Reisewoche #57

veröffentlicht von

am

3.02. – 09.02.2025

„四海之間,四海皆兄弟“
„Zwischen den vier Meeren, sind alle Menschen Brüder. (Und Schwestern)“

Taiwanesisch/Chinesisches Sprichwort

Vor einigen Tagen waren wir schon einmal bei SunWorld, um zum Aquapark zu gondeln. Wir hatten uns dagegen entschieden, da es brechend voll war. Die Alternative war gemütlich am Strand zu chillen. Heute probieren wir es erneut. Wir stehen extra früh auf, um die erste Bahn zu erreichen.

Der Plan geht auf. Nicht wieder zu erkennen. Zur Sicherheit, falls um 09:30 Uhr plötzlich Unmengen Tourbusse ankommen, teilen wir uns auf. Jana und Sebastian stellen sich an und Jelena und Christian holen die Eintrittskarten. Da wenig los ist, müssen Jana und Sebastian einige andere Besucher á la Türsteher vorbei lassen. Total entspannt.

Obwohl wir bereits mit dieser Seilbahn gefahren sind, können wir die Aussicht auf das blaue Meer und die grünen Inseln genauso genießen, wie beim ersten Mal. Schnell umziehen und ab geht die wilde Wasserrutschen-Action. Ganze vierzehn Rutschpartien und einige Freudenschreie später, ziehen wir uns um und laufen durch den Park zur einzigen Achterbahn. Sebastian und Christian wollen die unbedingt ausprobieren. Jana und Jelena sind für heute bauchkribbelgesättigt. Was ein Spaß, was ein Tag. Wir sind total platt.

Da heute für uns alle der letzte Tag in Vietnam ist, gönnen wir uns zum Abschluss eine Massage und leckeres veganes Essen. Wir sitzen lange auf der Terrasse und quatschen, dann heißt es Abschied nehmen. Unser Flug nach Taipei ist für 8:25 Uhr geplant. Da es ein internationaler Flug ist, müssen wir ab 6:25 Uhr am Flughaben sein. Wir sehen uns morgen früh also nicht mehr. Eine schöne Zeit mit Freunden neigt sich dem Ende. Ganze drei Wochen waren wir mit Familie Lummer und die letzte Woche mit Sebastian und Jelena unterwegs. Wir haben es genossen. Danke, dass ihr ein Stück mit uns gereist seid. 🥰

4:45Uhr. Der Wecker klingelt. Die Uhrzeit beschreibt exakt die Zeit, die wir geschlafen haben. Wir machen uns frisch. Checken aus und düsen zum Flughafen. Der Flughafen ist voll und wir haben Mühe, durch die Massen zu unserem Schalter zu kommen. Die Massen wollen zum Glück nicht nach Taipeh. Wir können direkt zum Schalter. Die Dame weißt uns darauf hin, dass wir Visa und Weiterflugticket für Taipeh benötigen. Mittlerweile haben wir ca. 150EUR für Onward-Tickets bezahlt und sie nie benötigt. Die Dame klärt uns auf und wir reservieren für 32 Dollar ein Flugticket nach Kathmandu. An der Grenzkontrolle zum Ausreisen, ist ein junger Beamter über Christians Pass irritiert. Auch Janas Pass zieht er ein und zeigt, dass wir uns an die Seite stellen sollen. Oh Man. Macht uns echt gar nicht nervös. Der Beamte erklärt, dass etwas mit dem letzen Einreisestempel nicht stimmt. Ihr erinnert Euch? Reisebericht #53? Einer der unorganisiertesten Übergänge ever. Ein wenig später kommt der eifrige Beamte zu uns und meint, alles ok, doch ein bisschen dauert es noch. Er wartet auf ein Feedback. Weitere vier Minuten später lässt er uns passieren und stempelt uns als „ausgereist“. Eine Stunde vor Abflug sitzen wir am Gate. Grüße gehen raus an Kay. No Pressure. 🤪 Die Dame vom Schalter kommt erneut zu uns. Christian zeigt ihr die gebuchten Weiterreisetickets und sie ist zufrieden. Genug Zeit etwas Neues auszuprobieren. Jana liest ein wenig nach und kauft sich über Nomad schon jetzt eine eSIM für Taiwan. Die Karten sind recht teuer dort und bei Nomad gibt es ein gutes Angebot. Mal schauen ob das so reibungslos klappt, wie es sich anfühlt.

Boarding für unseren Flug sollte um 08:00 starten. Das Boarding verspätet sich. Christian fällt auf, dass die Passagiere um uns herum nicht asiatisch, sondern slawisch aussehen. 8:55Uhr ist Boarding an unserem Gate. Nach Almaty in Kazakhstan. Öhm.. ja, ok. Soll auch sehr schön da sein. 🤔 An der Tafel steht immer noch Abflug 8:25Uhr (Es ist mittlerweile 9:13Uhr) und es gibt keine anderen Informationen. Kein Personal und keine Ausrufe. Als der Andrang am Gate vorüber ist, fragt Jana nach. Der Flug wird demnächst geboardet. Na dann, Kaffee her und warten. Mit etwas über einer Stunde Verspätung sitzen wir im halb leeren Flieger nach Taipeh. 🤩

Die Zeit vergeht „wie im Fluge“ (Ba dum disch). Um 15Uhr Ortszeit betreten wir Taiwan. Am Flughafen müssen wir wieder anstehen und noch eine digitale Ankunftskarte ausfüllen, wo wir auch unsere Flugnummer des Weiterreisetickets angeben müssen. Als wir endlich an der Gepäckausgabe ankommen, drehen unsere Backpacks vereinsamt ihre Ehrenrunden. Wir haben alles beisammen, dürfen ganze 90 Tage in Taiwan bleiben und auch die eSIM funktioniert nach ein paar Anlaufschwierigkeiten. Großartig.

Der Nahverkehr in Taiwan soll sehr gut ausgebaut sein. Das können wir auf den ersten Blick bestätigen. Wir fahren direkt zum Hotel und dürfen dabei einen abendlichen Blick auf Taipeh werfen. Zum Abendessen hüpfen wir noch kurz in ein Minimarkt. Leute, so geil, es gibt wieder Onigiri. Wir haben zwar immer ein schlechtes Gewissen, wegen des vielen Plastiks, doch die sind einfach lecker. Zu dem gibt es plant-based Varianten für knapp einen Euro.

Am nächsten Morgen wollen wir die Stadt erkunden. Wie einfach die Fortbewegung hier ist, dass haben wir in Bangkok und Tokio schon gefeiert. Wir wollen einen bekannten Trail laufen, bei dem man unter anderem auf den Taipeh 101 blicken kann. Auf dem Weg dahin kommen wir am Songshan Feng Tempel vorbei. Wir dürfen kostenlos rein und versuchen die betenden nicht zu stören. Der taotische Tempel ist imposant. Die Reliefe aus Holz und Stein lassen uns staunen. Der ganze Tempel ist bestückt bis zur Decke. Soviel Liebe zum Detail begeistert uns.

„Wenn einem eine Katze über den Weg läuft, soll man sie streicheln.“ Nichts lieber als das. Am Eingang des Trails treffen wir ein verspieltes Exemplar dieser Spezies. Der Wanderweg ist entspannt und gut ausgebaut. Auf dem Aussichtspunkt angekommen können wir nicht nur den 101 Tower erblicken, sondern finden auch funktionierendes Feuerwerk. Ein Überbleibsel des chinesischen Neujahrsfest Ende Januar. Es ist feucht, aber probieren kann man es ja. Christian zündet und eine kleine Rakete erhebt sich mit einem lauten Zischen in die Luft. Peng. Taipeh ist wach. 😆 Wir wandern geschlagene 2,5h durch den parkähnlichen Wald. Auf dem Rückweg wollen wir unseren Hunger stillen und landen in einer Buffet-Küche. Ein Traum. Hier wird nach Gewicht bezahlt und es ist alles vegetarisch.

Auf dem Rückweg halten wir im Stadtteil Ximen an. Hier steht u. a. das Rote Haus. Eine ehemaliges Theater, dass nun Künstlern und Verkäufern als Unterschlupf dient. Die Einkaufspassage bietet Straßenkünstlern eine Bühne. Wir schauen uns zwei Shows an. Ximen ist mit eine der belebtesten Distrikte in Taipeh. Trotzdem geht es gesittet zu. Auf dem Bahnsteig stehen alle entspannt in einer Reihe. Wir werden an Japan erinnert und genießen es. Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns bei 16Grad ein Softeis.

Am Donnerstag besteht unsere erste Handlung darin, die EasyCard zu kaufen. Mit dieser Prepaidkarte können wir in ganz Taiwan bequem mit Bus, Bahn, Fähre etc. reisen und bezahlen. Wir besuchen den Memorial Park. Natur und Mensch im Einklang. Die Eichhörnchen spielen neben den Kranichen und eine gut genährte Rattenfamilie nascht ein paar Reste. Die Schildkröten chillen im See. Was uns in Vietnam, Laos und Kambodscha gefehlt hat, scheint es sogar in der Hauptstadt Taipeh in Hülle und Fülle zu geben; Tiere. Niemand stört sich daran, alle entspannen sich auf Parkbänken und beobachten das Treiben der Geschöpfe. An der Friedensglocke vorbei schlendern wir zur Chiang Kai-Shek Gedächtnishalle. Ein kolossales Tor dient als Eingang. Der gewöhnliche Gang wird zum königlichen Schreiten. Dahinter befindet sich ein Platz, der in gerader Linie zur bronzenen Statue Kai-Sheks führt. Von dieser Seite konnten wir nicht sehen, was sich hier noch so verbirgt. Ein versteckter Eingang in der Ecke erweckt unsere Neugier und führt uns zwei Stockwerke nach unten. Die Geheimnisvolle untere Etage entpuppt sich als Museum. Die komplette Geschichte Taiwans und Chiang Kai-Shek wird erzählt. Komplett kostenlos. Sogar der englische Audioguide. Bildung sollte immer kostenlos sein. Als Backpacker mit begrenztem Budget freuen wir uns. Unser Abendessen genießen wir in einer der Buffetküchen. Christian traut sich „Stinky Tofu“ zu probieren. Was nach alten Socken riecht, schmeckt nicht unbedingt besser. Würg. 🤢

Der nächste Morgen beginnt mit Wäsche waschen und Frühstück aus dem FamilyMart. Taipeh wird vom Tamsui-Fluss durchzogen. Einige der Flussläufe führen nur wenig Wasser und wurden in Parkanlagen umfunktioniert. Wir wollen uns den Metropolitan Park anschauen. Der ist gigantisch und lang. An den Seiten gibt es Rutschen und allerlei anderer kinder- und janafreundlicher Spielgerüste. Morgen wollen wir weiter in den Norden. Da gibt es einige Geoparks und historische Wanderwege. Wir haben uns für Keelung entschieden. Von hier aus, können wir alles erreichen. Wir buchen eine für Taiwan günstige Unterkunft für 32 EUR die Nacht. Der Umzug morgen wird entspannt. Zu mindest in der Theorie. Schauen wir mal.

Check-out ist um Elf Uhr, wir brauchen circa eine Stunde nach Keelung und die Fahrtkarten können wir mit der EasyCard direkt bezahlen. Zudem fährt die Bahn alle 20Minuten. Es ist so entspannt, wie wir erwartet haben. Wir checken ein und schlendern noch ein wenig am Hafen von Keelung herum. Keelung wurde 1626 von den Spaniern erbaut. Die üblichen Verdächtigen wechselten sich danach bei der Vorherrschaft ab. Holländer, Franzosen, Japaner und die US spielten über die Jahre Ping-Pong mit Keelung (und ganz Taiwan). Nun unterhält Keelung den zweitwichtigsten Hafen in Taiwan mit Tiefsee-Anbindung. Aktuelle Temperatur 10Grad. Wir kramen Handschuhe und Mützen raus und schlendern über den berühmten Keelunger Nachtmarkt. In Taiwan sind die Nachtmärkte ein wenig anders, nicht nur das Essen. Es kommt durch einige Spielbuden auch Jahrmarkt-Feeling auf. Ringe werfen, Wurfspiele etc. . Auch Entenangeln mit lebendigen Fischen. Taiwan fühlt sich an, wie ein Mix aus Japan und China (wie wir es uns vorstellen). Die Menschen sind freundlich und rücksichtsvoll. Es gibt viele kleine Küchen mit kulinarischen Leckerbissen. Das Chaos folgt einer geordneten Routine.

Morg`ääähhn`. Es ist Sonntag, der Himmel grau und es regnet. Da sind wir nicht traurig drum, heute in Cafés abzuhängen und zu arbeiten.

Nachdem wir eine beinah Überschwemmung in unserem Hotelzimmer vereiteln konnten, schlendern wir auf den berühmten Keelunger Nachtmarkt. Per Google haben wir dort einen vegetarischen Stand gefunden. Es gibt so viele und die Übersetzung der chinesischen Zeichen funktioniert nicht immer, doch wir finden ihn. Die Speisekarte ist nicht übersetzbar. Zum Glück erkennt ein Einheimischer unsere hilflosen Gesichter und unterstützt uns. Er fragt, wie groß unser Hunger ist und dummer Weise (wir hätten es besser wissen müssen, denn in ganz Asien glauben die Menschen, dass wir Europäer Vielfraße sind) sagen wir „groß“. Also bestellt er uns was und erklärt uns, wie alles abläuft. Dazu lädt er uns auch noch ein, hat aber keine Zeit mit uns zu essen. Schade. Wir bekommen zwei Suppen, Reis, Nudeln und einen großen Teller Tofu und Tempeh. HILFE. Gemeinsam sind wir stark. Ok, Christian isst 65 % und Jana 35 %, aber wir essen auf. Es war köstlich.

Auf dem Rückweg rollen wir durch eine kleine Gasse und werden von einem Mann, der zu unserer Überraschung Banh Mi verkauf, angesprochen. Wir unterhalten uns eine Zeit über Taiwan und das Reisen. Er selbst ist Taiwaner, doch er mag die vietnamesischen Banh Mi. Ein weiterer schöner Tag neigt sich dem Ende.

Was wir morgen machen, entscheiden wir beim Frühstück spontan. Ihr erfahrt es nächste Woche. 😏

Stroll on

Christian & Jana

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2 Antworten zu „Reisewoche #57”.

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    Und wieder mal ein schöner Bericht… untermalt mit tollen Fotos… 😃

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    1. Avatar von cjstrollaway

      danke, dass du immer noch so aufmerksam mitliest 😛

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