25.11. – 01.12.2024
„Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um wieder besser sehen zu können.“
unbekannt und oft zitiert
Bangkok, Baby! Wir sind zurück. Ok, wir geben zu, wir sind ein bisschen Thailand verliebt. Warum? Es ist einfach einfach hier. Die Menschen sind nett, die Natur vielfältig und das Essen schmeckt. Vor allem: Wir kennen uns hier gut aus und der Entdeckergeist kann daher erstmal im Backpack bleiben. Einzig, wo wir was essen und ob wir am Strand oder Pool chillen, mehr wird nicht entschieden oder geplant. Bevor wir es uns auf der Insel Koh Chang gemütlich machen, treffen wir Freunden in Pattaya. Koh Chang liegt im Süden Thailands am östlichen Teil des Golf von Thailand, und Pattaya direkt auf dem Weg. Das bietet sich an.
Vorab bleiben wir noch drei Nächte in Bangkok. Hier im Homies Hotel, an der für uns bekannten BlueLine (MRT), werden wir von vier Samtpfötchen freundlich begrüßt. Den Montag bleiben wir im Zimmer. Schreiben und lesen. Wir sind so faul, dass wir uns Essen ins Hotel bestellen. 🛵

Am Dienstag geht es in die Mall. Ja, DIE Mall. Siam Paragon ist die Luxusmall schlechthin. Nur gucken, nicht anfassen! Gucci, Balenciaga, Louis Vuitton etc. Wir schauen uns die Luxusmotorräder und -autos im vierten Stock an und schlendern durch den Tec-Bereich. Hmmm… Popcorn wäre jetzt super. Und schwupp sitzen wir im Kino. Und was für eins. Auch hier prangt der Luxus in Form von Kronleuchtern von der Decke. Unser Luxus ist es am Dienstag um 14:30 Uhr ins Kino zu gehen. So schön unbeschwert. Wen es interessiert, wir haben unsVenom angesehen.


Bei unserem letzten Besuch, wohnten wir in der Nähe von Chinatown. Dort hatten wir ein vegetarisches Lieblingsrestaurant. Genau dahin zieht es uns zum Abendessen. Packen werden wir heute nicht. Unser Bus morgen fährt erst gegen 13 Uhr und ist nur knapp drei Stunden unterwegs. Zum Glück, denn Jana ist angeschlagen, Erkältung.
Mittwochmorgen verabschieden wir uns vom freundlichen Personal und „L“, dem Hauskater. Wir versuchen sogar ihn in den Tagesrucksack zu stopfen. Reisen scheint ihm allerdings zu anstrengend zu sein. Er hat kein Bock. Im Gegensatz zu, nennen wir ihn Bär, dem braunen Kater, der mit seinem Besitzer durch die Welt reist. Wir schnacken kurz und sind fasziniert, dass Bär das Reisen mitmacht. Dann geht es ab zum Busbahnhof. Schreihälse, die durchgehend „Pattiiiijjaaaa“ (Pattaya) schreien, begrüßen uns am Eingang. Ist für euch vielleicht langweilig, aber alles klappt wie am Schnürchen. Unsere Unterkunft The Rizin Hotel ist perfekt für die drei Nächte. Wir sind nicht direkt am Pattaya Beach, dass war uns zu teuer. Sondern im Stadtteil Jomtien. Hier ist es auch etwas gelassener. Unsere Freunde, Sarah und Cintia, treffen wir erst morgen. Heute gehen wir nur etwas essen und ins Bett.
Sarah und ihre Freunde sind nicht so sehr angetan von Pattaya. Dort ist es laut, voll und der Sextourismus beherrscht das Stadtbild. Deshalb wollen wir heute ein Stück in den Süden ziehen und uns an einem ruhigen Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vorher gehen wir eine Müslibowl essen und uns einen Scooter leihen. Dann ist es endlich soweit. Wir schließen Sarah und Cintia in die Arme und lernen ihre Freunde Maria und Tobi kennen. Mit Sarah hat Jana schon einige Urlaube erlebt. Die Freude ist groß. Bevor wir uns verquatschen cruisen wir alle in Kolonne zum Strand.
Der Sai Kaem Beach befindet sich auf einem Militärgelände 40 Minuten von Pattaya entfernt. Wir müssen für jedes Gefährt einen Ausweis oder Führerschein hinterlegen und 100Baht Eintritt pro Person zahlen. Doch wir finden, es lohnt sich. Es gibt alles, was ein Urlauber braucht. Blaues, klares Wasser, Sandstrand, Schattenplätze, Toiletten und diverse Restaurants. 🏖️ Zudem auch einige Affen, die gelegentlich Essen stehlen und den Parkplatz bewachen. Es ist voll, aber nicht überfüllt. Sehr entspannt hier. Aufs Meer starren, plantschen, reden oder schlafen. Herrlich.



Gegen 16:45 Uhr herrscht dann Aufbruchstimmung. Wir haben gelesen, dass wir um 18Uhr das Gelände verlassen haben müssen, um unsere Ausweise zurück zu erhalten und vorher wollen wir noch was essen. Nachdem wir die tausend Affenspuren auf unserem Roller entfernt haben, sitzen wir auf und düsen, natürlich, zum entferntesten Restaurant am Beach. Danach sind wir Punkt 18:03 Uhr am Checkpoint. Zum Glück hat der Soldat auf uns gewartet.
Wir wollen den Tag noch nicht enden lassen. Ein Zwischenstopp im Makro Großmarkt beschert uns drei Flaschen Wein und Snacks. Wir wollen den Abend am Pool des Hotels unserer Freunde ausklingen lassen. Souverän laufen wir beide grüßend an der Rezeption vorbei. Das wars. Wir sind drin. Eine Poolsession, drei Falschen Wein und sieben Käse-Toasts später, freuen wir uns auf unser kuscheliges Bett.


Den Freitagmorgen starten wir mit einem leckeren Frühstücksbuffet im Hotel unserer Freunde. Diesmal haben wir uns nicht reingeschlichen, sondern offiziell angemeldet und bezahlt. Wir besprechen den Tag und entscheiden uns, auf die Insel vor Pattaya nach Koh Lan zu fahren. Wir steigen in ein 10Baht-Taxi in Richtung Hafen. Die 10Baht-Taxis sind kleine Lieferwagen mit Sitzflächen. Sie fahren immer die gleiche Strecke. Man winkt sie ran, steigt ein und fährt so lange mit, bis man raus will. Dann wird geklingelt, er hält an und man zahlt 10Baht (0,27EUR). Easy und günstig. Die Hafenpromenade ist so überfüllt, dass es im Schneckentempo voran geht. Schnell noch durch die Walkingstreet/ Partymeile und schon sind wir am Hafen. Es gibt zwei Möglichkeiten, Fähre für 30Baht oder Speedboot für 150Baht pro Person. Wir entscheiden uns für die Action. Das Speedboot. Schon beim Zuschauen, wie sie über die Wellen springen und scheppernd wieder aufsetzen kribbelt es. Als wir Tickets kaufen wollen, werden wir abgelehnt. Zu hoher Wellengang heute. Schade.


Die Fähre ist super easy. Zum Anleger laufen, bezahlen, einsteigen. Die Passagiere die uns entgegen kommen sehen verdächtig blass und genervt aus. Oh oh. Jana durchwühlt ihre Tasche. Mist. Sie hat nicht eine Reisetablette dabei. Sie beruhigt sich mit 4-7-8 und hofft, dass sie nicht die Fische füttert. Wir haben Glück (oder auch nicht) und können direkt durchmaschieren auf die überfüllte Fähre. Wir bekommen sogar noch Sitzplätze. Die Fähre legt direkt ab. Ein paar Meter liegt der Hafen hinter uns und es wird klar, warum alle so blass waren. Die Wellen lassen ihre ungezügelte Kraft an der Fähre aus. Hier und da kreischt mal jemand, da die Schiffsseite gefährlich nah an der Wasseroberfläche kratzt.
Eine halbe Stunde und viele grün-weiße Gesichter später, sind wir auf Koh Lan und Jana? Sie hat den Horizont fixiert und mit dem Oberkörper yogamäßig die Wellen ausbalanciert. Christian war entspannt wir immer. Gutes Gleichgewichtsorgan. Niemand hat gekotzt. Wir laufen einige Meter, um zum Ta Yai Beach zu gelangen. Auch dieser Strand samt blauem Meer wirkt sofort beruhigend auf uns. Heute toben wir nicht in den Wellen. Wir sitzen einfach da und genießen den Moment. Ab und an gesellt sich einer der zahlreichen Hunde zu uns und der ein oder andere Lachkrampf, wenn jemand im Schleudergang von einer Welle an den Strand gespült wird, dann ist auch dieser Strandtag vorbei. Wir fahren im Sonnenuntergang zurück aufs Festland. 🌅 Da die Pommes vom Strand bereits verdaut ist, bewegen wir uns erstmal auf einen der unzähligen Foodcourts. Doch Foodcourts sind in anderen Ländern für Vegetarier einfacher. Hier in Thailand ist es wirklich schwierig, wenn man nicht immer nur Reis mit Gemüse oder Cheese-Corndogs/Pommes essen möchte. So auch hier. An die 100 Stände und keiner hat Tofu. Wir essen Ramen mit Muschelsud und Reis mit Kimchi. Da wir um 21Uhr den Scooter zurückgeben müssen, heißt es für uns Abschied nehmen. Danke für die schönen zwei Tage. 💚



Am nächsten Morgen finden wir uns mit schläfrigen Augen gegen 7:30Uhr in der Lobby wieder. Wir geben den Schlüssel ab und Punkt 8Uhr kommt unser Fahrer. So ein Luxus, von Hotel zu Hotel gebracht zu werden. Erst als wir bereits 2h von Pattaya entfernt sind, fällt uns ein, dass wir die Deposit vergessen haben. Zur Erläuterung: In einigen Hotels oder beim Leihen von Scootern hinterlässt mein einen Geldbetrag als Sicherheit. In unserem Fall 500Baht. Das sind zwar nur 13EUR, aber für uns ist das einmal Essen gehen. Wir schreiben das Hotel direkt an und sie sind offen für Vorschläge. Paypal und ausländische Kontoüberweisung oder Gutschrift über Booking.com gehen nicht. Vielleicht können wir was über unsere neue Unterkunft organisieren. Doch erstmal ankommen.
Wir müssen nicht umsteigen, können die Fähre mit dem Bus (Minibus) befahren und werden auch auf Koh Chang direkt zum 2-Sterne-Resort gebracht. Großartig. Wir haben die günstigste Kategorie gebucht. Trotz der Fotos, gibt es keinen Wasserkocher, keinen Schreibtisch, kein Licht am Bett, keinen Schrank und unser Zimmer liegt direkt am Parkplatz. On Top kommt noch, dass wir morgen nochmal in ein anderes Zimmer umziehen müssen. Jana ist gefrustet. 😑 Ankommen fühlt sich anders an. Doch die nette Rezeptionistin organisiert uns einen Wasserkocher und Christian zeigt die positiven Seiten auf. Nicht lange und alles ist wieder gut. Wie immer. Es sind auch nur Luxusprobleme, die sich aufgrund der Erschöpftheit extremer anfühlen. Wir hatten schon schlimmere Unterkünfte.
Wir schlafen super, nur die Erkältung hält Jana etwas wach. Gegen 11Uhr ziehen wir in unser neues Zimmer, identisch zu dem zuvor. Genehmigen uns ein leckeres Frühstück auf unserer kleinen Terrasse und wechseln dann zum Pool. Hier bleiben wir den gesamten Tag. Abends telefoniert unsere jetzige Unterkunft noch im dem Rizin Hotel in Pattaya und wir bekommen unsere 500Baht Deposit zurück. Großartig. 🥰

Morgen gilt es erneut eine schwere Entscheidung zu treffen: Pool oder Meer 😋
Stroll on
Christian & Jana
PS: Euch allen einen schönen ersten Advent. 🎄



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