Reisewoche #37

veröffentlicht von

am

16.09. – 22.09.2024

„Wenn Du Dich sorgst, was andere Menschen von Dir denken, wirst Du immer ihr Gefangener sein.“

Lao Tze

Ja, es regnet immer noch oder schon wieder oder immer wieder. 😆 Wir dachten bis vor drei Wochen, dass die Regenzeit ein Mythos ist. Doch wir waren bisher einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Die neue Woche beginnt entspannt. Da wir den Reisebericht gestern nicht geschafft haben, legen wir heute nochmal einen „Arbeitstag“ ein. Einzig zum Essen gehen wir raus. Wie fast jeden Abend in Luang Prabang zieht es uns zum Foodcourt. Hier gibt es Ramen und die typischen asiatischen Gerichte, die sich gering von denen in Thailand unterscheiden. Jana fühlt sich angeschlagen, daher gibt es eine fette Gemüsenudelsuppe (Ramen).

Es ist acht Uhr morgens und jemand klopft schüchtern an unsere Tür. Wir brauchen einen Moment, um zu raffen was los ist. Dann klettert Jana aus dem Bett und öffnet die Tür. Uns wird mitgeteilt, dass unser Fahrer nach Vangvieng da sei. Äh. What? Haben wir uns im Tag geirrt oder er? Wir hatten gestern an einem Straßenstand die Tour gebucht. Wir wollten ursprünglich mit dem Zug (1,5 Stunden) fahren. Doch am Bahnhof gibt es strenge Kontrollen. Es werden alle Arten von Messern, Scheren und Dosen abgenommen. Christian hat ein Schweizer Messer und ein Multitool dabei. Beides haben wir schon oft gebraucht. Auf die Deodose, könnten wir verzichten, nicht auf die Werkzeuge. Gerade das Schweizer hat einen emotionalen Wert für Christian. Die einzigen Optionen: Die Messer per Post nach Vangvieng schicken oder mit dem Minibus (fünf Stunden) fahren. Wir haben uns für den Van entschieden. Auf einem Zettel wurden unsere Namen notiert und ein Foto von uns gemacht, dann die WhatsApp-Nummer getauscht, fertig. Wir hatten uns schon gewundert, warum sie keinen Durchschlag behält oder sich irgendwo Notizen macht. Nun lässt uns der Fahrer einen Tag zu früh wecken. Jana kramt den Zettel raus. Er fotografiert ihn und verschwindet wieder. Auf das „Bis Morgen“ reagiert er abwinkend. Wir sind gespannt.

Da Jana noch nicht ganz fit ist und Christian heute ebenfalls mit Kopfschmerzen aufwacht, beschränken wir unseren Tag auf einen Besuch im Museum. Keine körperliche Anstrengung, dafür eventuell geistigen Input. Wir wählen den Weg am Mekong entlang, um den Wasserstand zu sehen. Locker drei Meter ist das Wasser zurückgegangen. Die Spuren des Schlamms und der Wasserhöhe sind noch deutlich zu erkennen. Die Stadt kann aufatmen. Überall wird aufgeräumt und gesäubert, die Trockenzeit steht vor der Tür und damit auch die Touristen.

Der Eintritt im Museum kostet uns 60.000 KIP (2,43 EUR) pro Person. Dafür können wir uns einen buddhistischen Tempel, den Königsgarten, das Königshaus inkl. Museum und die Autos des Königs anschauen. Jana zieht sich ihren Sarong an, da wir auch ins Museum nur mit langer Kleidung dürfen, dann schlendern wir an der Königsstatue vorbei und geben unseren Rucksack ab. Wir sehen die unspektakuläre königliche Barke und den Teich, der eher ein Tümpel ist. Danach gehts barfuß ins Museum. Die Wände sind rot gestrichen und mit Mosaikbildern verziert. Wir sehen allerlei Hab und Gut der Königsfamilie. Fotos, den alten Thron und die Schwerter der Königsgarde. Die Gemächer überraschen uns mit ihrer Einfachheit ohne Prunk. Dafür ist der Königssaal vergoldet. Insgesamt ein schöner Ort, für einen entspannten Tag. Zum Schluss schauen wir uns noch den Fuhrpark an. Natürlich ist wieder ein Lincoln dabei. 😍

Auf dem Weg zum Foodcourt beobachten wir die Autofähre, die aufgrund des aktuellen Wasserstandes wieder fahren kann. Auf dem Foodcourt gibt es die abgefahrensten Sachen. Eine der für uns unangenehmsten sind die schwarzen angebrüteten Eier mit toten Küken darin. Von denen lassen wir die Finger und bleiben bei Ramen und laotischem Salat mit Tempeh und Reisnudeln. Wir kaufen noch Nüsse und Wasser für die Fahrt morgen. Da wir morgen nach Vanvieng weiterziehen packen wir noch unsere Sachen. Dann gehts ab ins Bett.

Der Morgen ist wie immer entspannt. Wir bestellen sogar noch ein Frühstück, da wir das Gefühl haben, die Zeit reicht. Der Fahrer soll zwischen 7:30 – 8:30 Uhr ankommen. Denkste. Da ist er auch schon. Irgendjemand anderes als gestern, doch er nimmt uns mit nach Vangvieng. Schnell bekommen wir noch zwei Wasser, doch das Frühstück fällt aus.

Bei den Rezensionen hatten wir gelesen, dass die Minibusse voll bis unters Dach gepackt werden. Die Menschen sitzen auf Hockern zwischen den Sitzen. Vermutlich aufgrund der Regenzeit oder weil alle anderen mit dem Zug fahren: Wir sind allein im Van. Mit uns nur noch zwei Umzugskartons voller Singvögel. Sie haben Futter, Luftlöcher und Holzstäbe und zwitschern die ganze Fahrt über. Wir fahren vielleicht vierzig Minuten und die Straße wird zu einer schlingernden Berg- und Talbahn. Einige der Schlaglöcher sind so tief, dass selbst der Fahrer nicht sicher zu sein scheint, ob er unbeschadet durchkommt. Dann, Stillstand. An die zwanzig schwer beladenen Trucks, dazwischen große Fernbusse, stehen oder stecken bereits fest. Unser Fahrer steigt aus und checkt die Lage. Er entscheidet es zu probieren. Und wir schaffen es. Wir sacken noch eine Mitfahrerin ein und weiter geht die wilde Fahrt.

Die Straße über den Bergpass wird zu keinem Zeitpunkt besser. Schlamm und Löcher beherrschen das Straßenbild. Schlafen? Keine Chance. Sobald der Körper im Schlaf erschlafft wird er wie ein Dummy hin und her katapultiert. Wir sind so tief in den Bergen, dass es keinen Handyempfang gibt und auch die letzte Stadt ist schon eine Weile her. Hier hatten wir noch zwei Mitfahrer aufgelesen. Sie standen mit einem bemaltem Schild am Straßenrand. Bushaltestellen gibt es wohl auch, doch die sind sehr versteckt. Mit einem Mal klingt das Hinterrad auf der rechten Seite schrabend. Das bemerkt auch unser Fahrer. Wir halten. Der Reifen hat das letzte Ungetüm von Schlagloch nicht überstanden und wurde bei dem Versuch durchzufahren zerfetzt. Und jetzt? Unser Fahrer ist vorbereitet. Es steigen zwei Laoten mit aus. Doch niemand unterstützt beim Reifenwechsel. Christian klettert daher auch aus dem Wagen und packt mit an. Nach dreißig Minuten cruisen wir mit Bully dem Van weiter. Die Landschaft wird immer beeindruckender. Die Karksteinformationen höher und grüner.

Wir haben einen Großteil der Strecke hinter uns gelassen. Die Mittagspause haben wir uns alle verdient. Jana kämpft mit der Erkältung und Christian mit der Essensbestellung. Niemand spricht englisch, außer unserem Fahrer. Vier Mal, versucht Christian zu erklären, was wir wollen. Am Ende bekommen wir anstatt ein Gericht zwei verschiedene, die vermutlich vegetarisch sind. Wir sehen zwar kein Fleisch, sind aber sicher, welches geschmeckt zu haben. 😅 Wir freuen uns schon auf den Rest der Strecke, da wir von der Bergstraße nun auf die Route 13 wechseln, einer der größten und meistbefahrenen Straßen. Wir müssen schnell erkennen, dass wir zu europäisch gedacht haben. Die „Hauptstraße“ ist genauso wie die Bergstraße, nur etwas breiter.

Mittlerweile sind wir auch voll besetzt. Alle sind müde und versuchen sich irgendwie in dem Sitz zu verkeilen, um nicht wie ein Tubeman wackelnd hin und her zu rutschen. Der Mann hinter Jana versucht mehrfach seine Käsefüße zwischen Fenster und Sitz zu klemmen oder zwischen Janas Sitz und Lehne zu quetschen. Sie schiebt die Stinkemauken immer wieder zurück. Der Mann ist recht genervt, doch nach dem vierten Versuch einsichtig. Egal, wir sind angekommen. Nach drei Minuten Fußmarsch erreichen wir unser Hotel. So lustig, man startet mit: Geil 5 Stunden im Van entspannen und kommt dann völlig erschöpft an. 😂 Wir werfen alles ab und schmeißen uns ins gemütliche Bett. Nach zwei erholsamen Stunden laufen wir in ein veganes Restaurant und essen leckere Nudeln mit Kokosnuss und Curry und ein typisch laotisches Gericht namens Laap (oder auch Larp). Normalerweise aus mariniertem Fleisch oder Fisch, hier bekommen wir es als Tofuvariante. Lecker.

Am nächsten Tag fühlt sich auch Christian krank. Wir beschließen die nächsten drei Tage zu pausieren und unseren Körpern die Ruhe zu geben, die sie zum auskurieren benötigt. Doch ein Highlight gibt es noch. Im Aufenthaltsraum des Hotels können wir kostenlos heißes und kaltes Wasser holen, Toastbrot und Bananen gibt es auch gelegentlich. Doch heute liegt dort PUMPERNICKEL 🙃 Seit wir in Asien sind, bekommen wir nur noch Weißbrot in allen Formen und Farben. Doch das ist echtes DM Pumpernickel. Schön wäre jetzt Käse, aber Banane und Honig tun es auch. Wie lecker kann bitte Roggenvollkornschrot sein. 🤤 Wer das nicht glaubt, kann sich gern monatelang mit Toastbrot zwangsernähren.

Die nächsten Tage beobachten wir den Regen draußen aus unserem Bett. Haben einen Tag davon zwölf Stunden Stromausfall und kurieren uns aus. Einzig zum Essen treibt es uns nach draußen. Wir sehen die wunderschöne Natur Laos und können es nicht erwarten alles zu erforschen. Wir erkundigen uns über die Sehenswürdigkeiten vor Ort und deren Kosten und arbeiten an unseren Projekten.

Dazu schnacken wir mit einigen Freunden und Familie und freuen uns auf unsere Besucher im Oktober und im Januar. Beides Mal in Vietnam. Doch erstmal gesund werden. 😉

Stroll on

Christian & Jana







2 Antworten zu „Reisewoche #37”.

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …was für ein aufregender Trip mit dem Auto… 🙈

    Hoffe, Ihr seid zwischenzeitlich wieder gesund, um neue Abenteuer zu erleben…

    …hab Euch lieb..!

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    1. Avatar von cjstrollaway

      Haben dich auch lieb ❤

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