Reisebericht #61

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am

03.03. – 09.03.2025

Die Palme erinnert uns daran, dass Wachstum nur möglich ist, wenn wir unsere Wurzeln festhalten und den Himmel erreichen.“

-unbekannt-

Unsere neue Unterkunft gefällt uns sehr. Vor allem haben wir den Pool direkt vor der Nase. Ari und Alex werden erst am 05.03. zu uns stoßen und so haben wir noch genug Zeit fürs Nichtstun. Da unser, für die Raumverhältnisse überdimensionierter, Kühlschrank leer ist, zieht Jana morgens los, um Frühstück zu organisieren. Beim nahe gelegenen 7Eleven und auf dem Obstmarkt findet sie alles, was unser Herz begehrt. Und schon können wir frischen Kaffee und Müsli auf der Terrasse bei freundlichen 30 Grad genießen. Nach dem kühlen Taiwan eine willkommene Abwechslung.

Wenn wir so durch die Bildergalerie swipen, ist eindeutig zu sehen, dass wir das Nichtstun fast auf die Spitze getrieben haben. Außer Essen ist da nix. Die letzten Tage haben wir mit Familie und Freunden telefoniert, durch schwimmen an unserer Kondition für Nepal gearbeitet und gegessen.

Am Abend des 05.03. ist es dann soweit. Wir drücken und knuddeln uns was das Zeug hält. Uns ist bewusst, dass wir uns glücklich schätzen können sind, soviele unserer Freunde auf der Reise treffen durften. Den Abend verbringen wir quatschend und lachend, mit vollem Bauch am Pool.


Der nächste Tag startet, wie der letzte endete: am Pool. Wir gehen einkaufen, schauen uns eine nahegelegene Parkanlage an, spielen im Pool, essen und trinken am Pool. Das wars. Klingt nach nicht viel, füllt aber locker einen Tag und die Gespräche sowie das Lachen unser Herz.

Am nächsten Tag packt uns dann doch die Abenteuerlust. Nach dem Frühstück schnappen wir uns ein Taxi und fahren in die Oldtown von Phuket. Viel haben wir bisher noch nicht gesehen, doch wir wissen, dass Phuket nicht unsere Lieblingsinsel wird. Vielleicht kann die Oldtown uns umstimmen. Das lebhafte Altstadtviertel mit seinen bunten Häusern im portugiesischem Stil ist mittlerweile fast 100 Jahre alt. Ein idealer Ort für Shopping-begeisterte. Unsere Mädels leiden, wie wir damals vor einem Jahr, an dem harten Wechsel von kalt auf hieß. Wir machen daher langsam. Die Thalang Road gehen wir zweimal ab, dann haben wir alles gesehen und suchen nach einer Abkühlung. Wir finden ein veganes Restaurant mit interessantem Background. Die Lebensmittel erhalten sie von ihrer eigenem Farm, auf der sie ehemalige Sträflinge beschäftigen und Ihnen somit die Möglichkeit geben, wieder zurück ins Leben zu finden. Unsere Gastgeberin ist zu unserer Überraschung Christin. Ihr Glaube soll ihren Schützlingen den rechten Weg zeigen. Diese Leidenschaft zeigt sich auch beim Essen. Es ist köstlich.

Einige Kilometer entfernt gibt es einen Mangrovenwald mit anliegendem Hafen. Unser nächstes Ziel. Über Holzwege schlendern wir durch den Wald, sehen Schlammläufer und Krabben. Nach einigen Metern sind wir am Hafen. Das Meer ist hier nicht so klar, wie wir es von thailändischen Gewässern gewohnt sind. Typisch für Häfen. Brackwasser. Wir flanieren die Promenade entlang und können erahnen, dass hier abends der Bär tobt. Doch jetzt gerade ist nichts los und die Sonne brennt erbarmungslos. Die Sehnsucht nach kaltem Nass führt uns zurück ins Hotel und in den Pool. Am Abend besprechen wir, wie unser morgiger Tag aussehen soll und entscheiden uns dafür zum Freedombeach zu fahren. Die Taxi auf Phuket sind viel zu teuer, daher leihen wir morgen am Hotel zwei Roller. Ein letztes mal für diese Reise durch Thailand cruisen. 😇

Da Ari und Alex nicht fahren wollen und ein Taxi zu teuer ist, fahren wir beide. Wir sind uns bewusst, dass Jana hier offiziell nicht fahren darf, doch bisher haben wir gerade auf den Touristeninseln die Erfahrung gemacht, dass die Polizei entspannt ist. Die Hotelbesitzerin durchblickt ihr eigenes Chaos dann auch irgendwann und so haben wir nach einer halben Stunde bangem Suchen zwei Airblades. Jana und Alex sind bereits in Griechenland mit dem Quad zusammen gefahren. Die neue Combo mit Christian und Ari fährt voraus. Woohooo. 🥳 Wir lieben es. Der Verkehr ist dicht, aber machbar. Nach ca. zehn Minuten wird Christian von einem Polizisten rausgezogen und Jana gleich mit. Shit! Pflichtbewusst wie er ist, bekommt Jana einen Strafzettel den sie reumütig annimmt. Zufälligerweise ist das Polizeirevier, wo wir die Zeche bezahlen können, direkt gegenüber. Der freundliche Polizist sagt uns, dass wir zum Schalter 4 müssen. Gesagt, getan. Wir werden auch schon erwartet und dürfen direkt ran. 1000 Hosentaschen Baht (27 EUR) später, hält Jana ihre 24h Lizenz zum Fahren in den Händen. Eigentlich ein Strafzettel, aber hier darf sie damit nun offiziell den ganzen Tag Moped fahren.

Nach einer weiteren halben Stunden sind wir am Freedombeach. Ein beschwerlicher Pfad durch den Dschungel führt uns ein paar Meter nach unten direkt zum Strand. Auf halbem Wege merken wir, dass wir unserer Sachen oben liegen lassen haben. Wir schnucken darum, wer gehen muss. Es ist Christian, der sich bei schwüler Hitze wieder den Berg hochquält. Bei Sonnenuntergang kommen wir endlich an. Das Wasser ist kristallklar und angenehm kühl. Wir verweilen, bis die Sonnen gänzlich untergegangen ist. Beobachten wie nach und nach alle Gäste den Strand verlassen. Einige per Boot, andere nehmen den beschwerlichen Weg durch den Dschungel. Wiederrum andere die Treppe und den Hauptweg. Beim Floaten im Wasser sehen wir hinter dem Berg der Bucht ein Wetterleuchten. Wir sind entspannt und genießen. Uns wird bewusst, dass wir vorerst ein letztes Mal das tropische Meer genießen.

Als nur noch Mond und Sterne Lichtgeber der Nacht sind, begeben wir uns auf den Rückweg zu unseren Rollern. Aufgrund der Dunkelheit meiden wir den Weg durch den Dschungel und wählen die Treppe. Der Mond leuchtet uns den Weg. Ein fernes Grummeln lässt uns aufhorchen. Oben angekommen steht ein Jeep da und will uns mitnehmen wir lehnen freundlich ab. Spoiler: Das war die falsche Entscheidung. Es wird dunkler, da der Mond hinter dicken Wolken verschwindet. Der Weg nach ob ist sperrlich beleuchtet, uneben und sandig. Die losen Steine machen es uns nicht leichter hoch zu wandern. Die Luft wird immer schwüler. Wir können die Luft fast schneiden, so dick ist sie mittlerweile. Ein Donner durchbricht das Zirpen der Zikaden und Platzregen wäscht den Frohsinn einiger hinfort. Doch wir halten uns wacker, zünden die Lampen unserer Handys an und stapfen durch den Schlamm nach oben. Oben angekommen versperrt ein riesiges Gitter unseren Weg. Da wir dahinter Menschen, Licht und Trubel sehen, ist uns klar: So nicht! Egal wie, es gibt kein zurück, wir wollen da durch. Obwohl das Tor mit einer massiven Kette versperrt ist, ist der Abstand zwischen Boden und Zaun so hoch wie Christians Unterarm lang. Mit einigen gekonnten Indianer Jones-Moves landen wir wieder auf der Hauptstraße. Hahaha! Nicht mit uns. 😂

Wie der Zufall es will, stehen unsere Roller genau an einem Restaurant und es hat sogar noch offen. Wir harren aus, bis das Gewitter vorbei ist und fahren trockenen Reifens zurück.

Heute ist Sonntag und zudem der letzte Tag für uns in Thailand. Den wollen wir nochmal voll auskosten am Pool und mit Sonne. Abends packen wir unsere Backpacks, Essen alle zusammen, bevor wir uns gegen 20 Uhr verabschieden. Warum so früh? Wir müssen bereits um 3:30 Uhr am Flughafen sein. Die Zeit war kurz, aber wirklich schön. Alex und Ari beginnen ihre Asienreise, während wir uns bereits auf den Rückweg machen. Doch ein großen Abenteuer wartet noch auf uns: Nepal!

Stroll on

Christian & Jana

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2 Antworten zu „Reisebericht #61“

  1. Avatar von Chaos-Queen
    Chaos-Queen

    …schöner Bericht, mit schönen Fotos und schönen Menschen… 😊

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    1. Avatar von cjstrollaway

      ❤ Danke

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