend bzw zufällig an einem äußerst interessant aussehenden Tempel vorbei. Dem Wat Phuak Hong. Eine kleine Straße führt zu dem ebenfalls kleinen und schon leicht zerfallenden Tempel. Das Chedi ist nicht vergoldet und zeigt sich in einem hübschen Kleid aus Backsteinen und Pflanzen. Wir finden das sehr schön und authentisch.

Wir laufen weiter und kommen, wer kann es erraten, am nächsten Tempel vorbei 🤓 Dem Wat Phra Singh aus dem 14.Jahrhundert. Ein beeindruckendes güldenes Chedi und ein schön gestaltetes Gelände umgeben den Tempel. Hier tummeln sich die Menschen und Tourenanbieter. Wir bestaunen das Gelände, verzichten aber darauf uns den Tempel von innen anzusehen. Wir merken, dass wir für heute gesättigt sind und Hunger haben. Es geht ins The House Kitchen, ein kleines Restaurant um die Ecke unseres Hotels. Leckeres Thaifood zu kleinen Preisen, we like. Die Bedienung ist gleichzeitig Küchenchefin und Kassiererin. Ähnlich wie im Friends auf Koh Lanta, wisst ihr noch?

Wir schlafen wieder sehr gut in unserem Homestay und freuen uns schon riesig auf das leckere Frühstück. Es gibt wieder geröstetes Brot, vieeeel Obst und eine thailändische Süßspeise, Stickyrice gefüllt mit Banane im Bananenblatt gegrillt🤤. Eine absolute Völlerei. Dementsprechend kommen wir danach auch nicht so richtig aus dem Quark. Wir hängen auf dem Zimmer rum um der drückenden Hitze zu entfliehen. Gegen 15:00Uhr machen wir uns erst auf in unser neues Lieblingsrestaurant, dem House Kitchen, um dann weiter zum Wat Suan Doc zu ziehen. Vor dem Blumengarten-Tempel liegt ein Friedhof mit weißen Mausoleen in denen die Asche von Mitgliedern der Königsfamilie Chiang Mais begraben sein sollen. Dahinter ragt ein 48m hohes Chedi über das Tempelgelände. Zum Glück haben wir bereits einige davon gesehen, dieses ist zur Zeit leider wegen Renovierungsarbeiten eingekleidet. Anschließend betreten wir den Tempel. Auffällig ist, dass das Dach auf Säulen getragen wird und der Tempel zu allen Seiten offen ist. Also theoretisch. Faktisch sind alle Öffnungen mit Gittern versehen. Zwei große Buddha Statuen sind Rücken an Rücken platziert. Eine stehend und eine sitzend. Wir halten einen Moment inne, beobachten und lauschen den Mönchen beim Gebetsgesang und machen uns dann zurück Richtung Unterkunft.

Dieser Samstag startet mit einer fetten Überraschung beim Frühstück. Statt unserer gerösteten Stullen bekommen wir thailändisches Essen für eine ganze Familie aufgetischt 😆 Zwei große Portionen Reis, Suppe mit Gemüse, Pilzmus und und und. Es ist viel zu viel und wir lassen uns zwei Portionen für später zurückstellen. Keine Ahnung was unsere Gastfamilie denkt was wir alles essen können.

Im Anschluss geht es zu einem Rollerverleih. Wir haben die letzten Tage einige verglichen und mieten jetzt eine alte Bekannte. Die Honda Click 150 die uns schon so oft sicher von A nach B gebracht hat. Westlich von Chiang Mai befindet sich der Doi Suthep, ein verhältnismäßig hoher Berg an und auf dem es einiges zu entdecken gibt. Kaum gestartet stoppen wir auch schon wieder. Keine 500m sind wir gekommen, jetzt stehen wir in einer Verkehrskontrolle. Wir begegnen dem Beamten höflich und mit dem nötigen Respekt. Als er nach Christians Führerschein fragt können wir ihm leider nur den europäischen übergeben. „Der reicht hier nicht, der internationale muss immer mitgeführt werden!“ Jaaaaaa… das wissen wir theoretisch. Uns wird positiv angerechnet das unser Fahrer alle Motorradklassen nachweisen kann. Als Jana dann auch noch ein Foto vom internationalen Führerschein zeigen kann, ist die Welt schon wieder ganz in Ordnung. Wir dürfen die Fahrt ohne Konsequenzen fortsetzen. Achja, der 50ccm Führerschein für die kleinen Roller in Deutschland hätte übrigens nicht gereicht 😉

Wir verlassen die Stadt und erreichen eine frisch asphaltierte Straße die in schönen geschwungenen Kurven den Berg hochführt. Wir erreichen unser erstes Tagesziel. Ein Aussichtspunkt mit Straßenständen und Blick auf Chiang Mai und seinen Flughafen. Wir schlürfen eine frische Kokosnuss und lassen den Blick schweifen. Am Horizont sehen wir eine Bergkette, Chiang Mai liegt in einem flachen Tal in der Mitte. Weiter gehts zu einem der bekanntesten Tempel in der Region, dem Wat Phra That Doi Suthep. Bemerkenswert ist die „Naga-Treppe“, über 300 Stufen führen das letzte Stück zum Tempel hoch. Mit dem nötigen Kleingeld kann man sich diese Unannehmlichkeit aber zum Glück sparen 😏 So geht es für uns entspannt mit dem Lift hoch zum Tempel wo wir als erstes die schnaufenden Treppengeher bewundern. Der Tempel ist unglaublich schön, seht selbst:

Genug gesehen? Dann kann es ja weiter gehen. Nächster Halt: Bhubing Palace. Dieser hat leider geschlossen. Ein Hagelschaden hat wohl ganze Dachflächen zerstört. Mit dem Palast hat auch alles drum herum geschlossen. Keine Cafés keine Souviniershops, nichts. Wir haben vorgesorgt und uns ein schnuckeliges Café rausgesucht. Die Khun Chang Khian Coffee Farm weiter oben im Berg betreibt ein kleines Café, wo die eigenen Produkte aus dem Kaffeeanbau angeboten werden. Es beginnt ein wenig zu Regnen als wir ankommen. Perfektes Timing. Neben dem zu erwartenden guten Kaffee lernen wir eine neue Spezialität kennen. Aus dem getrockneten Fruchtfleisch und der Schale der Kaffeekirsche wird der sogenannte Cascara-Tee hergestellt. Immer noch koffeinhaltig schmeckt er fruchtig, säuerlich mit einer feinen Honignote. Mögen wir 🤩

Eigentlich wollen wir nach der kleinen Pause weiter zum Botanischen Garten. Beim Prüfen der Route müssen wir allerdings feststellen, dass wir weitere 90 Minuten fahren müssten. Sehen wir nicht. Wir suchen uns einen alternativen Weg zurück in die City und düsen unter Donnergrollen los. An einer Kreuzung empfiehlt Google links abzubiegen. Roter Sandboden mit schlammigen tiefen Furchen, komplett aufgelöst. Neee, lass mal lieber lassen. Rechts geht es leider auch nicht weiter, in einem Dorf endet die Straße. Also bleibt uns nur der Rückzug über den selben Weg den wir gekommen sind. Es regnet weiterhin leicht, auf dem Weg nach unten bemerken wir aber, dass es hier richtig geschüttet haben muss. In kleinen Flüssen strömt das Regenwasser über die Straße bergab. Mit jedem Kilometer den wir der Stadt näher kommen wird es wärmer und wir sind beinahe wieder trocken als wir am nächsten Ziel, ein kleines Café in Chiang Mai, ankommen. Später gibt es in der Unterkunft noch die Reste von heute morgen.

Unseren Sonntag gestalten wir wie jede Woche als Arbeitstag. Bei einem ausgiebigen Frühstück mit Croissant und Obst lernen wir wieder etwas neues kennen. Khao Lam; in Bambusrohr gegarter Stickyrice mit Kokosgeschmack. Traditionell wird der Reis entweder über offenem Feuer oder im Wasserdampfbad zubereitet. Dabei können verschiedene Geschmacksrichtungen durch die Zugabe unterschiedlicher Zutaten erzielt werden. Besonders beliebt sind rote Bohnen, Mango, Beeren oder die Samen verschiedener Kräuter. So lecker und nachhaltig.

Wir unterbrechen die Arbeit für eine kleine Eispause und fürs Abendessen. Wir freuen uns schon auf die kommende Woche. Wir haben unseren Aufenthalt in Chiang Mai verlängert und das ein oder andere Abenteuer geplant. Seid gespannt. 😊

Stroll on

Christian & Jana

2 Antworten zu „Reisewoche #34”.

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …ich liebe Eure wöchentlichen Berichte… und die tollen Fotos dazu… 😊

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von cjstrollaway

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